2018

Entscheide des Schweizerischen Bundesgerichts zum Erbrecht, zur Erbschaftssteuer und zur Strukturierung des Vermögens (Stiftungen, Trusts)
des Jahres 2018
Redaktion successio online (Hans Rainer Künzle), 01.01.2018
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​​​​​​​Schweizerisches Bundesgericht 5A 1042/2018 vom 28.12.2018
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Bestellung der Vertretung der Erbengemeinschaft
Ein Rückweisungsentscheid ist nur ein Endentscheid i.S.v. Art. 90 BGG, wenn der Vorinstanz kein Entscheidungsspielraum verbleibt, ansonsten ist es ein Vor- und Zwischenentscheid i.S.v. Art. 93 BGG (E. 1). 

Tribunal Fédéral 6B_1051/2018 du 19.12.2018
Cour de droit pénal - Procédure pénale - Décision de non-entrée en matière (faux témoignage, faux dans les titres, escroquerie)
= njus.ch Verein Stiftung Trust Entwicklungen 2018, 87
Ein Trustee gilt in Bezug auf strafbare Handlungen gegen Vermögenswerte, die er für den Trust hält, als Geschädigter gemäss Art. 115 StPO.

Schweizerisches Bundesgericht 5A 398/2018 vom 11.12.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Gerichtskosten (Erbteilungsklage)
Die Höhe der Gerichtskosten richtet sich weder nach dem reinen Zeitaufwand des Gerichts, noch nach dem Ausgang des Prozesses, sondern nach dem streitigen Betrag, d.h. dem wirtschaftlichen Nutzen des Pflichtigen (E. 5.4). 
= dRSK vom 15.04.2019 (Fabienne Wiget: Gerichtskosten [Erbteilungsklage])
Das Bundesgericht hatte sich im vorliegenden Entscheid mit der Festsetzung der erstinstanzlichen Gerichtskosten in einem mittels aussergerichtlichen Vergleichs erledigten Erbteilungsprozess zu befassen. Es äusserte sich dabei insbesondere zum Kostendeckungs- und Äquivalenzprinzip (E. 5.4).
= successio 13 (2019) 275 (Anmerkungen von Tarkan Göksu)
Höhe Gerichtskosten im Erbteilungsprozess

​​​​​​​Schweizerisches Bundesgericht 5D 173/2018 vom 16.11.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Testamentseröffnung
Werden im Rahmen einer subsidiären Verfassungsbeschwerde keine Verfassungsnormen als verletzt gerügt, sind die formellen Beschwerdeanforderungen nicht erfüllt und es wird im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG nicht darauf eingetreten.
= njus.ch Erbrecht Entwicklungen 2018, 20

Schweizerisches Bundesgericht 5A_462/2018 vom 12.11.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Personenrecht - Stiftungsaufsicht
= successio 13 (2019) 126 (Anmerkungen von Harold Grüninger)

Tribunal Fédéral 5A_790/2018 du 08.11.2018 
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - succession
Un recours, qui ne correspond pas aux exigences minimales des art. 42 al. 2 et 106 al. 2 LTF, doit être déclaré irrecevable selon la procédure simplifiée de l'art. 108 al. 1 let. b LTF (consid. 3).
Auf eine Beschwerde, die nicht den Mindestanforderungen von Art. 42 Abs. 2 und 106 Abs. 2 BGG entspricht, wird nach dem vereinfachten Verfahren von Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht eingetreten (E. 3)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 404/2018 vom 06.11.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Herabsetzungsklage
Die blosse Erkennbarkeit eines Missverhältnisses genügt nicht, um bei der Herabsetzung bzw. Ausgleichung einen Schenkungswillen anzunehmen (E. 3.2).
= BGE 145 III 1
Art. 527 Ziff. 1 ZGB
Herabsetzung; gemischte Schenkung; Beweis des Schenkungswillens

Die Herabsetzung einer gemischten Schenkung setzt insbesondere voraus, dass der Erblasser das Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung zur Zeit des Vertragsabschlusses tatsächlich erkannt hat. Beweislast für den Schenkungswillen des Erblassers (E. 3 und 4).
Art. 527 ch. 1 CC
R
éduction; donation mixte; preuve de la volonté de donner.
La réduction d'une donation mixte suppose en particulier que le disposant ait effectivement reconnu la disproportion entre prestation et contre-prestation lors de la conclusion du contrat. Fardeau de la preuve de la volonté de donner du disposant (consid. 3 et 4).
Art. 527 n. 1 CC
R
iduzione; donazione mista; prova dell'intenzione di procedere ad una donazione.
La riduzione di una donazione mista presuppone in particolare che il disponente abbia effettivamente riconosciuto la sproporzione tra prestazione e controprestazione al momento della conclusione del contratto. Onere della prova dell'intenzione del disponente di procedere ad una donazione (consid. 3 e 4).
= AJP 28 (2019) 955 (Anmerkungen von Lorena Bur/Martina Bosshardt/Stephanie Hrubesch-Millauer)
= dRSK vom 31.01.2019 (Barbara Graham-Siegenthaler: Herabsetzungsklage und gemischte Schenkung)
Bleibt der Schenkungswille des Erblassers zum Nachteil von Erben unbewiesen, ist deren Herabsetzungsbegehren abzuweisen. Insgesamt konnte beim beurteilten Urteil des Bundesgerichts 5A_404/2018 vom 6. November 2018 unter Willküraspekten entgegen dem vorinstanzlichen Entscheid ein tatsächlicher Schenkungswille in dem behaupteten Umfang weder aus dem äusseren Verhalten des Erblassers gefolgert noch anhand der Umstände als bewiesen betrachtet werden.
= dRSK vom 29.01.2019 (Francesca Valentina: L'animus donandi du testateur lors du transfert d'un bien immobilier en échange d'un usufruit)
Pour qu’une libéralité soit qualifiée comme telle et soit donc soumise à réduction (art. 527 ch. 1 CC et 626 al. 2 CC), l’animus donandi du testateur ne peut être retenu que si celui-ci a effectivement reconnu la disproportion manifeste entre la prestation et la contre-prestation (confirmation de jurisprudence). Dans ce contexte, un usufruit ou un droit d’habitation (qui a pour effet de diminuer la valeur commerciale du bien immobilier) peut constituer une contre-prestation. 
= ius.focus 1/2019, 4 (Anmerkungen von Nicolas Huber)
Ein grobes Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung genügt nicht für die Annahme einer unentgeltlichen Zuwendung; dazu ist ein Zuwendungswille erforderlich.
= JdT 167 (2019) II 222
Art. 527 ch. 1 et 626 al. 2 CC
Droit des successions. Donation mixte. Avancement d’hoirie. Réduction. Notion de libéralité

Avancement d’hoirie par un père en faveur de trois de ses six enfants A., E. et F. dont deux (E. et F.) reçoivent chacun un terrain non bâti, un troisième (A.) une maison d’habitation évaluée à 400 000 francs. - Dispense de rapporter la plus-value. - Compensation imposée à A. sous forme de reprise de dette hypothécaire à raison de 310 000 francs et du versement d’une somme de 30 000 francs à chacune de ses trois sœurs, B., C. et D. - Octroi en outre d’un usufruit en faveur du père et de son épouse, transformé ultérieurement en droit d’habitation viager. - Décès de la mère en 2006 et du père en 2012. - Vente de la maison pour 980 000 francs en 2013. - Action en réduction ouverte par B., C. et D. contre A., E. et F. admise en première instance et jugement confirmé par le Tribunal cantonal. - Recours de A. au TF admis.
= njus.ch Erbrecht Entwicklungen 2018, 18
= not@lex 12 (2019) 79
 (Anmerkungen von Denis Piotet/Bastien Verrey/Maya Kiepe)
= Pra. 108 (2019) Heft 2, Hinweise VIII
Zu prüfen war die Anwendung von Art. 527 Ziff. 1 ZGB, der vorsieht, dass die Zuwendungen auf Anrechnung an den Erteil, als Heiratsgut, Ausstattung oder Vermögensabtretung der Herabsetzung unterliegen wie die Verfügungen von Todes wegen, wenn sie nicht der Ausgleichung unterworfen sind. Im Zusammenhang mit einem Abtretungsvertrag bzw. Eigentumsübertrag an einer Liegenschaft wurde als Gegenleistung eine Nutzniessung eingeräumt. Allein aus einem Missverhältnis zwischen der Leistung und der Gegenleistung kann nicht auf eine unentgeltliche Zuwendung geschlossen werden. Zusätzlich muss ein Zuwendungs- oder Schenkungswillen vorliegen. Weil ein Schenkungswille vorliegend nicht ersichtlich war, wurde ein Herabsetzungsbegehren abgewiesen. Abweisung der Beschwerde in Zivilsachen; Aufhebung des Entscheids der Vorinstanz und Abänderung des Dispositivs des vorinstanzlichen Entscheids; Auferlegung der Gerichtskosten an die solidarisch haftenden Klägerinnen und Beschwerdegegnerinnen, die den Beschwerdeführer solidarisch haftend zu entschädigen haben; Rückweisung an die Vorinstanz zu neuem Entscheid über die Kosten und Entschädigungen des kantonalen Verfahrens (Art. 527 Ziff. 1 ZGB).
= successio 14 (2020) 43 (Paul Eitel, Ein "Abtretungsvertrag auf Anrechnung künftiger Erbschaft" ohne erbrechtliche Tragweite)
= ZBJV 156 (2020) 256 (Anmerkungen von Stephan Wolf/Cédric Berger)
​​​​​​​Herabsetzung; gemischte Schenkung; Beweis des Schenkungswillens. Die Herabsetzung einer gemischten Schenkung setzt insbesondere voraus, dass der Erblasser das Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung zur Zeit des Vertragsabschlusses tatsächlich erkannt hat. Beweislast für den Schenkungswillen des Erblassers (Art. 527 Ziff. 1 ZGB).

Tribunal Fédéral 2C_955/2018 du 02.11.2018
IIe Cour de droit public - Entraide et extradition - Entraide administrative (CDI CH-SE)
= njus.ch Verein Stiftung Trust Entwicklungen 2018, 88
Der Beneficiary eines Discretionary Trusts gilt nicht ohne weiteres als wirtschaftlich Berechtigter des Trustvermögens. Die Feststellung des wirtschaftlich Berechtigten hat in solchen Fällen nicht schematisch, sondern anhand der Umstände des Einzelfalles und im Einklang mit dem Prinzip "substance over form" zu erfolgen.

Tribunal Fédéral 5A_834/2018 du 01.11.2018
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - Partage successoral
Un recours, manifestement mal fondé, doit être rejeté selon la procédure simplifiée prévue à l'art. 109 al. 2 let. a et al. 3 LTF (consid. 4).
Auf eine offensichtlich unbegründete Beschwerde ist im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 Abs. 2 lit. a und Abs. 3 BGG nicht einzutreten (E.4).

Schweizerisches Bundesgericht 6B_489/2018 vom 31.10.2018
Strafrechtliche Abteilung - Straftaten - Urkundenfälschung, Verletzung des Anklagegrundsatzes, willkürliche Beweiswürdigung
= successio 14 (2020) 41 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Tribunal Fédéral 5F_19/2018 du 29.10.2018
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - Demande de révision de l'arrêt du Tribunal fédéral suisse 5A_325/2017 du 18 octobre 2017
Si l'on invoque des preuves qui ont été fournies après l'adoption de la décision, aucune révision au sens de l'art. 123, al. 2, let. a LTF, n'est possible (consid. 2.3).
Werden Beweise angeführt die nach dem Entscheid ergangen sind, ist keine Revision i.S.v. Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG möglich (E. 2.3).

Tribunale Federale 5A 347/2018 del 26.10.2018
II Corte di diritto civile - Diritto successorio - divisione ereditaria
Il principio della buona fede processuale e il divieto dell'abuso di diritto impongono di massima che le obiezioni circa l'inesistenza di un presupposto processuale, come quello dell’autorizzazione ad agire, vengano formulate negli scritti introduttivi (consid. 3.2). 
Il giudice esamina d'ufficio i presupposti processuali, compreso quello dell’autorizzazione ad agire. Se il giudice ha omesso di approfondire la questione e la parte che se ne prevale, solleva il vizio per la prima volta soltanto nel memoriale conclusivo, quindi più di tre anni dopo l’inizio della causa e specialmente lasciando decorrere, senza farne uso, termini processuali entro i quali avrebbe potuto proporre l’eccezione in oggetto, il vizio in questione non può più portare all’irricevibilità dell’azione (consid. 2, 3.2.3).
Der Grundsatz von Treu und Glauben und das Verbot des Rechtsmissbrauches verlangen grundsätzlich, dass Einwände gegen das Nichtvorliegen einer Prozessvoraussetzung, wie der Klagebewilligung, in den einleitenden Schriftstücken formuliert werden (E. 3.2). 
Der Richter prüft die Prozessvoraussetzungen, einschliesslich der Klagebewilligung, von Amtes wegen. Wenn der Richter versäumt hat, die Angelegenheit eingehend zu untersuchen und die Partei, die sich auf den Mangel beruft, diesen zum ersten Mal in ihrem abschliessenden Parteivortrag geltend macht, und damit mehr als drei Jahre nach Eintritt der Rechtshängigkeit, und wenn sie insbesondere mehrere Verfahrensfristen hat verstreichen lassen, innert denen es möglich gewesen wäre, den betreffenden Mangel geltend zu machen, kann sie den Mangel der Unzulässigkeit der Klage nicht mehr vorbringen (E. 2, 3.2.3).
= SJZ 116 (2020) 54 (Ernst F. Schmid, Entwicklungen im Zivilprozessrecht und Schiedsgerichtsbarkeitsrecht)
= SZZZP 2019, 32 (Catalina Constantina, Défaut de préalable de conciliation)
Art. 52, 59, 60 CPC; Abuso di diritto ad invocare l’assenza di autorizzazione ad agire
Il principio della buona fede processuale e il divieto dell’abuso di diritto impongono di massima che le obiezioni circa l’inesistenza di un presupposto processuale vengano formulate negli scritti introduttivi; obiezioni sollevate soltanto più avanti sono compatibili con il principio della buona fede processuale soltanto se concernono un presupposto che, presente al mo [30] mento dell’introduzione dell’azione, è andato a perdersi col tempo. Mancanza di buona fede ad eccepire, per la prima volta nella memoria conclusiva, l’
assenza di autorizzazione ad agire.
Art. 52, 59, 60 ZPO; Rechtsmissbräuchliche Geltendmachung des Fehlens der Klagebewilligung
Der Grundsatz von Treu und Glauben im Verfahren und das Rechtsmissbrauchsverbot verlangen grundsätzlich, dass die Einwendung, es fehle an einer Prozessvoraussetzung, in den ersten Eingaben erhoben wird; später erhobene Einwendungen sind nur dann mit dem Grundsatz von Treu und Glauben im Verfahren zu vereinbaren, wenn sie eine Voraussetzung zum Gegenstand haben, die zwar bei Einleitung des Prozesses gegeben war, später aber weggefallen ist. Kein guter Glaube ist gegeben, wenn das Fehlen der
Klagebewilligung erst in den Parteivorträgen geltend gemacht wird.
Art. 52, 59, 60 CPC; Abus de droit à invoquer l’absence d’autorisation de procéder
Le principe de la bonne foi en procédure et l’interdiction de l’abus de droit exigent en principe que les objections relatives à l’absence d’une condition de recevabilité soient formulées dans les écritures introductives d’instance; les objections soulevées ultérieurement ne sont compatibles avec le principe de la bonne foi en procédure que si elles sont fondées sur une exigence qui, présente au moment où le recours a été introduit, a disparu dans le temps. Absence de bonne foi à invoquer au stade des plaidoiries l’absence d’
autorisation de procéder.

Tribunal Fédéral 5A_774/2018 du 23.10.2018 
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - partage d'une succession (art. 604 CC) 
Un recours, qui ne correspond pas aux exigences minimales des art. 42 al. 2 et 106 al. 2 LTF, doit être déclaré irrecevable selon la procédure simplifiée de l'art. 108 al. 1 let. a et b LTF (consid. 3).
Auf eine Beschwerde, die nicht den Mindestanforderungen von Art. 42 Abs. 2 und 106 Abs. 2 BGG entspricht, wird nach dem vereinfachten Verfahren von Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG nicht eingetreten (E. 3).

Tribunale Federale 5A 811/2018 del 23.10.2018
II Corte di diritto civile - Diritto successorio - provvedimenti assicurativi della devoluzione ereditaria
Lo scopo dell'amministrazione dell'eredità giusta l'art. 554 CC è unicamente quello di salvaguardare la devoluzione dell'eredità. Una decisione al riguardo rappresenta una decisione su misure provvisionali ai sensi dell'art. 98 LTF, suscettibile di essere impugnata unicamente per violazione di diritti costituzionali. Giusta l'art. 106 cpv. 2 LTF la violazione di questi diritti viene esaminata soltanto se tale censura è stata sollevata e motivata, in caso contrario il ricorso è inammissibile (consid. 4.1, 4.2).
Der Zweck der Erbschaftsverwaltung gemäss Art. 554 ZGB besteht ausschliesslich darin, die Übertragung des Nachlasses sicherzustellen. Ein diesbezüglicher Entscheid stellt einen Entscheid über vorsorgliche Massnahmen nach Art. 98 BGG dar,  der allein aufgrund einer Verletzung verfassungsmässiger Rechte angefochten werden kann. Gemäss Art. 106 Abs. 2 BGG wird die Verletzung dieser Rechte nur geprüft, wenn eine solche Rüge erhoben und begründet wurde, ansonsten ist die Beschwerde unzulässig (E. 4.1, 4.2).
= successio 14 (2020) 33 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)
Einsetzung des Willensvollstreckers als Erbschaftsverwalter; Misstrauen der Erben 

Tribunal Fédéral 5A_789/2016 du 09.10.2018
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - partage/succession
La constitution d'une garantie sous forme de gage hypothécaire ne constitue pas une libéralité au sens de l'art. 626 al. 2 CC. Une libéralité rapportable ne survient qu'au moment où le futur  de cujus renonce à faire valoir la créance compensatrice, renonciation équivalant à une remise de dette (art. 110 ch. 1 CO; art. 827 al. 2 CC) (consid. 5.2).
Die blosse Verpfändung einer Immobilie ist keine unentgeltliche Zuwendung i.S.v. Art. 626 Abs. 2 ZGB. Erst der Verzicht auf die Geltendmachung des Anspruchs kommt einem Schuldenerlass gleich (Art. 110 Ziff. 1 OR bzw. Art. 827 Abs. 2 ZGB) (E. 5.2).
= njus.ch Erbrecht Entwicklungen 2018, 65
= not@lex 12 (2019) 80 (Anmerkungen von Denis Piotet/Bastien Verrey/Maya Kiepe)

Tribunal Fédéral 5A_620/2018 du 02.10.2018 
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - destitution de l'exécuteur testamentaire
Il appartient à la partie qui retire son recours de supporter les frais de procédure (consid. 2).
Die Partei, die ihre Klage zurückzieht, trägt die Kosten des Verfahrens (E. 2). 

Schweizerisches Bundesgericht 5A 536/2018 vom 21.09.2018 
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Nichteintreten auf die Berufung (Erbteilung)
Eine wegen falscher Adressierung retournierte Berufung ist dennoch fristgerecht eingereicht worden, wenn sie umgehend originalverpackt und neu adressiert eingereicht wird (E. 3.6).
= successio 13 (2019) 277 (Anmerkungen von Tarkan Göksu)
Einhaltung der Fristen

Schweizerisches Bundesgericht 5A 97/2018 vom 10.09.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Personenrecht - Legitimation zur Stiftungsaufsichtsbeschwerde
= BGE 144 III 433
Art. 84 ZGB
Stiftungsaufsicht; Beschwerdelegitimation.

Voraussetzungen, unter denen Stiftungsratsmitglieder, Destinatäre und Dritte zur Beschwerde an die Stiftungsaufsichtsbehörde berechtigt sind (E. 4-7).
Art. 84 CC
Surveillance des fondations; qualité pour recourir

Conditions auxquelles les membres du conseil de fondation, les destinataires et les tiers sont légitimés à recourir à l'autorité de surveillance de la fondation (consid. 4-7).
Art. 84 CC
Vigilanza sulle fondazioni; legittimazione ad impugnare decisioni della fondazione

Condizioni alle quali i membri del consiglio di fondazione, i destinatari ed i terzi sono legittimati a ricorrere all'autorità di vigilanza sulle fondazioni (consid. 4-7).
= njus.ch Verein Stiftung Trust Entwicklungen 2018, 46
Um die Beschwerdelegitimation für die Stiftungsaufsichtsbeschwerde zu erlangen, muss ein Stiftungsrat zuerst die internen Kontrollmechanismen ausgeschöpft und über sein Anliegen einen Stiftungsratsbeschluss herbeigeführt haben.
= successio 13 (2019) 124 (Anmerkungen von Harold Grüninger)

Tribunal Fédéral 4A_141/2018 du 04.09.2018
Ire Cour de droit civil - Droit des contrats - transfert du bail du défunt, interprétation de la volonté des parties
Art. 1, 18, 32 CO; 560 CC
La reprise de contrat par l’un des héritiers du locataire décédé

Transfert de bail à l’un des héritiers du locataire décédé. Interprétation de la volonté des parties selon le principe de la confiance.
Art. 1, 18, 32 OR; 560 ZGB
Übertragung eines Mietvertrages auf einen der Erben des verstorbenen Mieters. Auslegung des Parteiwillens gemäss Vertrauensprinzip.
Art. 1, 18, 32 CO; 560 CC
Trasferimento di contratto di locazione a uno degli eredi del conduttore deceduto. Interpretazione della volontà delle parti secondo il principio della buona fede.

Tribunal Fédéral 5A_570/2017 du 27.08.2018 
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - certificat d'héritier
La procédure d'établissement du certificat d'héritier n'a pas pour objet de statuer matériellement sur la qualité d'héritier et le certificat d'héritier n'est pas revêtu de l'autorité de la chose jugée matérielle, la décision d'établissement et de délivrance du certificat d'héritier constitue une mesure provisionnelle au sens de l'art. 98 LTF (consid. 2).
Le bénéficiaire d'un legs d'usufruit selon l'art. 473 CC, doit obligatoirement figurer dans le certificat d'héritier (consid. 7.2).
Die Errichtung und Ausstellung eines Erbscheins stellt eine vorsorgliche Massnahme i.S.v. Art. 98 BGG dar, da damit nicht materiell über die Erbenstellung entschieden wird und der Entscheid nicht in materielle Rechtskraft erwächst (E. 2).
Die Nutzniesserin i.S.v. Art. 473 ZGB ist auf dem Erbschein aufzuführen und berechtigt, sich einen solchen ausstellen zu lassen (E. 7.2).
= iusNet ErbR 22.02.2019 (Annina Vögeli, Der Anspruch des nutzniessungsberechtigten Ehegatten auf Ausstellung des Erbscheins: unglücklicher Klärungsversuch des Bundesgerichts)
= njus.ch Erbrecht Entwicklungen 2018, 34
= not@lex 12 (2019) 80 (Anmerkungen von Denis Piotet/Bastien Verrey/Maya Kiepe)
= successio 13 (2019) 271 (Anmerkungen von Tarkan Göksu)
Abänderung der Erbbescheinigung

Schweizerisches Bundesgericht 5A 1038/2017 und 5A_1055/2017 vom 21.08.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Personenrecht -Stiftungsaufsichtsbeschwerde (Beschwerdefrist)
= njus.ch Verein Stiftung Trust Entwicklungen 2018, 45
Das Stiftungsrecht sieht für die Stiftungsaufsichtsbeschwerde zwar keine Befristung vor, jedoch scheint eine zeitliche Begrenzung auf den für die Beschwerdefristen üblichen Rahmen geboten.

Schweizerisches Bundesgericht 5A 894/2017 vom 20.08.2018 
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbteilung (Herabsetzung lebzeitiger Zuwendungen)
Wird ein Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts von der Vorinstanz missachtet, ist das Bundesgericht dennoch an das Verschlechterungsverbot gebunden, wenn die Beschwerdeführerin das den Rückweisungsentscheid veranlassende, vorinstanzliche Urteil seinerzeit selber nicht angefochten hatte (E. 5.1 ff.).
= AJP 28 (2019) 963 (Anmerkungen von Lorena Bur/Martina Bosshardt/Stephanie Hrubesch-Millauer)
= dRSK vom 30.11.2018 (Alexandra Hirt: Pflichtteilsberechnung nach missachteten Rückweisungsentscheid)
Der Erbe, der in einem ersten bundesgerichtlichen Verfahren obsiegt hat, muss sich im Verfahren nach der Rückweisung durch das Bundesgericht im ungünstigsten Fall mit dem bisherigen, von der Miterbin nicht angefochtenen Urteil der Vorinstanz abfinden (Verschlechterungsverbot). Das Bundesgericht lässt erneut offen, ob gegen den kantonalen Entscheid nach bundesgerichtlicher Rückweisung die Beschwerde unabhängig vom Streitwert zulässig ist. 
= successio 13 (2019) 56 (Lorenz Baumann: Verzicht auf Herabsetzung einer Vor-/Nacherbschaft als [herabsetzbare] lebzeitige Vermögensentäusserung - BGer 5A_267/2016, mit ergänzenden Hinweisen auf BGer 5A_894/2017).
= njus.ch Erbrecht Entwicklungen 2018, 64

Schweizerisches Bundesgericht 6B 1091/2017 vom 15.08.2018
Strafrechtliche Abteilung - Strafprozess - Einziehung (mehrfacher Mord), Erbunwürdigkeit
Nach der Rechtsprechung sind Vermögenswerte nicht einziehbar, die aus einem objektiv legalen Rechtsgeschäft stammen, welches nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Straftat steht, auch wenn eine Straftat dieses erleichtert haben mag; in casu erlangte der Beschwerdegegner die Vermögenswerte nicht durch die Tötungsdelikte, da diese seine Erbunwürdigkeit zur Folge hätten, sondern aufgrund eines von der Straftat unabhängigen, gültigen Rechtsgeschäfts mit den Privatklägern, was für die vorliegende Beurteilung entscheidend ist; Abweisung, soweit darauf eingetreten wird.
= BGE 144 IV 285
Art. 70 Abs. 1 StGB, Art. 540 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB
Mehrfacher Mord; Erbunwürdigkeit; Gültigkeit von Zuwendungen der Erben an die erbunwürdige Person; Voraussetzungen für die Vermögenseinziehung

Inhalt und Rechtsnatur der Bestimmung über die Erbunwürdigkeit von Art. 540 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB. Nicht nach Art. 70 Abs. 1 StGB einziehbar sind Vermögenswerte, die aus einem objektiv legalen Rechtsgeschäft stammen (Bestätigung der Rechtsprechung). Die beurteilte Vereinbarung, wonach der Täter auf eine Erbenstellung verzichtet und im Gegenzug dazu von den Erben eine Immobilie sowie einen Geldbetrag aus dem Nachlass seiner getöteten Eltern erhält, ist gültig. Die Vermögenswerte, welche dem Täter aus diesem Rechtsgeschäft zustehen, unterliegen nicht der Einziehung (E. 2). 
Art. 70 al. 1 CP, art. 540 al. 1 ch. 1 CC
Multiples assassinats; indignité; validité des prestations des héritiers à la personne indigne de succéder; conditions pour la confiscation de valeurs patrimoniales

Contenu et nature juridique de la disposition sur l'indignité prévue par l'art. 540 al. 1 ch. 1 CC. Ne sont pas des valeurs patrimoniales confiscables au sens de l'art. 70 al. 1 CP celles qui proviennent d'un acte juridique objectivement légal (confirmation de la jurisprudence). L'accord en question, par lequel l'auteur des homicides renonce à son statut d'héritier, en contrepartie de quoi il reçoit des héritiers un immeuble et de l'argent provenant de la succession de ses parents tués, est valable. Les valeurs patrimoniales, que l'auteur reçoit du fait de cet accord, ne peuvent être confisquées (consid. 2). 
Art. 70 cpv. 1 CP, art. 540 cpv. 1 n. 1 CC
Assassinio ripetuto; indegnità; validità delle prestazioni fornite dagli eredi alla persona indegna; condizioni per la confisca di valori patrimoniali. 

Contenuto e natura giuridica della norma sull'indegnità di cui all'art. 540 cpv. 1 n. 1 CC. I valori patrimoniali provenienti da un negozio giuridico oggettivamente legale non sono confiscabili sulla base dell'art. 70 cpv. 1 CP (conferma della giurisprudenza). È valida la convenzione con cui l'autore degli assassinii rinuncia alla sua qualità di erede e riceve in cambio dagli eredi un immobile e una somma di denaro della successione dei suoi genitori uccisi. I valori patrimoniali che spettano all'autore in virtù di questo accordo giuridico non soggiacciono alla confisca (consid. 2).
= forum poenale 2019, 234 (Anmerkungen von Thomas Fingerhuth)
= JdT 167 (2019) IV 3
Art. 70 al. 1er CP; art. 540 al. 1er ch. 1 CC
Multiples assassinats. Indigité. Validité des prestations des héritiers à la personne indigne de succéder. Conditions pour la confiscation de valeurs patrimoniales.

Contenu et nature juridique de la disposition sur l’indignité prévue par l’art. 540 al. 1er ch. 1 CC. Ne sont pas des valeurs patrimoniales confiscables au sens de l’art. 70 al. 1er CP celles qui proviennent d’un acte juridique objectivement légal (confirmation de la jurisprudence). L’accord en question, par lequel l’auteur des homicides renonce à son statut d’héritier, en contrepartie de quoi il reçoit des héritiers un immeuble et de l’argent provenant de la succession de ses parents tués, est valable. Les valeurs patrimoniales, que l’auteur reçoit du fait de cet accord, ne peuvent être confisquées (c. 2).
= Jusletter vom 03.09.2018
= not@lex 13 (2020) 72 
(Anmerkungen von Denis Piotet/Bastien Verret/Maya Kiepe)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 627/2018 vom 03.08.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbteilung 
Ohne zulässige Rechtsbegehren, welche unmittelbar umsetzbar sind, wird auf die Beschwerde nicht eingetreten (E. 3).
Die Revision eines erstinstanzlichen Urteils ist am Gericht, welches in der Sache entschieden hat, anhängig zu machen (E. 4).

Tribunal Fédéral 5A_99/2018 du 02.08.2018
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - décision incidente constatant l'échec de l'accord transactionnel (action en partage successoral)
Le caractère "international" du litige s'avère donc dépourvu d'incidence sur la durée et le coût de la procédure probatoire prévue à l'article 91 al. 1 let. b LTF du procès pendant en Suisse.
Erbteilungsklage
Der "internationale" Charakter des Streits ist für die Dauer und die Kosten des Beweisverfahrens im Rahmen von Art. 91 Abs. 1 lit. b BGG während des Prozesses in der Schweiz irrelevant (E. 1.2.2). 

Schweizerisches Bundesgericht 9C_446/2017 vom 20.07.2018
II. sozialrechtliche Abteilung - Krankenversicherung - Krankenversicherung (Restfinanzierung der Pflegekosten)
= BGE 144 V 280
= successio 13 (2019) 270 (Anmerkungen von Tarkan Göksu)
Parteientschädigung für den Willensvollstrecker (E. 8)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 589/2018 vom 18.07.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Bestellung einer Vertretung im Erbteilungsverfahren 
Wenn eine Beschwerde offensichtlich nicht hinreichend begründet ist, wird darauf nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht eingetreten.

Schweizerisches Bundesgericht 5A 791/2017 vom 17.07.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Öffentliches Inventar
Das öffentliche Inventar dient der Information der Erben über die Aktiven und Passiven der Erbschaft und räumt den Erben in der Form des Instituts der Annahme der Erbschaft unter öffentlichem Inventar die Möglichkeit ein, die Schuldenhaftung zu beschränken. Es hat keinen konstitutiven Charakter. Da der Inhalt und der materielle Bestand Teil eines zivilrechtlichen Verfahrens sind, kommt den Erben nur ein einmaliges Einsichts- und Äusserungsrecht zu (E. 2.4).
= BGE 144 III 313
Art. 580 ff. ZGB
Öffentliches Inventar; einmalige Einsichts- und Äusserungsmöglichkeit im Verfahren auf Aufnahme des Inventars; Kognition der zuständigen Behörde

Art. 584 Abs. 1 ZGB sieht nach seinem Wortlaut im Verfahren auf Aufnahme eines öffentlichen Inventars nur eine einmalige Auflage des Inventars zur Einsichtnahme und Äusserung vor. Hiervon abzuweichen besteht mit Blick auf die (beschränkte) Funktion des öffentlichen Inventars und das Interesse der Gläubiger an der Vermeidung von Verzögerungen kein Anlass. Den Erben sind nachträgliche Änderungen aber anzuzeigen (E. 2.1, 2.3 und 2.4). Es ist nicht im Rahmen der Inventaraufnahme, sondern im Zivilprozess über Bestand und Inhalt der Aktiven und Passiven der Erbschaft zu befinden (E. 3). 
Art. 580 ss CC
bénéfice d'inventaire; le droit de consulter l'inventaire officiel et de se déterminer dans la procédure du bénéfice d'inventaire peut être exercé à une seule reprise; cognition de l'autorité compétente

Aux termes de l'art. 584 al. 1 CC, le droit de se déterminer dans le cadre de la procédure du bénéfice d'inventaire et de consulter l'inventaire officiel n'est prévu que dans le cadre d'un seul dépôt. Au regard de la fonction (limitée) de l'inventaire officiel et de l'intérêt des créanciers à éviter des retards, il n'y a pas lieu de s'écarter de cette règle. Les modifications subséquentes doivent toutefois être portées à la connaissance des héritiers (consid. 2.1, 2.3 et 2.4). Ce n'est pas dans le cadre de la prise d'inventaire mais dans celui de la procédure civile qu'il y a lieu de statuer sur l'existence et la composition des actifs et passifs de la succession (consid. 3). 
Art. 580 segg. CC
Beneficio d'inventario; possibilità unica di consultazione e di presa di posizione nella procedura di beneficio d'inventario; cognizione dell'autorità competente

Nella procedura di beneficio d'inventario è prevista, conformemente al tenore dell'art. 584 cpv. 1 CC, soltanto un'unica messa a disposizione dell'inventario per consultazione e presa di posizione. Considerati la (limitata) funzione del beneficio d'inventario e l'interesse dei creditori ad evitare ritardi, non vi è ragione per scostarsi dal tenore della legge. Modifiche successive vanno tuttavia comunicate agli eredi (consid. 2.1, 2.3 e 2.4). Non è nell'ambito della compilazione dell'inventario, bensì in un processo civile che si statuisce sull'esistenza e sulla composizione degli attivi e dei passivi della successione (consid. 3).
= AJP 28 (2019) 958 (Anmerkungen von Lorena Bur/Martina Bosshardt/Stephanie Hrubesch-Millauer)
= BN 79 (2018) 341 (Anmerkungen von Roland Pfäffli)
= dRSK vom 11.09.2018 (Sabine Herzog: Öffentliches Inventar - einmalige Einsichts- und Aussonderungsmöglichkeit der Erben / Streit um Inhalt und Bestand von Aktiven und Passiven ist im Zivilprozess zu führen)
= dRSK vom 21.11.2018 (Stefan Birrer: Öffentliches Inventar - einmalige Auflage und Deliberationsfrist)
Ein Streit um Inhalt und Bestand der Aktiven und Passiven einer Erbschaft ist in einem Zivilprozess zu führen, nicht im Rahmen der Aufnahme eines öffentlichen Inventars, welches keine umfassende und inhaltlich bereinigte Zusammenstellung der Aktiven und Passiven enthält. Aufgrund dieses beschränkten Zwecks ist den Erben gemäss Bundesgericht nur eine einmalige Einsichts- und Äusserungsmöglichkeit über die Annahme der Erbschaft einzuräumen, auch wenn sie das Inventar hernach inhaltlich beanstanden.
= ius.focus 10/2018, 3 (Anmerkungen von Tugce Fildir)
Art. 584 Abs. 1 ZGB sieht nur eine einmalige Auflage des Inventars zur Einsichtnahme vor. Ein Nachtrag ist nicht aufzulegen.
= JdT 166 (2018) II 366
Art. 581 al. 1er, 582 al. 1 et 3, 583 al. 1er, 584 al. 1er et 587 CCS
Droit des successions. Bénéfice d’inventaire. Délai pour prendre parti

Clôture de l’inventaire et communication aux héritiers le 28 février. Modifications. Nouvelle communication aux héritiers avec les compléments le 3 juillet. Demande des héritiers d’apporter d’autres modifications après vérification. Refus de l’autorité. Recours des héritiers à la Cour suprême de Berne, rejeté. Recours en matière civile et recours constitutionnel subsidiaire des héritiers au TF, rejetés.
Etant donné le but restreint du bénéfice d’inventaire, il n’apparaît guère nécessaire d’accorder aux héritiers plus d’une possibilité de consulter l’inventaire, voire de se prononcer à son sujet. Une possibilité renouvelée de s’exprimer à ce sujet conduirait en outre à une prolongation du temps nécessaire à dresser l’inventaire ce qui serait en opposition avec l’intérêt des créanciers à ce que la décision relative à l’acceptation ou au refus de la succession ne soit pas trop retardée (c. 2.4).
L’inventaire officiel contient simplement une information au sujet des actifs et des passifs de la succession et non pas une présentation complète et certifiée de ceux-ci. En conséquence, ce n’est pas au moment de la prise en compte dans l’inventaire mais à l’occasion d’un procès civil que l’on pourra décider si une créance a été annoncée à temps ou si l’effet forclusif (art. 590 CC) s’est produit (c. 3.2).
= njus.ch Erbrecht Entwicklungen 2018, 32
= not@lex 12 (2019) 80 (Anmerkungen von Denis Piotet/Bastien Verrey/Maya Kiepe)
= Pra. 107 (2018) Heft 10, Hinweise VIII
Art. 584 Abs. 1 ZGB sieht vor, dass das Inventar nur einmalig zu Einsichtnahme durch die Beteiligten aufgelegt wird. Mit dem öffentlichen Inventar sollen die Erben einzig über die Aktiven und Passiven der Erbschaft informiert werden, damit sie in Form des Instituts der Annahme der Erbschaft unter öffentlichem Inventar die Möglichkeit der Beschränkung der Schuldenhaftung haben. Materiell ist über die Aktiven und Passiven im Rahmen eines Zivilprozesses zu entscheiden. Auch gestützt auf das rechtliche Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV besteht kein Anlass, vom Wortlaut des Gesetzes abzuweichen und den Erben mehr als eine Einsichts- und Äusserungsmöglichkeit zu verschaffen. Ein allfälliger Nachtrag ist nicht aufzulegen, aber allfällige nachträgliche Berichtigungen von Aktiven und Passiven sind ihnen anzuzeigen. Abweichung der Beschwerde in Zivilsachen; Auferlegung der Gerichtskosten an die Beschwerdeführer; keine Zusprechung von Parteientschädigungen (Art. 584 Abs. 1 ZGB Art. 29 Abs. 2 BV).
= successio 13 (2019) 271 (Anmerkungen von Tarkan Göksu)
Einsichts- und Äusserungsrecht
= successio 14 (2020) 293 (Anmerkungen von Michael Nonn)
​​​​​​​Keine zweite Auflage des öffentlichen Inventars
= ZBJV 155 (2019) 280 (Anmerkungen von Stephan Wolf/Cédric Berger)
Öffentliches Inventar; einmalige Einsichts- und Äusserungsmöglichkeit im Verfahren auf Aufnahme des Inventars; Kognition der zuständigen Behörde. Art. 584 Abs. 1 ZGB sieht nach seinem Wortlaut im Verfahren auf Aufnahme eines öffentlichen Inventars nur eine einmalige Auflage des Inventars zur Einsichtnahme und Äusserung vor. Hiervon abzuweichen besteht mit Blick auf die (beschränkte) Funktion des öffentlichen Inventars und das Interesse der Gläubiger an der Vermeidung von Verzögerungen kein Anlass. Den Erben sind nachträgliche Änderungen aber anzuzeigen. Es ist nicht im Rahmen der Inventaraufnahme, sondern im Zivilprozess über Bestand und Inhalt der Aktiven und Passiven der Erbschaft zu befinden (Art. 580 ff. ZGB).
Vorinstanz: Obergericht Bern ZK 17 393 vom 31.08.2017

Schweizerisches Bundesgericht 5A 237/2018 vom 03.07.2018 
II. zivilrechtliche Abteilung - Sachenrecht - Grundbucheintragung
Die Erben eines verstorbenen Gesellschafters haben keinen Anspruch auf Eintrag ins Grundbuch, nachdem der überlebende Gesellschafter sich aufgrund einer Vereinbarung im Gesellschaftsvertrag ins Grundbuch eintragen liess.
= BN 79 (2018) 335 (Anmerkungen von Roland Pfäffli)
= ius.focus 9/2018, 3 (Anmerkungen von Luca Sprecher)
Für die inhaltliche Berichtigung des Grundbucheintrags steht nicht die Beschwerde nach Art. 956a ZGB, sondern einzig die Grundbuchberichtigungsklage nach Art. 975 ZGB zur Verfügung.
= Pra. 107 (2018) Nr. 143
Art. 530 ff. OR; Art. 559, 956a, 975 ZGB; Art. 65 Abs. 1 lit. a GBV
Einfache Gesellschaft; Erbgang; Grundbuchbeschwerde; Grundbuchberichtigung
Beim Tod eines einfachen Gesellschafters geht das Gesellschaftsrecht dem AnkerErbrecht vor. Ein im Grundbuch vollzogener Eintrag kann nicht mit einer Grundbuchbeschwerde angefochten werden, sondern nur mit einer Grundbuchberichtigungsklage

Schweizerisches Bundesgericht 5A 542/2018 vom 03.07.2018 
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Unentgeltliche Rechtspflege (erbrechtliche Klage) 
Beschwerdeobjekt vor Bundesgericht ist der letztinstanzliche kantonale Entscheid und nicht jener der ersten Instanz (E. 3).

Schweizerisches Bundesgericht 5A 423/2018 vom 03.07.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Einsprache gegen die Ausstellung eines Erbscheins 
Bei Rückzug der Beschwerde, wird diese im Verfahren nach Art. 32 Abs. 2 BGG abgeschrieben.

Tribunal Fédéral 2C_225/2018 du 28.06.2018
IIe Cour de droit public - Finances publiques & droit fiscal - Impôt sur les successions et donations; taxation d'office
L'exécuteur testamentaire et le représentant des héritiers sont tous deux des personnes aptes à payer les droits de succession selon l'art. 147 LFLP (consid. 5. 1).
La décision selon laquelle la transmission d'une décision de taxation au représentant des héritiers est correcte n'est pas arbitraire. Sachant qu'il doit gérer et préserver les actifs de la succession jusqu'à son partage, il est tout à fait soutenable de considérer le paiement d'une dette fiscale dans le cadre de son mandat. (consid. 5.3).
La décision d'imposer la totalité de l'héritage au taux le plus bas pourrait être arbitraire, du fait que les héritiers devraient être désignés individuellement. Toutefois, comme aucun des héritiers ne peut s'attendre à un taux plus bas, il n'est pas répondu à la question, car la décision prise ne peut être réformée au détriment des récourants (consid. 6.5).
Sowohl der Willensvollstrecker, als auch der Erbenvertreter sind nach Art 147 StG/VS geeignete Personen, um die Erbschaftssteuer zu entrichten (E. 5.1).
Der Entscheid, dass die Zustellung eines Steuerentscheids an den Erbenvertreter richtig ist, ist nicht willkürlich. Da dieser das Vermögen des Nachlasses bis zur Teilung verwalten und erhalten muss, ist es völlig nachhaltig, die Zahlung einer Steuerschuld als Teil seines Auftrags zu betrachten (E. 5.3).
Die Entscheidung, dass die ganze Erbschaft mit dem Minimalzinssatz besteuert wird, könnte zwar willkürlich sein, da die Erben einzeln bestimmt werden müssten. Da jedoch keiner der Erben einen tieferen Zinssatz erwarten kann, wird auf eine Beantwortung der Frage verzichtet, da die getroffene Entscheidung nicht zum Nachteil der Beschwerdeführer reformiert werden kann (E.6.5).
= JdT 167 (2019) II 240
Art. 560 CC; art. 12 al. 1er, 31 al. 1er et 40 LIFD
Droit fiscal. Activité indépendante. Taxation sur un revenu nul en raison des pertes subies dans cette activité. Décès. Reprise et poursuite de l’activité et des comptes commerciaux par le fils héritier qui fait valoir en déduction de ses revenus les pertes subies par son père. Refus de l’administration fiscale. Recours au Tribunal administratif de 1re instance, rejeté. Recours à la Cour de justice de la République et canton de Genève, rejeté. Recours en matière de droit public au TF, rejeté. 

Les pertes sont en principe liées à la personne du contribuable exerçant une activité indépendante et non pas à son entreprise. Les héritiers d’un contribuable ayant exercé une telle activité ne peuvent par conséquent pas bénéficier du report des pertes subies par ce contribuable même s’ils continuent l’activité indépendante. Les dispositions sur le report de pertes ne doivent pas être interprétées de manière trop large, dès lors qu’elles vont à l’encontre du principe de périodicité ancré dans la loi (c. 4 à 4.5).
Les références aux dispositions de droit civil (art. 560 CC) ne sont pas pertinentes (c. 5.2).
= successio 13 (2019) 42 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Tribunale Federale 2C_294/2018 del 26.06.2018
II Corte di diritto pubblico - Finanze pubbliche & diritto tributario - Imposta di donazione
Una cessione tra sorelle di una quota di CHF 20'000 di una Sagl, pari all’intero capitale della società, quando il valore fiscale della società è stato stimato a CHF 159'200, è da considerare come contratto di natura mista. L’animus donandi può in un tale caso essere presunto, data la grande differenza tra il prezzo pattuito per la cessione e il valore delle quote, per altro anche considerando il rapporto di parentela tra le contraenti. Di conseguenza una tale cessione sottostà all’imposta di donazione ticinese (consid. 3.3). 
Quando le ulteriori condizioni sono date (attribuzione di un bene, arricchimento dal patrimonio di un terzo e [per lo meno parziale] gratuità), la presunzione dell' animus donandi in presenza di un negozio tra persone vicine regge anch'essa a una critica d'arbitrio (consid. 4.3).
Die Abtretung eines Anteils einer GmbH im Umfang von CHF 20'000 zwischen zwei Schwestern, welcher dem gesamten Gesellschaftskapital entspricht, ist als gemischter Vertrag zu betrachten, wenn der Steuerwert der Gesellschaft auf CHF 159'200 geschätzt wurde. Der animus donandi kann in einem solchen Fall angesichts der beträchtlichen Differenz zwischen dem für die Abtretung vereinbarten Preis und dem Wert der Anteile, sowie unter Berücksichtigung des Verwandtschaftsverhältnisses zwischen den Vertragsparteien, vermutet werden. Eine solche Abtretung unterliegt der Tessiner Schenkungssteuer (E. 3.3).
Wenn die weiteren Bedingungen gegeben sind (Zuteilung eines Gutes, Bereicherung aus dem Vermögen eines Dritten und [zumindest teilweise] Unentgeltlichkeit), hält die Vermutung des animus donandi auch bei einem Geschäft zwischen Nahestehenden einer Rüge der Willkür stand (E. 4.3).
= successio 13 (2019) 279 (Anmerkungen von Andrea Opel)
Gemischte Schenkung (Kanton Tessin)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 810/2016 vom 25.06.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Beschwerde über den Erbenvertreter
Ist die Beschwerdeführerin aus der Erbengemeinschaft ausgetreten, besteht weder ein aktuelles und praktisches, noch ein virtuelles Interesse an der Beurteilung der Beschwerde (E. 1).
= njus.ch Erbrecht Entwicklungen 2018, 32

Schweizerisches Bundesgericht 5F 6/2018 vom 20.06.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Revision (Gültigkeit eines Testaments)
Revision des Urteils 5A_322/2018 vom 19. April 2018.
Liegt keiner der in den Art. 121 ff. BGG abschliessend aufgeführten Revisionsgründe vor, wird auf die Revision nicht eingetreten (E. 5). 

Schweizerisches Bundesgericht 5A 508/2018 vom 19.06.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbteilung 
Erweist sich die Beschwerde als offensichtlich nicht hinreichend begründet, wird im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG darauf nicht eingetreten (E. 3).

Tribunal Fédéral 5A_349/2018 du 18.06.2018
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - répudiation d'une succession, liquidation par voie de faillite
Si le recours est manifestement mal fondé, il doit être rejeté selon la procédure simplifiée prévue à l'art. 109 al. 2 let. a et al. 3 LTF.
Ist die Beschwerde unbegründet, wird sie nach dem vereinfachten Verfahren nach Art. 109 Abs. 2 lit. a und e BGG abgewiesen.
= dRSK vom 26.04.2019 (Sandra Spirig: Übergang des Erbanspruchs auf den Ersatzerben bei der Ausschlagung)
etzt ein Erblasser den Ersatzerben lediglich für den Fall des Vorversterbens, nicht aber für den Fall der Ausschlagung des Alleinerbens ein, so kommt die Erbschaft bei einer Ausschlagung des Alleinerbens mangels i) eines anderen Willens des Erblassers und ii) weiterer erstberufener gesetzlicher Erben der gleichen Parentel zur konkursamtlichen Liquidation, selbst wenn sie nicht überschuldet ist.
= njus.ch Erbrecht Entwicklungen 2018, 31
= successio 12 (2018) 320 
(Denis Piotet, Quel est le sort de la succession répudiée par l'unique héritier insitué qui se trouve être aussi l'héritier légal unique?)
= successio 13 (2019) 269 (Anmerkungen von Tarkan Göksu)
Beschwerdelegitimation bei konkursamtlicher Liquidation nach Ausschlagung
= successio 14 (2020) 27 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Tribunal Fédéral 5A 82/2018 du 15.06.2018
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - assistance judiciaire
Les décisions relatives au taux horaire et aux heures de travail d'un défenseur d’office ne sont reconsidérées qu'avec retenue. Il faut que la décision soit arbitraire dans son résultat. Si cela ne peut être démontré, la plainte sera rejetée.Entscheidungen über den Stundenansatz und die geleistete Arbeitszeit bei einem nach kantonalem Recht beigezogenen Anwalt werden nur mit Zurückhaltung überprüft. Insbesondere nur, wenn diese Entscheidung willkürlich ist. Kann dies nicht substantiiert nachgewiesen werden, wird die Beschwerde abgewiesen.
= successio 13 (2019) 276 (Anmerkungen von Tarkan Göksu)
Unentgeltliche Rechtspflege bei Erbteilungsklage

Schweizerisches Bundesgericht 5A 856/2016 und 5A_865/2016 vom 13.06.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Personenrecht - Stiftungsaufsicht (Bestellung des Stiftungsrats / Änderung der Stiftungsorganisation)
=BGE 144 III 264
Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG; Art. 83 und Art. 84 ZGB; Art. 16 ZGB
Stiftungsaufsicht; Stifterrechte

Entscheide betreffend Stiftungsaufsicht sind vermögensrechtlicher Natur und unterliegen nur dann der Beschwerde in Zivilsachen, wenn der Streitwert mindestens Fr. 30'000.- beträgt (E. 1.3).
Die Stiftungsurkunde kann vorsehen, dass der Stifter oder im Falle seiner Verhinderung seine Nachkommen die Mitglieder des Stiftungsrats ernennen (E. 2).
Beweismass und Beweislast für die Feststellung einer Urteilsunfähigkeit, die den Stifter an der Ausübung seines Ernennungsrechts hindert (E. 5 und 6).
Art. 74 al. 1 let. b LTF; art. 83 et art. 84 CC; art. 16 CC
Surveillance des fondations; droits du fondateur

Les décisions concernant la surveillance des fondations sont de nature pécuniaire et ne peuvent faire l'objet d'un recours en matière civile que lorsque la valeur litigieuse atteint au moins 30'000 fr. (consid. 1.3).
L'acte de fondation peut prévoir que le fondateur ou en cas d'empêchement ses descendants nomment les membres du conseil de fondation (consid. 2).
Degré et fardeau de la preuve de la constatation d'une incapacité de discernement qui empêche le fondateur d'exercer son droit de nomination (consid. 5 et 6).
Art. 74 cpv. 1 lett. b LTF; art. 83 e art. 84 CC; art. 16 CC
Vigilanza sulle fondazioni; diritti del fondatore.

Le decisioni concernenti la vigilanza sulle fondazioni sono di natura pecuniaria e possono quindi essere oggetto di un ricorso in materia civile soltanto se il valore litigioso ammonta almeno a fr. 30'000.- (consid. 1.3).
L'atto di fondazione può prevedere che il fondatore o, in caso di suo impedimento, i suoi discendenti nominino i membri del consiglio di fondazione (consid. 2).
Grado e onere della prova dell'accertamento di un'incapacità di discernimento che impedisce al fondatore di esercitare il suo diritto di nomina (consid. 5 e 6).
= ius.focus 7/2018, 7 (Anmerkungen von Christina R. Kämpf)
Ob die Bestimmungen einer Stiftungsurkunde über die Organisation der Stiftung zu ädern sind, entscheidet letztlich die zuständige Behörde und nicht das oberste Stiftungsorgan
= njus.ch Verein Stiftung Trust Entwicklungen 2018, 39
Die im anzuzeigenden Fall aufgefundenen Tagebucheinträge des Stifters sind als Audruck eines (nachträglichen) Stifterwillens nicht geeignet, die Urteilsfähigkeit des Stifters oder die Notwendigkeit einer Änderung der Stiftungsurkunde zu beweisen. Eine Regelung in der Stiftungsurkunde, die vorsieht, dass der Stifter oder an seiner Stelle dessen Nachkommen die Mitglieder des Stiftungsrates ernennen, ist zulässig; die so ernannten Stiftungsräte müssen jedoch objektiv geeignet sein, dafür zu sorgen, dass das Stiftungsvermögen seinen Zwecken gemäss verwendet wird.
= successio 13 (2019) 121 (Anmerkungen von Harold Grüninger)
= ZBJV 155 (2019) 266 (Anmerkungen von Regina E. Aebi-Müller)
Entscheide betreffend Stiftungsaufsicht sind vermögensrechtlicher Natur, Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG. Ernennungsrecht des Stifters, Art. 84 ZGB. Urteilsfähigkeit und Beweismass, Art. 16 ZGB.
Weiter vgl. zu diesem Fall BGer. 5A_719/2017 und 5A_734/2017 vom 22.03.2018

Tribunal Fédéral 6B 1188/2017 du 05.06.2018
Cour de droit pénal - Procédure pénale - Ordonnance de classement (dénonciation calomnieuse, tentative de contrainte) 
Un remboursement des "frais de défense" de CHF 23'500 ne peut pas être obtenu avec le recours en matière pénale, car les frais ne constituent pas des prétentions civiles au sens de l'art. 81 al. 1 let. b ch. 5 LTF (consid. 1.2).
Même si l'administrateur public est désigné par une autorité, il exerce une fonction privée, de sorte que sa responsabilité doit être régie par les art. 41 ss. et art. 398 ss., ces frais sont du champ de l'art. 81 al. 1 let. b ch. 5 LTF (consid. 1.3).
En tant qu'administrateur officiel, la mission est de conserver la substance de la succession dans l'intérêt de tous les successeurs et créanciers. Dans ce cadre, ce dernier a le droit de comparaître devant un tribunal (en tant que demandeur ou défendeur) et de faire valoir ses droits et autres droits sur l'héritage par voie d'exécution (consid.3.3).
Versuchte Nötigung, Verleumdung
Eine Erstattung der "Verteidigungskosten" von 23'500 Franken kann nicht mit der Beschwerde in Strafsachen erstritten werden, da die Kosten keine zivilrechtlichen Ansprüche im Sinne des Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG darstellen (E. 1.2).
Auch wenn der öffentliche Verwalter von einer Behörde bestellt wird, übt er eine private Funktion aus, so dass seine Haftung durch die Art. 41 ff. und 398 ff. OR geregelt sein muss. Diese Kosten liegen im Anwendungsbereich von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG (E. 1.3).
Als amtlicher Verwalter besteht die Aufgabe darin, die Substanz der Erbmasse im Interesse aller Erben und Gläubiger zu erhalten. In diesem Zusammenhang hat dieser das Recht, vor Gericht (als Kläger oder Beklagter) aufzutreten und mittels Zwangsvollstreckung Ansprüche und andere Rechte für die Erbschaft geltend zu machen (E. 3.3).

Tribunal Fédéral 5A 356/2018 du 31.05.2018
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - partage successoral (vente aux enchères publiques) 
Si le recours ne satisfait pas aux exigences minimales de l'art. 42 al. 2 et 106 al. 2 LTF, il est déclaré irrecevable (consid. 2).
Entspricht die Beschwerde nicht den Mindestanforderungen von Art. 42 Abs. 2 und 106 Abs. 2 BGG ist sie für unzulässig zu erklären (E. 2).


Bundesstrafgericht BB.2017.206 vom 30.05.2018
= TPF 2018, 88
Art. 115 Abs. 1 StPO
Vermögensdelikte zum Nachteil eines Trusts; geschädigte Person

Allgemeines zur Frage, wem im Falle von Vermögensstraftaten zum Nachteil eines Trusts die Rolle der geschädigten Person und damit der Privatklägerschaft zusteht (E. 3).
Bei Veruntreuung von bzw. ungetreuer Geschäftsbesorgung bezüglich Trustvermögen durch den Trustee selber oder unter seiner Beteiligung als Teilnehmer wird das Vermögen des beneficiary unmittelbar geschädigt. Letzterem steht in einem solchen Fall die Rolle der geschädigten Person im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO zu (E. 3.4­-3.7).

Art. 115 al. 1 CPP
Délits contre le patrimoine au préjudice d'un trust; lésé

Considérations générales sur la question de savoir qui revêt la qualité de lésé, et, partant, de partie plaignante, en cas d'infractions contre le patrimoine commises au préjudice d'un trust (consid. 3).
En cas d'abus de confiance respectivement de gestion déloyale, en relation avec le patrimoine d'un trust,commis par le trustee lui-même ou avec la participation de celui-ci, le patrimoine du beneficiary est directement lésé. Ce dernier est alors lésé au sens de l'art. 115 al. 1 CPP (consid.
3.4­-3.7).
Art. 115 cpv. 1 CPP
Reati patrimoniali a danno di un trust; persona danneggiata

Considerazioni generali sulla titolarità della posizione di danneggiato e quindi di accusatore privato nel caso di reati patrimoniali a danno di un trust (consid. 3). Nel caso di appropriazione indebita risp. di amministrazione infedele in relazione al patrimonio di un trust da parte dello stesso trustee o con la sua partecipazione viene direttamente danneggiato il patrimonio del beneficiary. Quest'ultimo è in tal caso danneggiato ai sensi dell'art. 115 cpv. 1 CPP (consid.
3.4­3.7).
= njus.ch Verein Stiftung Trust Entwicklungen 2018, 87
Im Falle von Straftaten des Trustees gegenüber dem Trustvermögen gilt der Beneficiary als geschädigte Person und ist somit zur Privatklage zugelassen.

Tribunale Federale 5A 402/2018 del 15.05.2018
II Corte di diritto civile - Diritto successorio - anticipo spese (divisione ereditaria) 
L'atto ricorsuale al Tribunale federale deve contenere le conclusioni ed i motivi (art. 42 cpv. 1 LTF). Nei motivi il ricorrente deve spiegare, confrontandosi con i considerandi della sentenza impugnata, perché quest'ultima leda il diritto (art. 42 cpv. 2 LTF). Dopo lo scadere del termine di ricorso non è permesso completare la motivazione (consid.
3).
Die Beschwerde ans Bundesgericht muss ein Rechtsbegehren und eine Begründung enthalten (Art. 42 Abs. 1 BGG). In der Begründung muss der Beschwerdeführer darlegen, dass er sich mit den Erwägungen des angefochtenen Urteils auseinandersetzt und weshalb der Entscheid Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG). Nach Ablauf der Beschwerdefrist ist es nicht mehr erlaubt, die Begründung zu ergänzen (E. 3).

Schweizerisches Bundesgericht 5A 623/2017 vom 14.05.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Familienrecht - Grundsatz der Einheit des Scheidungsurteils (Teilentscheid im Scheidungspunkt), unter anderem zur Ermöglichung der Nachfolgeplanung)
= BGE 144 III 298
Art. 283 Abs. 1 ZPO
Scheidungsverfahren; Einheit des Entscheids; Teilentscheid im Scheidungspunkt

Der Grundsatz, wonach das Gericht im Entscheid über die Ehescheidung auch über deren Folgen befindet, schliesst einen Teilentscheid im Scheidungspunkt nicht aus, wenn die Ehegatten einem Teilentscheid im Scheidungspunkt zustimmen oder wenn das Interesse des einen Ehegatten an einem Teilentscheid im Scheidungspunkt das Interesse des anderen Ehegatten an einem gleichzeitigen Entscheid von Scheidung und Scheidungsfolgen überwiegt (E. 5-8).

Art. 283 al. 1 CPC
Procédure de divorce; unité du jugement de divorce; décision partielle limitée au principe du divorce.

Le principe de l'unité du jugement de divorce selon lequel le tribunal prononce le divorce et règle également les effets de celui-ci dans sa décision, n'exclut pas une décision partielle limitée au principe du divorce, lorsque les deux époux consentent à une telle décision ou lorsque l'intérêt de l'un des époux à obtenir une décision partielle limitée au principe du divorce est supérieur à l'intérêt de l'autre conjoint à obtenir une décision unique réglant tant le principe du divorce que les effets de celui-ci (consid. 5-8).
Art. 283 cpv. 1 CPC
Procedura di divorzio; unità della decisione; decisione parziale sul principio del divorzio.

La regola secondo cui nella decisione di divorzio il giudice pronuncia anche sulle sue conseguenze non esclude una decisione parziale sul solo principio del divorzio, se i coniugi vi acconsentono o se l'interesse di un coniuge ad ottenere una decisione parziale sul principio del divorzio è superiore all'interesse dell'altro coniuge ad ottenere un giudizio simultaneo sul principio del divorzio e sulle sue conseguenze (consid.
5-8). 

Tribunal Fédéral 5A 653/2017 du 03.05.2018
IIe Cour de droit civil - Droit des poursuites et faillites - validité de la poursuite, représentation de l'hoirie en cas d'urgence
La poursuite exercée par une communauté héréditaire doit, sous peine de nullité, être intentée au nom de tous les membres de celle-ci désignés individuellement (consid. 3.1.1).
S’il s'agit d'exercer les droits de la communauté héréditaire issus de contrats de bail à loyer conclus entre le défunt, d'une part, et l'un des héritiers et le conjoint de celui-ci (à savoir un tiers non membre de la communauté), d'autre part, il ne se justifie nullement de déroger au principe de l'unanimité (consid. 3.2.2).
Selon la jurisprudence, il y a toutefois exception au principe de l'indivision dans les cas urgents, où l'intérêt d'une communauté héréditaire exige une action rapide. Chaque héritier est alors habilité à agir comme représentant de cette communauté, en vertu de pouvoirs légaux qui lui sont alors conférés. L'urgence doit être admise lorsque le consentement de l'ensemble des héritiers ne peut pas être recueilli en temps utile ou lorsque la nomination d'un représentant de la communauté héréditaire ne paraît pas pouvoir être obtenue à temps. Tel est notamment le cas lorsqu'un délai de péremption ou de prescription est sur le point d'échoir (consid.
3.3.1).
Vertretung der Erbengemeinschaft
Die Klage einer Erbgemeinschaft ist unter Androhung der Nichtigkeit im Namen aller einzeln bezeichneten Mitglieder der Gemeinschaft zu erheben (E. 3.1.1).
Geht es darum, die Rechte der Erbengemeinschaft aus Mietverträgen zwischen einem Verstorbenen einerseits und einem der Erben und dessen Ehepartner (d.h. einem Dritten, der nicht Mitglied der Gemeinschaft ist) andererseits auszuüben, ist es in einer solchen Situation nicht gerechtfertigt, vom Einstimmigkeitsprinzip abzuweichen (E. 3.2.2).
Nach der Rechtsprechung besteht jedoch die Ausnahme vom Grundsatz des gemeinsamen Handelns in dringenden Fällen, in denen das Interesse einer Erbengemeinschaft ein rasches Handeln erfordert. Jeder Erbe ist dann berechtigt, aufgrund der ihm übertragenen gesetzlichen Befugnisse als Vertreter dieser Gemeinschaft zu handeln. Dringlichkeit muss angenommen werden, wenn die Zustimmung aller Erben nicht rechtzeitig eingeholt werden kann oder wenn die Bestellung eines Vertreters der Erbgemeinschaft nicht rechtzeitig möglich erscheint. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn eine Verjährungsfrist bevorsteht (E. 3.3.1).

Tribunal Fédéral 5A 643/2017 du 03.05.2018
IIe Cour de droit civil - Droit des poursuites et faillites - validité de la poursuite, représentation de l'hoirie en cas d'urgence
= BGE 144 III 277
Art. 67 Ziff. 1 und 69 Abs. 2 Ziff. 1 SchKG, Art. 602 Abs. 1 ZGB, Art. 128 Ziff. 1 und 130 Abs. 1 OR
Gültigkeit der Betreibung; Vertretung der Erbengemeinschaft in dringlichen Fällen

In dringlichen Fällen ist jeder Erbe kraft der ihm verliehenen gesetzlichen Befugnisse dazu berechtigt, alleine als Vertreter der Erbengemeinschaft zu handeln (E. 3.3).
Diese Befugnisse erlöschen, sobald die Dringlichkeit wegfällt (E. 3.3.1).
Vorliegend wurde Dringlichkeit bejaht für die Stellung eines Betreibungsbegehrens zwecks Unterbrechung der Verjährung von Mietforderungen, die in den Nachlass fallen sollen (E. 3.3.3).
Die gestützt auf die gesetzlichen Befugnisse in dringlichen Fällen vorgenommenen Handlungen bedürfen nicht der Genehmigung durch die Miterben. Vorbehalten bleibt die Haftbarkeit des Erben, der als Vertreter für die Erbengemeinschaft handelt (E. 3.3.5).

Art. 67 ch. 1 et 69 al. 2 ch. 1 LP, art. 602 al. 1 CC, art. 128 ch. 1 et 130 al. 1 CO
Validité de la poursuite; représentation de l'hoirie en cas d'urgence

En cas d'urgence, chaque héritier est habilité à agir seul comme représentant de la communauté héréditaire, en vertu de pouvoirs légaux qui lui sont conférés (consid. 3.3).
Ces pouvoirs s'éteignent dès que l'urgence cesse (consid. 3.3.1).
Urgence admise dans le cas d'espèce, s'agissant de l'envoi d'une réquisition de poursuite destinée à interrompre la prescription de créances de loyer dont serait titulaire la succession (consid. 3.3.3).
Les actes accomplis en vertu de pouvoirs légaux conférés en cas d'urgence ne sont pas soumis à la ratification des cohéritiers. La responsabilité de l'héritier qui agit comme représentant de l'hoirie est réservée (consid.
3.3.5).
Art. 67 n. 1 e 69 cpv. 2 n. 1 LEF, art. 602 cpv. 1 CC, art. 128 n. 1 e 130 cpv. 1 CO
Validità dell'esecuzione; rappresentanza della comunione ereditaria in caso di urgenza

In caso di urgenza, ogni erede è legittimato ad agire da solo come rappresentante della comunione ereditaria, in virtù di poteri legali conferitigli (consid. 3.3).
Tali poteri cessano quando termina l'urgenza (consid. 3.3.1).
Urgenza ammessa nel caso concreto, trattandosi dell'invio di una domanda d'esecuzione volta ad interrompere la prescrizione di crediti per pigioni di cui la successione sarebbe titolare (consid. 3.3.3).
Gli atti compiuti in virtù di poteri legali conferiti in caso di urgenza non vanno sottoposti alla ratifica dei coeredi. È riservata la responsabilità dell'erede che agisce come rappresentante della comunione ereditaria (consid.
3.3.5).
= AJP 28 (2019) 960 (Anmerkungen von Lorena Bur/Martina Bosshardt/Stephanie Hrubesch-Millauer)
DB 31 (2019) 69 (Anmerkungen von Sylvain Marchand)
Art. 518, 554, 602 al. 3 CC; 128 ch. 1, 130 al. 1 CO
Représentation d’une hoirie-bailleresse dans le cadre d’une poursuite contre un locataire membre de l’hoirie

En cas de litige entre une communauté héréditaire et l’un des héritiers devenu locataire de l’hoirie, l’hoirie doit agir à l’unanimité de ses membres. A défaut, chaque membre de l’hoirie peut demander qu’un représentant de l’hoirie soit nommé conformément à l’art. 602 al. 3 CC, de façon à ce que ce représentant puisse agir valablement au nom de l’hoirie. Le cas échéant, un exécuteur testamentaire ou un administrateur officiel peut également représenter l’hoirie. En cas d’urgence, par exemple en vue de l’interruption de la prescription imminente d’une créance, un membre de l’hoirie peut cependant agir au nom de cette dernière sans y avoir été autorisé par les autres membres unanimes.

Art. 518, 554, 602 Abs. 3 ZGB; 128 Ziff. 1, 130 Abs. 1 OR
Im Falle eines Streits zwischen der Erbengemeinschaft und einem Erben, der Mieter einer Nachlasssache geworden ist, muss die Erbengemeinschaft einstimmig handeln. Widrigenfalls kann jeder Miterbe die Bestellung eines Erbenvertreters gemäss Art. 602 Abs. 3 ZGB verlangen, sodass dieser gültig für die Erbengemeinschaft handeln kann. Gegebenenfalls können auch ein Willensvollstrecker oder ein amtlicher Erbschaftsverwalter die Erbengemeinschaft vertreten. In dringlichen Fällen, beispielsweise zur Unterbrechung der unmittelbar drohenden Verjährung einer Forderung, kann ein Miterbe indessen auch dann namens der Erbengemeinschaft handeln, wenn er nicht von allen anderen Miterben bevollmächtigt wurde.
Art. 518, 554, 602 cpv. 3 CC; 128 cp. 1, 130 cpv. 1 CO
In caso di litigio tra una comunione ereditaria e uno dei suoi membri divenuto conduttore della stessa, la comunione ereditaria deve agire all’unanimità dei suoi membri. In caso contrario, ogni membro della comunione ereditaria può chiedere che un rappresentante venga nominato conformemente all’art. 602 cpv. 3 CC, affinché questo rappresentante possa agire validamente a nome della comunione ereditaria. Se del caso un esecutore testamentario o un amministratore ufficiale possono anche rappresentare la comunione ereditaria. In caso di urgenza, per esempio in vista dell’interruzione della prescrizione imminente di un credito, un membro della comunione ereditaria può tuttavia agire a nome di quest’ultima senza esserne stato autorizzato dagli altri membri all’unanimità.
= dRSK vom 28.06.2018 (Marie-Helène Spiess: La représentation de l'hoirie en cas d'urgence)
Alors que le principe de l’unanimité est assoupli lorsqu’il y a lieu de sauvegarder des intérêts juridiquement protégés contre l’un des héritiers, une dérogation ne se justifie pas lorsqu’il s’agit d’actes juridiques conclus entre la communauté héréditaire et un héritier. Par ailleurs, il y a exception au principe de l’indivision dans les cas urgents, chaque héritier étant alors habilité à agir comme représentant de la communauté. Les actes exécutés durant une situation d’urgence ne sont pas soumis à la ratification des cohéritiers.

= Pra. 107 (2018) Heft 8, Hinweis VIII
Art. 602 ZGB; Art. 67 ff. SchKG; Art. 128 Ziff. 1, 135 Ziff. 2 OR
Die Praxis lässt Einschränkungen zum Prinzip der Gesamthandschaft zu, wenn in dringenden Fällen die Interessen der Erbengemeinschaft ein rasches Handeln erfordern. In solchen Fällen kann jeder Erbe die Erbengemeinschaft vertreten. Die Erbengemeinschaft wird vollumfänglich und ohne Genehmigung durch die Miterben verpflichtet, weil es sich um eine gesetzliche Vertretungsbefugnis handelt, was sich mit Blick auf Art 602 ZGB ergibt. Von Dringlichkeit ist auszugehen, wenn die Zustimmung von allen Erben nicht rechtzeitig eingeholt oder ein Vertreter der Erbengemeinschaft nicht früh genug eingesetzt werden kann. Typisch ist die drohende Verjährung oder Verwirkung einer Frist. Die Vertretungsbefugnis ist auf den Zeitpunkt der Dringlichkeit beschränkt. Vorliegend hat ein Miterbe eine Betreibung zwecks Unterbrechung der Verjährungsfrist erhoben. Die Dringlichkeit ist gegeben im Hinblick auf den Zeitbedarf für die Bestellung des Erbenvertreters und dessen Einarbeitung sowie den Ablauf der Verjährungsfrist. Zudem ist der Betriebene ein Miterbe, so dass die Zustimmung aller Erben nicht realistisch ist. Gutheissung der Beschwerde in Zivilsachen; Aufhebung des angefochtenen Entscheids und Abänderung in dem Sinn, dass die Klage abgewiesen wird; Auferlegung der Gerichtskosten an die Beschwerdegegnerin, die die Beschwerdeführerin zu entschädigen hat.
= Pra. 108 (2019) Nr. 34
Art. 67 ff. SchKG; Art. 602 ZGB; Art. 128 Ziff. 1, 135 Ziff. 2 OR
Gültigkeit der Betreibung; Vertretung der Erbengemeinschaft im Falle von zeitlicher Dringlichkeit
Grundsätzlich müssen die Mitglieder einer Erbengemeinschaft entweder alle gemeinsam, durch eine Vertretung, einen Willensvollstrecker oder einen Erbschaftsverwalter handeln. Eine Ausnahme gilt in Fällen von zeitlicher Dringlichkeit, zum Beispiel wenn die Verjährung oder Verwirkung einer Forderung droht. In diesem Fall steht jedem Erben das Recht zu, als Vertreter der Gemeinschaft aufzutreten. Die betreffenden Handlungen unterliegen dabei nicht der Genehmigung durch die Miterben. In Bezug auf die im vorliegenden Fall von einem der Erben zwecks Unterbrechung der Verjährungsfrist angehobene Betreibung ist Dringlichkeit zu bejahen. Einerseits ist die Zustimmung sämtlicher Erben unrealistisch, da es sich bei einem davon um den Betriebenen handelt. Andererseits nimmt die Bestellung eines Erbenvertreters beziehungsweise dessen Einarbeitung in den Fall erfahrungsgemäss einige Zeit in Anspruch, womit die Einreichung des Betreibungsbegehrens voraussichtlich nicht rechtzeitig – vor Ablauf der Verjährungsfrist – erfolgen wird.
= successio 13 (2019) 199 (Michael Nonn, Dringlichkeit als Ausnahme vom Grundsatz der Einstimmigkeit bei Handlungen der Erbengemeinschaft)
= successio 13 (2019) 274 (Anmerkungen von Tarkan Göksu)
Betreibung für die Erbengemeinschaft
= ZBJV 155 (2019) 283 (Anmerkungen von Stephan Wolf/Cécric Berger)
Art. 67 Ziff. 1 und 69 Abs. 2 Ziff. 1 SchKG, Art. 602 Abs. 1 ZGB, Art. 128 Ziff. 1 und 130 Abs. 1 OR
Gültigkeit der Betreibung; Vertretung der Erbengemeinschaft in dringlichen Fällen
In dringlichen Fällen ist jeder Erbe kraft der ihm verliehenen gesetzlichen Befugnisse dazu berechtigt, alleine als Vertreter der Erbengemeinschaft zu handeln (E. 3.3). Diese Befugnisse erlöschen, sobald die Dringlichkeit wegfällt. 

Schweizerisches Bundesgericht 5A 109/2018 vom 20.04.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Kaufsrecht (Erbschaft)
Verfahrensmassnahmen eines Richters vermögen im Allgemeinen keinen objektiven Verdacht der Befangenheit erregen. Sie sind im dafür vorgesehenen Rechtsmittelverfahren zu rügen und können grundsätzlich nicht als Begründung für die Verletzung von Art. 30 Abs. 1 BV herangezogen werden (E. 2.3).
Für die Auslegung des Begriffs „praktizierender Landwirt“ wird das Vertrauensprinzip herangezogen (E. 7.2). Damit ist derjenige Landwirt gemeint, der aus seiner landwirtschaftlichen Tätigkeit ein Haupt-, zumindest aber ein Nebeneinkommen als Grundlage seiner wirtschaftlichen Existenz erzielt (E. 7.4).
Wer keine Direktzahlungen erhält, sämtliche Produktionsstätten seines Betriebes vermietet, den grössten Teil der Arbeiten durch Lohnunternehmer ausführen lässt und eine wesentliche Mitarbeit im Betrieb nicht erkennbar lässt, ist nicht als praktizierender Landwirt anzusehen (E. 8.1).

Schweizerisches Bundesgericht 5D 74/2018 vom 19.04.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Kosten der Testamentseröffnung
Auf eine Beschwerde, welche die Streitwertgrenze von CHF 30‘000 nicht erreicht und welche keine Verfassungsverletzungen rügt, wird nicht eingetreten.

Schweizerisches Bundesgericht 5A 322/2018 vom 19.04.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Gültigkeit eines Testaments 
Die Bitte, das Bundesgericht solle die nötige Hilfe leisten, dass ein ordentliches Verfahren stattfinden könne, genügt den Anforderungen von Art. 42 Abs. 1 BGG nicht.

Schweizerisches Bundesgericht 6B 1295/2017 vom 19.04.2018
Strafrechtliche Abteilung - Strafprozess - Nichtanhandnahme (Falschbeurkundung etc.); Nichteintreten
= successio 13 (2019) 137 (Roberto Fornito, Zum Dritten - Legitimation einzelner Erben zur Beschwerde in Strafsachen)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 628/2017 vom 10.04.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Aufsicht über den Willensvollstrecker
Die Annahme, dass der Willensvollstrecker seine Auskunftspflicht verletzt, wenn er die Erben an die Steuerbehörden verweist, ist nicht willkürlich (E. 4.2).
Der Willensvollstrecker ist verpflichtet, den Erben jederzeit die von ihnen gewünschten Einzelauskünfte zu erteilen (E. 4.3).
= njus.ch Erbrecht Entwicklungen 2018, 30
= successio 13 (2019) 35 
(Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Tribunal Fédéral 1B 486/2017 du 10.04.2018
Ire Cour de droit public - Procédure pénale - Procédure pénale; levée de scellés
= Anwaltsrevue 2018, 303 (Anmerkungen von Jeremy Bacharach)
1. L’activité typique de l’avocat englobe les conseils juridiques donnés en matière fiscale, de gestion du patrimoine et de l’organisation d’une succession. L’établissement de l'inventaire d'une succession par un avocat est donc couvert par le secret professionnel.
2. Dans le cadre de la procédure de levée des scellés, le tribunal des mesures de contraintes ne doit pas effectuer de pesée des intérêts entre l’intérêt au maintien du secret et l’intérêt à la manifestation de la vérité, mais uniquement examiner si les documents mis sous scellés sont susceptibles d’être couverts par le secret professionnel ou non.

= successio 14 (2020) 33 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Tribunal Fédéral 5A 907/2017 du 04.04.2018
IIe Cour de droit civil - Droits réels - convention d'arbitrage (art. 61 CPC)
Erbteilung und Schiedsverfahren
= SZZP/RSPC 2018, 316 ff.
Art. 61 lit. b CPC
Portée d’une clause d’arbitrage; interpétation objective, examen sommaire par le tribunal étatique

Savoir si la prétention litigieuse est ou non couverte par la convention d’arbitrage, soit la portée matérielle de celle-ci, fait l’objet d’un examen sommaire par le juge. Lorsqu’une convention d’arbitrage est formulée de telle manière qu’elle couvre aussi les différends apparaissant «en rapport avec» le contrat, il faut en conclure selon la volonté présumée des parties que celles-ci entendaient soumettre à la compétence exclusive du tribunal arbitral toutes les prétentions qui résultent de l’état de fait régi par le contrat ou qui le touchent directement.

Art. 61 lit. b ZPO
Reichweite der Schiedsklausel; objektivierte Auslegung, summarische Prüfung durch das staatliche Gericht

Die Frage, ob der strittige Anspruch von der Schiedsvereinbarung erfasst wird, mithin die Frage nach der Reichweite der Schiedsvereinbarung, unterliegt der summarischen Prüfung durch das Gericht. Ist die Schiedsvereinbarung so formuliert, dass sie auch Streitigkeiten «im Zusammenhang mit» dem Vertrag erfasst, ist daraus nach dem mutmasslichen Parteiwillen zu schliessen, dass die Parteien alle Ansprüche der ausschliesslichen Zuständigkeit des Schiedsgerichts unterstellen wollten, die sich aus dem vom Vertrag erfassten Sachverhalt ergeben oder diesen direkt berühren.
Art. 61 lit. b CPC
Portata di una clausola arbitrale; interpretazione oggettiva, esame sommario da parte del tribunale statale

Sapere se la pretesa litigiosa è coperta o meno dalla clausola arbitrale, ossia dalla portata materiale della stessa, forma l’oggetto di un esame sommario del giudice. Quando una clausola arbitrale è formulata in modo tale da coprire anche i contenziosi che appaiono «in rapporto» con il contratto, va concluso, secondo la volontà presunta delle parti, che esse intendevano sottoporre alla competenza esclusiva del tribunale arbitrale tutte le pretese che risultano dallo stato di fatto retto dal contratto o che lo toccano direttamente

Schweizerisches Bundesgericht 5A 1036/2017 vom 23.03.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Absetzung der Erbenvertreterin
Die Einsetzung eines Erbenvertreters stellt eine vorsorgliche Massnahme dar, dies gilt auch für weitere Entscheide im Zusammenhang mit diesem Amt. Aufgrund Art. 98 BGG kann deshalb einzig die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt werden; für deren Geltendmachung gilt das strenge Rügeprinzip (Art. 106 Abs. 2 BGG) (E. 1.3).
Eine Berichtigung oder Ergänzung der Sachverhaltsfeststellungen kommt in Verfahren nach Art. 98 BGG nur in Frage, wenn die kantonale Instanz verfassungsmässige Rechte verletzt hat (E. 2).
= njus.ch Erbrecht Entwicklungen 2018, 29
= successio 13 (2019) 274 
(Anmerkungen von Tarkan Göksu)
Absetzung der Erbenvertretung

Tribunal Fédéral 5A 797/2017 du 22.03.2018
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - compétence (succession, immeuble à l'étranger) ratione loci
Les décisions dans le cadre de l'administration successorale qui traitent la compétence internationale sont des mesures provisionnelles au sens de l'art. 98 LTF (consid. 2.1).
Entscheide im Rahmen der Erbschaftsverwaltung, welche die internationale Zuständigkeit behandeln, sind vorsorgliche Massnahmen im Sinn von Art. 98 BGG (E. 2.1).

= SJ 140 (2018) I 476 
Loi fédérale du 18 décembre 1987 sur le droit international privé (LDIP) 86; Cst. 29 al. 2 ; Compétence ratione loci. Succession internationale. Immeuble à l’étranger. 
1. La détermination de la masse successorale relève de la compétence du juge du lieu du décès, même pour ce qui concerne la propriété d’un bien immobilier à l’étranger.
2. un usufruit sur un immeuble à l’étranger ne constitue pas un bien immobilier. Le fait qu’après le décès, les héritiers aient converti cet usufruit en droit de propriété n’y change rien.

Schweizerisches Bundesgericht 5A 719/2017 vom 22.03.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Personenrecht - Revision (Stiftungsaufsicht)
Familienstiftung 

SJZ 114 (2018) 501, 503
Im […] Urteil (5A_719/2017, 5A_734/2017) hatte das BGer eine Beschwerde des bisherigen Stiftungsrats gegen das Revisionsurteil des BVGer (B-3133/2017, B-3186/2017 vom 16.8.2017) zu beurteilen. Das BVGer sprach den nachträglich aufgefundenen Tagebucheinträgen von Bruno Stefanini keine Rechtserheblichkeit zu. Der dort ersichtliche (nachträgliche) Stifterwille sei weder geeignet, die Urteilsfähigkeit des Stifters noch die Notwendigkeit einer Änderung der Stiftungsurkunde gemäss Art. 85 ZGB zu beweisen. Die Beschwerdeführer wurden auch vor dem BGer nicht gehört und drangen mit ihren verfassungsmässigen Rügen (rechtliches Gehör, Willkür) nicht durch.
= Jusletter 16.04.2018 (Jurius, Stefanini-Stiftung: Bundesgericht urteilt im Sinne der Nachkommen)
= successio 12 (2018) 164 f. (Anmerkungen von Harold Grüninger)
Weiter vgl. zu diesem Fall BGer. 5A_856/2016 und 5A_865/2016 vom 13.06.2018

Schweizerisches Bundesgericht 5A 16/2018 vom 22.03.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Auskunft bzw. Dokumentation (Willensvollstreckung) 
Die Rückweisung eines Entscheids um Neufestsetzung eines Kostenvorschusses stellt keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil dar (E. 1.2).

Schweizerisches Bundesgericht 5A 979/2017 vom 21.03.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Fristwiederherstellung (Erbteilung) 
Gegen einen Zwischenentscheid kann die Beschwerde in Zivilsachen nur dann ergriffen werden, wenn ein nicht wieder gutzumachender Nachteil droht. Kann dieser nicht dargelegt werden, wird auf die Beschwerde nicht eingetreten (E. 3).
= njus.ch Erbrecht Entwicklungen 2018, 63

Bundesverwaltungsgericht B-3779/2016 vom 16.03.2018
Widerruf der Befreiung von der Revisionspflicht
= njus.ch Verein Stiftung Trust Entwicklungen 2018, 43
Voraussetzung für die Befreiung der Stiftung von der Revisionspflicht ist unter anderem, dass die Stiftung nicht öffentlich zu Spenden oder sonstigen Zuwendungen aufruft. Das bedeutet auch, dass die Stiftung auf ihrer Website keine Bankverbindung publiziert. Es ist dabei unbeachtlich, ob dadurch tatsächlich Zuwendungen generiert werden.

Schweizerisches Bundesgericht 6B_1100/2017 vom 09.03.2018
Strafrechtliche Abteilung - Strafprozess - Verweigerung der Wiederaufnahme von eingestellten Strafverfahren, rechtliches Gehör
= successio 13 (2019) 47 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)
Der Ehemann einer Erbin erhebt nach Abschluss der Erbteilung Strafanzeige gegen den Willensvollstrecker wegen Betrugs etc.

Schweizerisches Bundesgericht 5A 927/2017 vom 08.03.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbteilungsvertrag, einfache Gesellschaft
= BN 79 (2018) 338 (Anmerkungen von Roland Pfäffli)
= ius.focus 4/2018, 12 (Anmerkungen von Anja Korradi)
Die Umwandlung einer Erbengemeinschaft in eine einfache Gesellschaft bedarf einer entsprechenden Vereinbarung der Erben. Gelingt der Nachweis des tatsächlichen Parteiwillens nicht, muss objektiv eindeutig feststehen, dass der Zweck der behaupteten einfachen Gesellschaft die blosse Erbschaftsliquidation übersteigt.
= njus.ch Erbrecht Entwicklungen 2018, 63
= not@lex 12 (2019) 80
 (Anmerkungen von Denis Piotet/Bastien Verrey/Maya Kiepe)

Tribunal Fédéral 5A 172/2017 du 07.03.2018
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - Interprétation d'une clause d'un pacte successoral
L'interprétation d'une clause successorale indique qu'elle ne s'applique qu'en cas de décès et non en cas de divorce. Ce n'est pas une violation de l'art. 18 CO en tenant compte de l'ensemble de l'acte pour procéder à l'interprétation subjective de la clause. (consid. 3.4).
Si l'interprétation de la juridiction inférieure n'est pas contestée dans les conditions de l'art. 106 al. 2 LTF, le Tribunal fédéral est lié par cette conclusion (consid.
3.4).
Auslegung eines Erbvertrages
Die Auslegung einer Erbvertagsklausel ergibt, dass diese nur im Fall des Todes Anwendung findet und nicht bei einer Scheidung. Zur Auslegung wird der ganze Vertrag verwendet und nicht die streitige Bestimmung isoliert, dies Verstösst nicht gegen Art. 18 OR (E. 3.4).
Wird die Auslegung der Vorinstanz nicht unter den Voraussetzungen von Art. 106 Abs. 2 BGG bestritten, ist das Bundesgericht an diese Feststellung gebunden (E. 3.4).

= njus.ch Erbrecht Entwicklungen 2018, 18

Tribunal Fédéral 5A 189/2018 du 28.02.2018
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - partage successoral
Si le recourant s’oppose un termes polémiques cette motivation est à définir de caractère inconvénient et doit être écartée d’emblée (consid. 4).
Wenn sich der Beschwerdeführer polemisch ausdruckt, gilt diese Argumentation als ungebührlich und muss von vornherein abgewiesen werden (E. 4).

Schweizerisches Bundesgericht 5A 363/2017 vom 22.02.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Festlegung eines Willensvollstreckerhonorars sowie Forderung
= BGE 144 III 217
Art. 518 Abs. 1 und 2 ZGB; Art. 97, Art. 398 Abs. 2 und Art. 400 Abs. 1 OR
Verantwortlichkeit des Willensvollstreckers gegenüber einer Quotenvermächtnisnehmerin

Zur Frage, ob eine Quotenvermächtnisnehmerin den Willensvollstrecker mit einer Verantwortlichkeitsklage auf Ersatz des Schadens belangen kann, den sie dadurch erlitten haben will, dass der Willensvollstrecker durch die vorwerfbar pflichtwidrige Berechnung seines Honorars das Reinvermögen des Nachlasses vermindert und so das Quotenvermächtnis geschmälert hat (E. 5.2 und 5.3).

Art. 518 al. 1 et 2 CC; art. 97, art. 398 al. 2 et art. 400 al. 1 CO
Responsabilité de l'exécuteur testamentaire envers la légataire d'une quote-part 

De la question de savoir si la légataire d'une quote-part peut introduire une action en responsabilité dirigée contre l'exécuteur testamentaire tendant à l'indemnisation du dommage qu'elle aurait subi du fait que celui-ci, calculant ses honoraires de manière fautive et contraire à ses devoirs, aurait entraîné une baisse de la substance nette de la succession et, partant, de la quote-part dévolue à titre de legs (consid. 5.2 et 5.3).
Art. 518 cpv. 1 e 2 CC; art. 97, art. 398 cpv. 2 e art. 400 al. 1 CO
Responsabilità dell'esecutore testamentario nei confronti di una legataria di una quota

Sulla questione a sapere se una legataria di una quota può convenire in giudizio l'esecutore testamentario con un'azione di responsabilità per il risarcimento del danno che avrebbe subito dal fatto che egli, calcolando colpevolmente i suoi onorari in modo contrario ai propri doveri, avrebbe diminuito la sostanza netta della successione e quindi la quota assegnata a titolo di legato (consid. 5.2 e 5.3).
= AJP 28 (2019) 953 (Anmerkungen von Lorena Bur/Martina Bosshardt/Stephanie Hrubesch-Millauer)
= BN 79 (2018) 340 (Anmerkungen von Roland Pfäffli)
= dRSK vom 18.06.2018 (Alexandra Hirt: Kein Verantwortlichkeitsanspruch der Quotenvermächtnisnehmerin gegen den Willensvollstrecker)
Das Bundesgericht befasst sich, in diesem zur Publikation vorgesehenen Entscheid, mit der Befugnis einer Quotenvermächtnisnehmerin, in einem direkt gegen den Willensvollstrecker gerichteten Verantwortlichkeitsprozess, die Höhe dessen Honorars überprüfen zu lassen. Das Bundesgericht präzisiert damit seine Rechtsprechung zur Aktivlegitimation einer Vermächtnisnehmerin zur Erhebung einer Verantwortlichkeitsklage gegen den Willensvollstrecker.
= dRSK vom 24.05.2018 (Sabine Herzog: Befugnis der Quotenvermächtnisnehmerin das Willensvollstreckerhonorar im Rahmen einer Verantwortlichkeitsklage gegen den Willensvollstrecker überprüfen zu lassen)
= ius.focus 5/2018, 4 (Anmerkungen von Christina R. Kämpf)
Die Quotenvermächtnisnehmerin hat keine Befugnis, das Willensvollstreckerhonorar überprüfen zu lassen.

= JdT 166 (2018) II 334 (mit Anmerkungen von Suzette Sandoz/Christian Terrier)
Art. 517 al. 3, 518 al. 1 et 2, 560 al. 1 et 2 et 562 al. 1 et 3 CC; art. 398 al. 2 et 400 al. 1er CO
Droit des succession. Honoraires de lêxécuteur testamentaire. Responsabilité par rapport aux légataires. Legs d’une quote-part de l’actif net. - Décompte d’honoraires de l’exécuteur testamentaire approuvé par l’héritier unique. - Action en responsabilité du légataire contre l’exécuteur testamentaire en réclamation de la diminution du montant du legs causée selon lui par des honoraires excessifs. - Action rejetée en première instance puis sur recours au Tribunal d’appel. - Recours au TF et renvoi de la cause à la juridiction précédente pour étude complémentaire. - Nouveau jugement du Tribunal d’appel rejetant l’action. - Recours au TF rejeté en audience publique.

On ne peut déduire de la seule existence d’un legs d’une quote-part d’actif, celle d’une règle de conduite adressée à l’exécuteur testamentaire et dont le but serait de protéger les légataires d’une quote-part par rapport à une note d’honoraires ou à des indemnités d’un montant exagéré. En conséquence, la recourante n’a pas de motif tiré du droit de la responsabilité lui permettant en l’espèce d’attaquer en justice le comportement prétendument déloyal de l’intimé (c. 5.3.2).

= iusNet ErbR 15.10.2018 (Marc'Antonio Iten, 
Ein unangemessen hohes Willensvollstreckerhonorar schädigt Quotenvermächtnisnehmer bloss mittelbar [Reflexschaden])
= njus.ch Erbrecht Entwicklungen 2018, 25
= not@lex 12 (2019) 80
 (Anmerkungen von Denis Piotet/Bastien Verrey/Maya Kiepe)
= Pra. 107 (2018) Heft 6, Hinweise VIII
Streitig war, ob der Vermächtnisnehmer die vom Alleinerben genehmigte Honorarrechnung des Willensvollstreckers gerichtliche auf die Vereinbarkeit mit Art. 517 Abs. 3 ZGB prüfen lassen kann. Gemäss Art. 518 Abs. 2 ZGB ist der Willensvollstrecker verpflichtet, die Vermächtnisse auszurichten. Er schädigt die Erben, wenn er das Nachlassvermögen schädigt, an die der Nachlass mit dem Tod des Erblassers übergeht. Das Vermächtnis beschwert nicht das Nachlassvermögen und auch nicht den Willensvollstrecker, sondern allein den oder die Erben als persönliche obligatorische Verbindlichkeit gemäss Art. 562 Abs. 1 ZGB. Ein allfälliger Schadenersatzanspruch des Vermächtnisnehmers richtet sich gegen die beschwerten Erben gemäss dem allgemeinen Grundsatz, dass sicher der direkte Ersatzanspruch des Direktbetroffenen nur gegen den Urheber der schädigenden Handlung richten kann, wenn dieser eine entsprechende Verhaltensnorm verletzt hat. Wenn die Pflicht zur Ausrichtung des Vermächtnisses nicht in Frage steht, so ist nicht eine Verhaltensnorm betroffen, die dem Vermächtnisnehmer einen Anspruch auf Schadenersatz verschafft. Die angemessene Vergütung des Willensvollstreckers ist eine Erbgangsschuld, die die Ursache in der Nachlassliquidation hat und für die der Nachlass und daneben die Erben, abgesehen von Ausnahmen, persönlich haften. Demnach kann der Vermächtnisnehmer den Willensvollstrecker nicht direkt für eine allfällige Pflichtverletzung verantwortlich machen oder seinen Vergütungsanspruch in Frage stellen. Beim einem Quotenvermächtnis ist nicht eine spezielle Verhaltensnorm ersichtlich, deren Verletzung eine Haftung des Willensvollstreckers zu Gunsten des Vermächtnisnehmers entstehen lässt. Abweisung der Beschwerde; Auferlegung der Gerichtskosten der Beschwerdeführerin, die den Beschwerdegegner zu entschädigen hat (Art. 517 Abs. 3, 518 Abs. 1 und 2, 560 Abs. 1 und 2, 562 Abs. 1 und 3 ZGB; Art. 97 ff., 398 Abs. 2 OR). 
= successio 13 (2019) 40 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)
= successio 13 (2019) 131 (Martin Karrer, Willensvollstreckerhonorar sowie Forderung)
= ZBGR 100 (2019) 11 
ZGB Art. 518 Abs. 1 und 2; OR Art. 97 und Art. 398 Abs. 2 und Art. 400 Abs. 1
Verantwortlichkeit des Willensvollstreckers gegenüber einer Quotenvermächtnisnehmerin

Zur Frage, ob eine Quotenvermächtnisnehmerin den Willensvollstrecker mit einer Verantwortlichkeitsklage auf Ersatz des Schadens belangen kann, den sie dadurch erlitten haben will, dass der Willensvollstrecker durch die vorwerfbar pflichtwidrige Berechnung seines Honorars das Reinvermögen des Nachlasses vermindert und so das Quotenvermächtnis geschmälert hat (Erw. 5.2 und 5.3).

CC art. 518 al. 1 et 2; CO art. 97, art. 398 al. 2 et art. 400 al. 1
Responsabilité de l'exécuteur testamentaire envers la légataire d'une quote-part.

De la question de savoir si la légataire d'une quote-part peut introduire une action en responsabilité dirigée contre l'exécuteur testamentaire tendant à l'indemnisation du dommage qu'elle aurait subi du fait que celui-ci, calculant ses honoraires de manière fautive et contraire à ses devoirs, aurait entraîné une baisse de la substance nette de la succession et, partant, de la quote-part dévolue à titre de legs (consid. 5.2 et 5.3).
= ZBJV 155 (2019) 274 (Anmerkungen von Stephan Wolf/Cédric Berger)
Art. 518 Abs. 1 und 2 ZGB; Art. 97, Art. 398 Abs. 2 und Art. 400 Abs. 1 OR
Verantwortlichkeit des  Willensvollstreckers gegenüber einer Quotenvermächtnisnehmerin

Zur Frage, ob eine Quotenvermächtnisnehmerin den Willensvollstrecker mit einer Verantwortlichkeitsklage auf Ersatz des Schadens belangen kann, den sie dadurch erlitten haben will, dass der Willensvollstrecker durch die vorwerfbar pflichtwidrige Berechnung seines Honorars das Reinvermögen des Nachlasses vermindert und so das Quotenvermächtnis geschmälert hat.

Schweizerisches Bundesgericht 5A 161/2018 vom 19.02.2018
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbteilung
Enthält die Eingabe des Beschwerdeführers kein Rechtsbegehren und erfolgt seinerseits keine Auseinandersetzung mit dem angefochtenen Entscheid, sondern nur eine allgemeine Ausführung zur Vorgeschichte des Erbteilungsverfahrens sowie Vorwürfe an die Gerichte (E. 2): wird auf diese nicht eingetreten (E. 3).

Tribunal Fédéral 5D 19/2018 du 14.02.2018
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - Administration d'office de la succession d'une personne placée sous curatelle (art. 554 al. 3 CC)
Afin de respecter le droit d’être entendu (voir art. 29 Cst.), des déterminations déposées par l'autorité intimée - qui constituent une nouvelle prise de position au dossier sur laquelle les parties peuvent se déterminer - doivent être transmises à la partie adverse afin qu'elle puisse éventuellement déposer une réplique spontanée (consid. 2.2).
Um den Anspruch auf rechtliches Gehör zu garantieren (siehe Art. 29 BV), müssen die von der belangten Behörde eingereichten Stellungnahmen – die neue, zu Protokoll gegebenen Stellungnahmen zum Dossier darstellen, zu denen die Parteien Stellung nehmen können – der gegnerischen Partei übermittelt werden, damit diese eventuell eine spontane Replik einreichen kann (E. 2.2).

Tribunal Fédéral 5A 867/2017 du 12.02.2018
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - Inventaire de la succession, paiement de l'impôt successoral, blocage des comptes de la succession.
Le délai de recours de 30 jours est arrivé à échéance le 14 septembre. Le recours remis à la Poste française le 27 octobre et arrivé en sol suisse le lendemain est donc tardif (voir art. 100 al. 1 LTF; consid. 3).
Die 30-tägige Beschwerdefrist lief am 14. September ab. Die Beschwerde wurde am 27. Oktober der französischen Post übergeben und traf am folgenden Tag in der Schweiz ein; die Beschwerde ist somit verspätet (siehe Art. 100 Abs. 1 BGG; E. 3).

Tribunal Fédéral 5A 681/2017 du 07.02.2018
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - Demande de renseignements
= dRSK vom 14.05.2018 (Tarkan Göksu: Zuständigkeit für Auskunftsbegehren)
Die internationale Zuständigkeit für Auskunftsbegehren richtet sich nach Art. 86 IPRG. Etwas anderes gilt nur, wenn es sich um einen vererbten Informationsanspruch handelt, welcher schon dem Erblasser zustand.
= njus.ch Erbrecht Entwicklungen 2018, 25
= not@lex 12 (2019) 80
 (Anmerkungen von Denis Piotet/Bastien Verrey/Maya Kiepe)
= successio 12 (2018) 314 (Anmerkungen von Tarkan Göksu)

Tribunale Federale 5A 117/2018 del 07.02.2018
II Corte di diritto civile - Diritto successorio - certificato ereditario
Chi si limita a ripresentare gli stessi argomenti già esaminati dall'autorità inferiore e sostiene che non è corretta l’interpretazione di quest’ultima, senza però confrontarsi con i dettagliati ragionamenti contenuti nell'impugnato giudizio, non rispetta le esigenze di motivazione degli art. 42 cpv. 1 e 2 e 106 cpv. 2 LTF.
Wer erneut lediglich die gleichen Argumente vorbringt und behauptet, welche bereits vor der unteren Instanz geprüft wurden, dass nämlich die Auslegung der Vorinstanz falsch sei, ohne jedoch auf die im angefochtenen Urteil enthaltene detaillierte Begründung einzugehen, erfüllt die Begründungsanforderungen der Art. 42 Abs. 1 und 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG nicht.
= SJZ 115 (2019) 144 (Peter Breitschmid/Annina Vögeli, Entwicklungen im Erbrecht) 

Schweizerisches Bundesgericht 2C 685/2017 vom 06.02.2018
II. öffentlich-rechtliche Abteilung - Öffentliche Finanzen & Abgaberecht - Erbschaftssteuern
= StR 73 (2018) 618
= successio 13 (2019) 279 (Anmerkungen von Andrea Opel)
Anwendung der "Konkubinatsklausel" bei Geschwistern  (Kanton Aargau)
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Schweizerisches Bundesgericht 5A 412/2017 vom 08.01.2018 
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Auszahlung des Vermächtnisses usw. 
= BGE 144 III 81
Art. 498 ff. und Art. 509 ff. ZGB
Unterscheidung zwischen Tatbestand und Rechtsfolge letztwilliger Verfügungen; Vernichtung eines Widerrufstestaments. 

Zur Unterscheidung zwischen der letztwilligen Verfügung als Willenserklärung und ihrer Rechtsfolge, d.h. der Gestaltung der Rechtslage für die Zeit nach dem Tod des Erklärenden. Bedeutung dieser Unterscheidung für den Fall, da der Erblasser sein Widerrufstestament zu Lebzeiten in Aufhebungsabsicht vernichtet hat (E. 3).

Art. 498 ss et art. 509 ss CC
Distinction entre élément de fait et conséquence juridique de dispositions pour cause de mort; destruction d'un testament de révocation.  

Distinction entre le testament en tant que manifestation d'une volonté et sa conséquence juridique, soit son caractère formateur pour la période postérieure au décès du disposant. Portée de cette distinction lorsque le disposant détruit de son vivant son testament de révocation dans l'intention de l'annuler (consid. 3).
Art. 498 segg. e art. 509 segg. CC
Distinzione tra elemento fattuale e conseguenza giuridica di un testamento; distruzione di un testamento di revoca. 

Distinzione tra un testamento in quanto dichiarazione di volontà e la sua conseguenza giuridica, ossia l'organizzazione della situazione giuridica per il periodo posteriore alla morte dell'estensore. Portata di tale distinzione nel caso in cui il testatore distrugga da vivo il suo testamento di revoca con l'intento di annullarlo (consid.
3).
= AJP 28 (2019) 950 (Anmerkungen von Lorena Bur/Martina Bosshardt/Stephanie Hrubesch-Millauer)
= dRSK vom 28.03.2018 (Alexandra Hirt: Ohne Testierwillen kein Testamentswiderruf)
Die Vorinstanz ist bundesrechtswidrig davon ausgegangen, dass das eine Widerrufsklausel enthaltene Testament aufgrund seiner Vernichtung gar nie wirksam gewesen ist. Zudem hat die Vorinstanz zu Unrecht die Frage offen gelassen, ob der Erblasser in diesem Widerrufstestament überhaupt seinen Testierwillen erklärt hatte.
= ius.focus 3/2018, 3 (Anmerkungen von Lukas von Känel)
Die Willenserklärung als rechtsgeschäftlicher Tatbestand einer Verfügung von Todes wegen wirkt, sobald der Erblasser sie formgerecht erklärt hat
= JdT 166 (2018) II 414
Art. 498 ss et 509 ss CC
Droit des successions.
Disposition pour cause de mort. Distinction entre élément de fait et conséquence juridique. Destruction d’un testament de révocation
Distinction entre le testament en tant que manifestation d’une volonté et sa conséquence juridique, soit son caractère formateur pour la période postérieure au décès du disposant. Portée de cette distinction lorsque le disposant détruit de son vivant son testament de révocation dans l’intention de l’annuler (c. 3).
= njus.ch Erbrecht Entwicklungen 2018, 16
= not@lex 12 (2019) 79
 und 13 (2020) 74 (Anmerkungen von Denis Piotet/Bastien Verrey/Maya Kiepe)
= Pra 17 (2018) Heft 4 Hinweise VI
Zu unterscheiden ist zwischen dem Tatbestand und der Rechtsfolge eines Rechtsgeschäfts, was bei Verfügungen von Todes wegen bedeutet, dass die Rechtsfolge die konkrete Gestaltung der Rechtslage nach dem Tod des Erblassers regelt. Die Willenserklärung bildet den Tatbestand des Rechtsgeschäfts. Wenn die Willenserklärung in der gesetzlich vorgesehenen Form ergangen ist, im vom Vorliegen der letztwilligen Verfügung im Sinne des Tatbestands auszugehen. Der Widerruf ist eine Verfügung von Todes wegen und bezieht sich auf den Tatbestand der letztwilligen Verfügung, die damit widerrufen wird und die damit nach dem Tod des Erblassers keine Rechtswirkungen entfaltet. Gesondert zu prüfen ist, ob eine frühere letztwillige Verfügung, die ihrerseits mit der widerrufenen letztwilligen Verfügung widerrufen worden ist, wieder auflebt. Gutheissung der Beschwerde; Aufhebung des Urteils der Vorinstanz und Rückweisung an sie zu neuem Entscheid im Sinne der Erwägungen; Auferlegung der Gerichtskosten an die Beschwerdegegnerin, die die Beschwerdeführer zu entschädigen hat (Art. 498 ff. ZGB).
= successio 13 (2019) 49 (Alexandra Dal Molin-Kränzlin, Wo [k]ein Wille ist, da ist [k]ein Widerruf)
= ZBJV 155 (2019) 270 (Anmerkungen von Stephan Wolf/Cédric Berger)
Unterscheidung zwischen Tatbestand und Rechtsfolge letztwilliger Verfügungen; Vernichtung eines Widerrufstestaments. Zur Unterscheidung zwischen der letztwilligen Verfügung als Willenserklärung und ihrer Rechtsfolge, d.h. der Gestaltung der Rechtslage für die Zeit nach dem Tod des Erklärenden. Bedeutung dieser Unterscheidung für den Fall, da der Erblasser sein Widerrufstestament zu Lebzeiten in Aufhebungsabsicht vernichtet hat (Art. 498 ff. und Art. 509 ff. ZGB).