2017

Entscheide des Schweizerischen Bundesgerichts zum Erbrecht, zur Erbschaftssteuer und zur Strukturierung des Vermögens (Stiftungen, Trusts)
des Jahres 2017
Redaktion successio online (Hans Rainer Künzle), 01.01.2017
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​​​​​​​Schweizerisches Bundesgericht 5A 781/2017 vom 20.12.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbenvertretung
= BN 79 (2018) 338 (Anmerkungen von Roland Pfäffli)
= dRSK vom 16.01.2018 (Emilie Jacot-Guillarmod: Le testament oral)
Pour la validité du testament oral, il n’est pas nécessaire que le testateur exprime verbalement ses dernières volontés, ni qu’il ait eu l’initiative du processus. En tant que telle, la lecture d’une proposition de testament par l’un des témoins ne viole ainsi pas les art. 506 ss CC. 
= successio 12 (2018) 193 (Peter Breitschmid: Was kann noch helfen, wenn Erbenvertretung nicht mehr hilft? - Urteil des Bundesgerichts vom 20. Dezember 20127, BGer 5A_781/2017)
= successio 12 (2018) 317 (Anmerkungen von Tarkan Göksu)

Tribunal Fédéral 2C 722/2017 du 13.12.2017
IIe Cour de droit public - Finances publiques & droit fiscal - Impôts cantonal et communal et impôt fédéral direct 2001 à 2009; rappel d'impôt; soustraction d'impôts (Besteuerung eines Trusts)

Tribunal Fédéral 5A 236/2017 du 11.12.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - Action en nullité d'un testament oral
= BGE 143 III 640
Art. 506, 507 und 520a ZGB
Errichtung einer mündlichen letztwilligen Verfügung, Gültigkeit, Angabe von Ort und Datum

Dass einer der Zeugen dem Erblasser einen Vorschlag für eine letztwillige Verfügung vorliest, stellt keinen Mangel bei der Errichtung der mündlichen letztwilligen Verfügung dar, sofern dem Erblasser die Möglichkeit und die Fähigkeit verbleiben, sich dem Vorgang der Ausarbeitung der Verfügung zu widersetzen (animus testandi) und den Vorschlag auch seinem Inhalt nach abzulehnen.
Die Zeugen müssen in der schriftlichen Urkunde, in die sie den letzten Willen übertragen, Ort, Jahr, Monat und Tag der Äusserung desselben angeben. Art. 520a ZGB, der die Voraussetzungen regelt, unter denen eine eigenhändige letztwillige Verfügung trotz fehlender Angaben über Ort und Zeit gültig ist, gilt sinngemäss für die Beurkundung der mündlichen Verfügung (E. 4.2).
Art. 506, 507 et 520a CC
Établissement d'un testament oral, validité, indication de la date et du lieu

La lecture par l'un des témoins au disposant d'une proposition de testament ne constitue pas un vice dans le processus de l'établissement du testament oral si le testateur conserve la possibilité et la capacité de s'opposer tant au processus d'élaboration du testament (animus testandi) qu'à la proposition relative au contenu.
Les témoins doivent indiquer sur l'acte de retranscription des dernières volontés, le lieu, l'année, le mois et le jour où le testateur les a manifestées. L'art. 520a CC, qui règle dans quelle mesure un testament olographe est valable en dépit de l'indication de ces éléments spatio-temporels, s'applique par analogie à la retranscription du testament oral (consid. 4.2).
Art. 506, 507 e 520a CC
Confezione di un testamento orale, validità, indicazione della data e del luogo

La lettura di una proposta di testamento da parte di uno dei testimoni al testatore non costituisce un vizio nel processo di confezione del testamento orale se il testatore mantiene la possibilità e la capacità di opporsi sia al processo di elaborazione del testamento (animus testandi) sia alla proposta relativa al contenuto.
I testimoni devono indicare sull'atto di trascrizione delle ultime volontà il luogo, l'anno, il mese e il giorno in cui il testatore le ha espresse. L'art. 520a CC, che regola in che misura un testamento olografo è valido malgrado la mancata indicazione di tali elementi spazio-temporali, si applica per analogia alla trascrizione del testamento orale (consid. 4.2).
= AJP 27 (2018) 497 (Anmerkungen von Martina Bosshardt/Stephanie Hrubesch-Millauer)
= BN 79 (2018) 335 (Anmerkungen von Roland Pfäffli)
= dRSK vom 13.03.2018 (Felix Horat: Die Errichtung einer gültigen mündlichen Verfügung)
Bei der Errichtung einer mündlichen Verfügung gemäss Art. 506 ff. ZGB muss der Erblasser seinen letzten Willen nicht verbal ausdrücken. Namentlich wenn ihm dies nicht (mehr) möglich ist, genügt es auch, wenn er einem ihm (von einem Zeugen) unterbreiteten Vorschlag durch Gesten zustimmt, sofern sein Testierwille und seine Verfügungsfähigkeit feststehen. Sodann müssen in der Niederschrift des mündlichen Testaments Ort und Datum der Erklärung des letzten Willens, nicht aber der Niederschrift angegeben sein, wobei diesbezüglich Art. 520a ZGB analog anwendbar ist.
= ius.focus 3/2018, 5 (Anmerkungen von Francesca Borio)
Die Gültigkeit eines mündlichen Testaments erfordert weder, dass der Erblasser seinen Willen mündlich kundtut, noch, dass er das Verfahren initiiert.
= not@lex 11 (2018) 68 (Anmerkungen von Denis Piotet/Maya Kiepe)
= Pra. 108 (2019) Nr. 16
Art. 506, 507 und 520a ZGB
Errichtung einer mündlichen letztwilligen Verfügung, Gültigkeit, Angabe von Ort und Datum
Dass einer der Zeugen dem Erblasser einen Vorschlag für eine letztwillige Verfügung vorliest, stellt keinen Mangel bei der Errichtung der mündlichen letztwilligen Verfügung dar, sofern der Erblasser die Möglichkeit und Fähigkeit verbleiben, sich dem Vorgang der Ausarbeitung der Verfügung zu widersetzen (animus testandi) und den Vorschlag auch seinem Inhalt nach abzulehnen. Die Zeugen müssen in der schriftlichen Urkunde, in der sie den letzten Willen übertragen, Ort, Jahr, Monat und Tag der Äusserung desselben angeben. Art. 520a ZGB, der die Voraussetzungen regelt, unter denen eine eigenhändige letztwillige Verfügung trotz fehlender Angabe über Ort und Zeit gültig ist, gilt sinngemäss für die Beurkundung der mündlichen Verfügung (E. 4.2).
= Pra 107 (2018) Heft 2, Hinweise XII
Das mündliche Testament ist nur zulässig, wenn der Erblasser verhindert ist, in einer anderen Form zu verfügen, und wenn dies kumulativ auf ausserordentliche Umstände zurückzuführen ist. Der Erblasser befand sich auf der Intensivstation, trug eine Sauerstoffmaske, war aber bei klarem Verstand und verkehrte mit Gesten mit den Leuten in der Umgebung. Auf seine Aufforderung holte seine Freundin zwei Freunde an das Krankenbett. In der Annahme, er wolle ein Testament errichten, wandten sich die beiden Freunde an einen Notar, der keine Zeit hatte und ihnen die Modalitäten des mündlichen Testaments sowie die verfügbare Quote einer geschiedenen Person mit Kindern erläuterte. Die Freunde entwarfen einen Test, der einen Viertel des Nachlasses für die Freundin vorsah. Der Erblasser stimmte der Errichtung eines mündlichen Testaments und dem Viertel für die Freundin zu; am nächsten Tag starb er. Die beiden Freunde fassten den Text des Testaments ab und übergaben das datierte und unterzeichnete Dokument dem Vermittleramt bei ers
ter Gelegenheit. Der Erblasser konnte nur noch in der Form des mündlichen Testaments verfügen. Die entsprechenden Formvorschriften waren erfüllt. Insbesondere war es nicht erforderlich, dass der Erblasser selber den letzten Willen in mündlicher Form äusserte, sondern die Lektüre des Entwurfs ist ausreichend, auch dann wenn der Erblasser nicht dazu die Initiative ergriffen hat. Er war urteilsfähig und hat aus freien Stücken dem Entwurf zugestimmt. Auf diesem Stand beruft der dem Vermittleramt übergebene Text. Die Formvorschriften warten erfüllt und das mündliche Testament war gültig. Abweisung der Beschwerde in Zivilsachen; Auferlegung der Gerichtskosten an die solidarisch haftenden Beschwerdeführerinnen (Art. 506 ff. ZGB). 
= successio 13 (2019) 128 (Audrey Leuba, Action en annulation d'un testament oral [art. 519 CC])
= ZBJV 154 (2018) 405-409 (Anmerkungen von Stephan Wolf)
Errichtung einer mündlichen letztwilligen Verfügung (sog. Nottestament), Gültigkeit, Angabe von Ort und Datum. Dass einer der Zeugen dem Erblasser einen Vorschlag für eine letztwillige Verfügung vorliest, stellt keinen Mangel dar, sofern dem Erblasser die Möglichkeit und die Fähigkeit verbleiben, sich dem Vorgang der Verfügung zu widersetzen (animus testandi) und den Vorschlag auch seinem Inhalt nach abzulehnen. Die Zeugen müssen in der schriftlichen Urkunde, in die sie den letzten Willen übertragen, Ort, Jahr, Monat und Tag der Äusserung desselben angeben. Art. 520a ZGB gilt sinngemäss für die Beurkundung der mündlichen Verfügung (Art. 506, 507, 520a ZGB)

Tribunal Fédéral 5A 978/2017 du 11.12.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - responsabilité des exécuteurs testamentaires
= successio 13 (2019) 43 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Tribunal Fédéral 5A 940/2017 du 04.12.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - récusation (partage successoral)
Bien qu’une recourante invoque ses droits constitutionnels fondamentaux, si elle ne s'en prend pas au raisonnement de la décision cantonale querellée et a fortiori ne démontre pas que la motivation de l'arrêt déféré serait contraire au droit ou à la Constitution; le recours ne satisfait aucunement aux exigences minimales des art. 42 al. 2 et 106 al. 2 LTF et est irrecevable (consid. 2).
Auch wenn sich eine Beschwerdeführerin auf „ihre verfassungsmässigen Grundrechte“ beruft, wenn sie sich mit der Begründung des Entscheids nicht auseinandersetzt und erst recht nicht nachweist, dass die Begründung des Urteils gesetzes- oder verfassungswidrig wäre, erfüllt die Beschwerde in keiner Weise die Mindestanforderungen von Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG und ist darauf nicht einzutreten (E. 2).

Tribunal Fédéral 2C_280/2017 du 04.12.2017
IIe Cour de droit public - Droit fondamental - Mesures disciplinaires à l'encontre d'un avocat
= successio 13 (2019) 39 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Schweizerisches Bundesgericht 5A_859/2017 vom 17.11.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Sachenrecht - Unterlassungsansprüche
= successio 13 (2019) 43 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)
Auskunftsbegehren des Willensvollstreckers gegen den Erben, dessen Bewirtschaftsvertrag gekündigt wurde

Schweizerisches Bundesgericht 5A 779/2017 vom 14.11.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Testamentsungültigkeit
Die 30-tägige Beschwerdefrist endigte am Montag, 2. Oktober 2017. Die erst am 5. Oktober der Post übergebene Beschwerde ist verspätet. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten (E. 2).

Schweizerisches Bundesgericht 9C 636/2017 vom 14.11.2017
II. sozialrechtliche Abteilung - Ergänzungsleistung - Ergänzungsleistung zur AHV/IV (Rückerstattung)

Tribunal Fédéral 5A 885/2017 du 08.11.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - action en nullité d'un testament olographe + assistance judiciaire
Si le recourant ne développe nullement son grief d'arbitraire (art. 9 Cst.) sa motivation ne correspond pas aux exigences minimales de motivation des art. 42 al. 2 et 106 al. 2 LTF. Le recours est irrecevable (consid. 2). 
Entwickelt der Beschwerdeführer seine Willkürrüge (Art. 9 BV) in keiner Weise, entspricht seine Begründung nicht den Mindestanforderungen an einer Begründung der Art. 42 Abs. 2 und 106 Abs. 2 BGG. Auf die Beschwerde ist nicht einzutreten (E. 2).

Schweizerisches Bundesgericht 5A 272/2017 vom 07.11.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Forderung 
Der Schluss auf Urteilsunfähigkeit erfordert das Vorliegen eines Schwächezustandes. Reichen die vorinstanzlichen Feststellungen nicht aus, um auf einen Schwächezustand zu schliessen, dann muss die Person, weil eine Voraussetzung der Urteils Un fähigkeit fehlt, nach der Beweislastregel des Art. 16 ZGB als urteils fähig gelten (E. 6.2).

Schweizerisches Bundesgericht 5A 84/2017 vom 07.11.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbschaftsklage
= AJP 27 (2018) 500 (Anmerkungen von Martina Bosshardt/Stephanie Hrubesch-Millauer)
= BN 79 (2018) 339 (Anmerkungen von Roland Pfäffli)
= dRSK vom 13.02.2018 (Fabienne Wiget: Auslegung eines Erbauskaufvertrags)
Es ist mittels Auslegung nach den obligationenrechtlichen Regeln zu bestimmen, ob sich die am Erbauskaufvertrag beteiligten Ehegatten auch gegenseitig verpflichten wollten, den verzichtenden Sohn und die vom Verzicht erfassten Enkel letztwillig nicht zu bedenken (E. 2 und 3). 
= ius.focus 12/2017, 3 (Anmerkungen von Christina R. Kämpf)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 688/2017 vom 19.10.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbteilung (Nichteintreten auf die Berufung) 
Ist eine Beschwerde offensichtlich nicht hinreichend begründet, z.B. weil die Ausführungen der Beschwerdeführerin sich auf andere Urteile als das Angefochtene beziehen, wird darauf nicht eingetreten (E. 3).

Tribunal Fédéral 5A 325/2017 du 18.10.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - Annulation de disposition pour cause de mort (action successorale)
= dRSK vom 16.05.2018 (Delphine Pannatier Kessler: Révocation unilatérale de pactes successoraux)
Dans cet arrêt, le Tribunal fédéral est confronté au cas d’une personne très âgée et fortunée qui a signé deux pactes successoraux réglant avec ses héritiers sa succession et qui, ultérieurement, décide unilatéralement de modifier ses dispositions en invoquant qu’elle aurait été sous l’influence de sa conseillère et amie, cocontractante du pacte, laquelle aurait tenté de l’influencer et en qui elle a par la suite perdu toute confiance. Le Tribunal fédéral analyse sous divers angles la question de la révocabilité des pactes, notamment sous celui des vices de la volonté et sous celui de l’article 27 al. 2 CC. Le Tribunal fédéral arrive à la conclusion que la testatrice ne pouvait pas révoquer les pactes de manière unilatérale, confirmant le caractère définitif de cet instrument de planification, sous réserve de circonstances très particulières et du respect de formalités strictes.
= successio 13 (2019) 34 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 860/2016 vom 09.10.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Schuldbetreibungs- und Konkursrecht - Definitive Rechtsöffnung
= dRSK vom 06.03.2018 (Sandra Spirig, Haftung der Erben für die Schadenersatzpflicht des Erblassers nach Art. 52 AHVG)
Das Bundesgericht bestätigt seine bisherige Praxis, dass Schadenersatzforderungen gemäss Art. 52 AHVG gegen einen Erblasser ohne weiteres auf die Erben übergehen. Der Entscheid bringt somit keine Überraschung, gibt aber Anlass, sich ein paar Überlegungen zu machen, ob und wie sich die Erben gegen solche Forderungen schützen können.
= dRSK vom 07.11.2017 (Lukas Wiget: Schulden gemäss Art. 52 AHVG gehen auf die Erben über [Bestätigung der Rechtsprechung])

Tribunale Federale 5F 18/2017 del 28.09.2017
II Corte di diritto civile - Diritto successorio - Revisione della sentenza
Un’istanza di ricusa di un Giudice federale viene considerata come non motivata, se l’istante si limita a rinviare all’argomentazione contenuta in una sua altra domanda di revisione. Una tale istanza risulta inammissibile e può essere evasa senza fare capo alla procedura prevista dall’art. 37 LTF.
Ein Ablehnungsbegehren gegen einen Bundesrichter wird als nicht begründet betrachtet, wenn das Begehren lediglich auf die in einem anderen Revisionsgesuch enthaltene Argumentation verweist. Ein solch unzulässiger Antrag kann ohne Rückgriff auf das Verfahren nach Art. 37 BGG erledigt werden. 

Schweizerisches Bundesgericht 5A 254/2017 vom 27.09.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Unentgeltliche Rechtspflege (Forderung/Ungültigkeit des Testaments)
Es ist unzulässig, einen erstinstanzlichen Entscheid "nach summarischer Prüfung" für haltbar zu erklären, um daraus auf Aussichtslosigkeit der Berufung zu schliessen und so die unentgeltliche Rechtspflege nicht zu gewähren. Das Gericht hat die Aussichten vorab anhand der Berufungsschrift zu prüfen. Weiter beinhaltet der Begriff der Aussichtslosigkeit eine gewisse Offensichtlichkeit. Dass nach summarischer Prüfung Argumente dafür sprechen, dass das erstinstanzliche Urteil möglicherweise zu bestätigen wäre, reicht hierfür nicht aus und eine Berufung kann somit nicht als zum vornherein aussichtslos bezeichnet werden (E. 4.3).

Tribunale Federale 5A 722/2017 del 26.09.2017
II Corte di diritto civile - Diritto successorio - nomina amministratore di un'eredità
Una decisione in materia di misure provisionali, come quella dell’irricevibilità di un ricorso cantonale per mancato pagamento dell’anticipo di spese, non conosce ferie giudiziarie estive (art. 46 cpv. 2 LTF). Quindi un termine iniziato a decorrere il primo agosto scade il 30 agosto (vedi art. 100 cpv. 1 LTF e anche art. 48 cpv. 1 LTF).
Un ricorso che rinvia al contenuto di un precedente ricorso è inammissibile e non conforme agli art. 46 cpv. 2 e 106 cpv. 2 LTF.
Ein Entscheid über vorsorgliche Massnahmen, welcher zum Beispiel eine kantonale Beschwerde mangels Leistung des Kostenvorschusses als unzulässig erklärt, kennt keinen sommerlichen Fristenstillstand (Art. 46 Abs. 2 BGG). Deshalb läuft eine am 1. August beginnende Frist am 30. August ab (siehe Art. 100 Abs. 1 BGG und auch Art. 48 Abs. 1 BGG).
Eine Beschwerde, die auf den Inhalt einer früheren Beschwerde verweist, ist unzulässig und stimmt nicht mit den Art. 46 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG überein.  

Tribunal Fédéral 5A 677/2017 du 12.09.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - nullité, resp. annulation d'un pacte successoral renonciatif, simulation
L'arbitraire dans l'établissement des faits et l'appréciation des preuves n'est présent que si le juge n'a manifestement pas compris le sens et la portée de la preuve ou s'il tire des conclusions injustifiées (consid. 3.1).
Une simulation au sens de l'art. 18 CO est, si les parties conviennent que les effets juridiques objectivement reconnaissables ne devraient pas se produire et qu'elles souhaitent seulement créer l'apparence d'un acte juridique à l’égard des tiers. La charge de la preuve pour la détermination de la volonté interne est supportée par la partie qui prétend simuler le contrat. Dans la mesure où le contrat de renonciation à l'héritage a été conclu en la forme authentique (art. 512 et art. 499 CC), il est présumé faire foi des faits (art. 9 CC) (consid. 3.3).
Il n'est pas possible de déterminer une prétendue fausse appréciation de la preuve, parce que les juges ont évalué la preuve conformément à la loi (consid. 3.4), raison pour laquelle la plainte est rejetée (consid. 4).
Willkür in der Tatsachenfeststellung und Würdigung von Beweismitteln liegt nur dann vor, wenn der Richter die Bedeutung und den Umfang eines Beweismittels offensichtlich nicht verstanden hat oder ungerechtfertigte Rückschlüsse zieht (E. 3.1).
Eine Simulation im Sinne von Art. 18 OR ist dann gegeben, wenn sich die Parteien einig sind, dass die objektiv erkennbaren Rechtswirkungen nicht eintreten sollen und sie nur den Anschein einer Rechtshandlung gegenüber Dritten erwecken wollen. Die Beweislast für die Feststellung des inneren Willens trägt die Partei, die geltend machen will, dass der Vertrag simuliert ist. Soweit der Erbverzichtsvertrag in der richtigen Form (Art. 512 und Art. 499 ZGB) ergangen ist, wird er als bestehend erachtet (Art. 9 ZGB) (E. 3.3).
Eine behauptete unrichtige Beweiswürdigung lässt sich nicht feststellen, da die Richter die Beweiswürdigung nach geltendem Recht vorgenommen haben (E. 3.4), weshalb die Beschwerde abgewiesen wird (E. 4).

Schweizerisches Bundesgericht 5A 509/2017 vom 06.09.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbteilung
Die Nichtannahme der Gerichtsurkunde zur Zahlung des Kostenvorschusses, ist mit ihrer Zustellung gleichzusetzen. Das Nichtbezahlen des Kostenvorschusses innerhalb der Nachfrist führt gemäss Art. 62 Abs. 3 BGG zum Nichteintretensentscheid im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG.

Tribunal Fédéral 5D 159/2017 du 06.09.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - Inventaire conservatoire de la succession et assistance judiciaire
L'acte de recours n'a pas été déposé dans le délai de 30 jours de l'art. 100 al. 1 LTF (consid. 4).
Die Beschwerdeschrift wurde nicht innerhalb der 30 Tage von Art. 100 Abs. 1 BGG der Schweizerischen Post übergeben (E. 4).

Tribunal Fédéral 5G 3/2017 du 05.09.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - interprétation de l'arrêt 5A_522-569-573/2014
Un dispositif n'est pas claire et doit être interprété s'il existe un risque que les parties ou les autorités auxquelles le jugement s'adresse, comprennent la décision différemment de l'intention du tribunal. Les considérations ne sont soumises à l’interprétation que dans la mesure où elles sont nécessaires pour comprendre le sens du dispositif (consid. 1).
L'interprétation d’un arrêt qui renvoie la cause admise que si l'instance précédente n'a pas pris de nouvelle décision (art. 129 al. 2 LTF). Le Tribunal fédéral laisse la question, si une nouvelle décision a été prise, ouverte quand l'autorité cantonale ne se prononce que sur les frais de justice et pas sur la question de la responsabilité de l'exécuteur testamentaire (consid. 3).
Un renvoi au sens des considérants est recevable si le Tribunal fédéral ne peut rendre un nouveau jugement sans les faits nécessaires (consid. 4.2).
La procédure de l'autorité à laquelle elle a été renvoiée est applicable (consid. 5).
Ein Dispositiv ist unklar und muss ausgelegt werden, wenn Gefahr besteht, dass die Parteien oder Behörden an die das Urteil gerichtet ist, subjektiv die Entscheidung anders verstehen als das Gericht beabsichtigt. Die Erwägungen unterliegen nur insoweit der Erläuterung, als sie dazu nötig sind, um den Sinn des Dispositivs zu verstehen (E. 1).
Die Erläuterung eines Rückweisungsentscheids ist nur zulässig, solange die Vorinstanz keinen neuen Entscheid getroffen hat (Art. 129 Abs. 2 BGG). Ob ein neuer Entscheid vorliegt, wenn die kantonale Instanz nur über die Prozesskosten urteilt und nicht über die in Frage gestellte Haftungsfrage des Testamentsvollstreckers, lässt das Bundesgericht offen (E. 3).
Eine Rückweisung im Sinne der Erwägungen ist zulässig, wenn das Bundesgericht ohne die notwendigen Tatsachen kein neues Sachurteil fällen kann (E. 4.2).
Es ist das Verfahren der Behörde, an die zurückgewiesen wurde, anwendbar (E. 5).
= successio 13 (2019) 43 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 757/2016 vom 31.08.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbschein
Wenn die Erbenstellung eines gesetzlichen Erben unklar ist, kann sein Antrag auf Erwähnung in der Erbbescheinigung abgelehnt werden; der ordentliche Richter hat über seine Erbenstellung zu befinden (E. 3). 
= AJP 27 (2018) 506 (Anmerkungen von Martina Bosshardt/Stephanie Hrubesch-Millauer)
= BN 79 (2018) 337 (Anmerkungen von Roland Pfäffli)
= dRSK vom 23.11.2017 (Stefan Birrer, Erbenbescheinigung klärt Erbenstellung nicht)
Der Ausstellung einer Erbenbescheinigung geht keine Auseinandersetzung über die materielle Rechtslage voraus. Zur Klärung der materiellen Rechtslage ist einzig der ordentliche Zivilrichter zuständig, nicht die für die Ausstellung der Erbenbescheinigung zuständige Behörde, deren Prüfungsbefugnis bloss beschränkt und provisorisch ist.
= ius.focus 10/2017, 4 (Anmerkungen von Nadja D. Leuthardt)
= successio 12 (2018) 316 (Anmerkungen von Tarkan Göksu)
= successio 13 (2019) 30 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Tribunal Fédéral 4A 689/2016 du 28.08.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des contrats - décès du locataire (art. 560 CC); qualité d'un héritier pour agir seul en contestation de la résiliation du bailleur (art. 273 CO)
= mp 2017, 317
= successio 12 (2018) 318
 (Anmerkungen von Tarkan Göksu)
= successio 13 (2019) 30 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Tribunal Fédéral 5A 482/2017 du 24.08.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - récusation (succession)
Les exigences de l'art. 110 LTF sont respectés si un tribunal précédant le Tribunal fédéral examine librement les faits et applique d'office le droit déterminant. Une décision du tribunal de première instance selon, laquelle les erreurs du magistrat instructeur doivent être vérifiées et corrigées par la cour d'appel ne constitue pas un refus de vérifier les faits (consid. 5.2.1).
Des décisions ou des actes de procédure viciés ou même arbitraires ne créent pas en soi une apparence objective de prévention. Seuls les manquements particulièrement graves ou des violations des obligations commis par le juge peuvent sembler de partialité (consid. 6.2.1).
Une limitation de l'examen arbitraire à la détermination des faits ne constitue pas une violation de l'art. 30 al. 1 Cst. Le rejet de certaines demandes de preuve peut seulement être une indication que le juge ne les considère pas pertinentes, mais ne constitue en aucun cas un motif de partialité (consid. 6.2).
Die Voraussetzungen von Art. 110 BGG sind erfüllt, wenn eine dem Bundesgericht vorgängige Instanz den Sachverhalt frei prüft und das massgebende Recht von Amtes wegen anwendet. Eine Entscheidung des erstinstanzlichen Gerichts, dass Fehler des Instruktionsrichters durch das Berufungsgericht festzustellen und zu korrigieren seien, stellt keine Weigerung der Sachverhaltsüberprüfung dar (E. 5.2.1).
Fehlerhaft oder gar willkürliche Entscheidungen oder Verfahrenshandlungen schaffen an sich keinen Anschein der Befangenheit. Lediglich besonders schwerwiegende oder wiederholende Pflichtverletzungen des Richters können einen Anschein der Voreingenommenheit darstellen (E. 6.2.1).
Eine Beschränkung der Willkürprüfung auf die Tatsachenfeststellung stellt keinen Verstoss von Art. 30 Abs. 1 BV dar. Die Abweisung bestimmter Beweisanträge kann lediglich ein Hinweis sein, dass der Richter diese als nicht relevant ansieht, stellt aber in keiner Weise einen Befangenheitsgrund dar (E. 6.2)

Schweizerisches Bundesgericht 5D 147/2017 vom 24.08.2017 
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Kostenvorschuss (Erbteilung)
Bei einem angedrohten Abschreibungsbeschluss bei Nichtbezahlung des Kostenvorschusses, erweist sich eine Beschwerde dagegen, welche erst zwei Monate nach Erhalt eingereicht wurde, als querulatorisch und rechtsmissbräuchlich (E. 2). 

Schweizerisches Bundesgericht 5A 392/2017 vom 24.08.2017 
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Klage auf Auflösung einer Erbengemeinschaft oder einer einfachen Gesellschaft (örtliche Zuständigkeit)
Die Klage auf Durchführung der Erbteilung ist am letzten Wohnsitz des Erblassers einzureichen (E.2); in casu wurde bezüglich eines Bankkontos das Vorliegen einer einfachen Gesellschaft behauptet, welche jedoch nicht bewiesen werden konnte (E. 3); somit lag eine Erbengemeinschaft vor.
= AJP 27 (2018) 514 (Anmerkungen von Martina Bosshardt/Stephanie Hrubesch-Millauer)
= BN 79 (2018) 339
= dRSK vom 01.03.2018 
(Andreas Flückiger: Erbengemeinschaft - Umwandlung in eine einfache Gesellschaft)
Die Umwandlung einer Erbengemeinschaft in eine einfache Gesellschaft setzt die Vereinbarung der Erben voraus, dass sie die fortgesetzte Erbengemeinschaft klar aufheben und als einfache Gesellschaft weiterführen wollen. Für eine konkludente Vereinbarung der Umwandlung müsste zusätzlich erfüllt sein, dass eine besondere rechtsgeschäftliche Förderungspflicht gewollt wäre, die über das Zusammenwirken in einer Erbengemeinschaft hinaus geht (Bestätigung der Rechtsprechung). Erben können neue Bankkonti für den Nachlass eröffnen, ohne dass sie dabei ausdrücklich als Erbengemeinschaft auftreten.
= ius.focus 10/2017, 11 (Anmerkungen von Anja Korrodi)
= successio 12 (2018) 313 (Anmerkungen von Tarkan Göksu)

Tribunal Fédéral 5A 630/2017 du 24.08.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - partage successoral
Présentation de sa propre appréciation de la cause de la recourante, qui se fondent sur des faits non établis et sont faites sans référence à des bases légales, satisfait aucunement aux exigences de l'art. 42 al. 2 et art. 106 al. 2 LTF et un recours est irrecevable dans le cadre de la procédure simplifiée conformément à l'art. 108 al. 1 LTF (consid. 2).
Ausführungen über die eigene Ansichten der Beschwerdeführerin, welche auf nicht festgestellten Tatsachen beruhen und ohne Bezugnahme von Rechtsgrundlagen erfolgen, erfüllen die Voraussetzungen von Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG nicht; auf eine solche Beschwerde wird im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 BGG nicht eingetreten (E. 2).

Schweizerisches Bundesgericht 5A 52/2017 vom 10.08.2017 
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Klage auf Absetzung des Willensvollstreckers (vorsorgliche Massnahmen)
Der Zivilrichter geht auf die vorsorglich beantragte Suspendierung des Willensvollstreckers während der Dauer des Hauptverfahrens nicht ein, weil die Aufsichtsbehörde für die Absetzung zuständig sei und weil ein nicht wieder gutzumachender Nachteil nicht nachgewiesen wurde (E. 2).
= successio 13 (2019) 42 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle) 

Schweizerisches Bundesgericht 5A 54/2017 vom 10.08.2017 
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Klage auf Absetzung des Willensvollstreckers (vorsorgliche Massnahmen)
Der Zivilrichter geht auf die vorsorglich beantragte Suspendierung des Willensvollstreckers während der Dauer des Hauptverfahrens nicht ein, weil die Aufsichtsbehörde für die Absetzung zuständig sei und weil ein nicht wieder gutzumachender Nachteil nicht nachgewiesen wurde (E. 2).

Schweizerisches Bundesgericht 5A 188/2017 vom 08.08.2017 
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - ErbteilungEine Berufung muss klar darlegen, ob die Abweisung der Klage als solche mit Rechtskraftwirkung angestrebt wird oder ob die Abweisung zur Zeit gemeint ist, mit der Folge, dass der Kläger zu einem späteren Zeitpunkt seinen Anspruch hätte einklagen können (E. 2.4).
Bei einer Bevollmächtigung, in seinem Namen die für die Eigentums-Übertragung an Nachlass-Grundstücken notwendigen Handlungen abzugeben, handelt es sich nicht um eine Vereinbarung zur Leistungspflicht Zug um Zug, auch wenn sich dieses Vorgehen als ungeeignet herausgestellt haben sollte (E. 2.4). 

Schweizerisches Bundesgericht 5A 584/2017 vom 07.08.2017 
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbteilung 
Bei der Bezeichnung eines Sachverständigen in einer Erbschaftssache handelt es sich um einen Zwischenentscheid. Dieser ist nur anfechtbar wenn ein nicht wieder gutzumachender Nachteil entsteht (E. 1).

Schweizerisches Bundesgericht 2C 489/2017 vom 28.07.2017 
II. öffentlich-rechtliche Abteilung - Öffentliche Finanzen & Abgaberecht - Erbschaftssteuer (Steuertarif)
Die Frage ob für §130 Abs. 3 StG/BS ein Eintrag im Einwohner- oder Steuerregister vorzunehmen ist, wird offengelassen, wenn verbindlich festgestellt wird, dass kein gemeinsamer Haushalt besteht (E. 4).
§130 Abs. 3 StG/BS verstösst auch bei homosexuellen Paaren weder gegen das Rechtsgleichheitsgebot (E. 5.3), noch gegen das Diskriminierungsverbot (E. 5.5).
= successio 12 (2018) 225 (Anmerkungen von Andrea Opel)
Basler "Konkubinatsklausel" diskriminiert homosexuelle Paare nicht

Schweizerisches Bundesgericht 4A_255/2017 vom 27.07.2017
I. zivilrechtliche Abteilung - Vertragsrecht - Auftrag
= successio 13 (2019) 42 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)
Willensvollstrecker als Partei

Schweizerisches Bundesgericht 5A 91/2017 vom 26.07.2017 
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Beschwerde gegen den Willensvollstrecker
Ein Willensvollstrecker wird von der Aufsichtsbehörde angehalten, über sein Honorar (Akonto-Bezüge) Rechenschaft abzulegen; er erhebt dagegen Beschwerde, übergibt danach aber eine definitive Berechnung seinen Honoraranspruchs, womit die Rechenschaft über die Akonto-Bezüge gegenstandslos wird und das Verfahren abgeschrieben werden kann (E. 2).
Die Kosten derjenigen Partei aufzuerlegen, welche sich dem Begehren unterzogen hat, ist nicht zu beanstanden (E. 3).
=successio 13 (2019) 43 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Tribunal Fédéral 6B 1115/2016 du 25.07.2017
Cour de droit pénal - Procédure pénale - Ordonnance de classement (vol, gestion déloyale, blanchiment d'argent); frais de procédure; indemnités
Renvoie du recours à l’instance précédente pour que cette puisse restatuer par rapport au grief de violation de l’art. 426 al. 2 CPP et rendre une nouvelle décision s’agissant des prétentions réclamées sur la base de l’art. 429 CPP (consid. 2.5).
Par rapport au reste le grief est irrecevable vu que pas motivé ou fondé sur des fais non constatés (consid. 3.2, 3.3 et 3.4).
Rückweisung der Beschwerde an die Vorinstanz, damit diese im Zusammenhang mit der Rüge der Verletzung von Art. 426 Abs. 2 StPO die Beschwerde neu prüfen kann und einen neuen Entscheid basiert auf die nach Art. 429 StPO erhobenen Ansprüche fällen kann (E. 2.5).
Ansonsten ist die Beschwerde unzulässig, da sie nicht motiviert wurde oder auf nicht nachgewiesenen Tatsachen beruht (E. 3.2, 3.3, 3.4).

Tribunal Fédéral 5A 441/2016 du 24.07.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - partage de la succession 
Les inconvénients de nature financière ou temporelle d'une décision incidente, qui a été prise dans le cadre d'une action en partage successorale, ne peuvent pas constituer des inconvénients irréparables (consid. 3).
Finanzielle oder zeitliche Nachteile in einem Zwischenentscheid, welcher innerhalb eines Erbteilungsprozesses erging, können keine nicht wieder gutzumachende Nachteile darstellen (E. 3).

Tribunal Fédéral 5A 408/2016 du 21.07.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - pacte successoral (révocation, annulation d'une clause, action constatatoire)
Dans le cas d'une action constatatoire tendant à la révocation ou à la nullité d'un paragraphe particulier d'un contrat successoral et d'une action subsidiaire en annulation, il n' y a aucun sens à constater en même temps la nullité de cette clause (consid. 4.3).
L'intérêt à déterminer qu'une clause testamentaire n'est plus valide suffit à justifier un intérêt juridiquement protégé dans une action en jugement déclaratoire, surtout si la réaction des héritiers gratifiés intensifie l'incertitude du droit de révocation du testateur (consid. 5.2).
Une consortié matérielle nécessaire est si le jugement a un effet formateur et tend à la suppression d’un rapport de droit qui touche plusieurs personnes. L'exception est le recours en annulation du testament de l'art. 519 ss. CC (consid. 6.1).
L'action constatatoire sur la validité d’une disposition de dernière volonté a pour conséquence que l’action ne doit pas être ouverte contre tous les héritiers (consid. 6.2).
Bei einer Feststellungsklage mit dem Begehren, dass ein bestimmter Paragraph in einem Erbvertrag widerrufen, beziehungsweise ungültig sei und einer subsidiär eingereichten Nichtigkeitsklage macht es keinen Sinn, gleichzeitig die Nichtigkeit dieses Paragraphen festzustellen (E. 4.3).
Das Feststellungsinteresse, dass eine Verfügung von Todes wegen nicht mehr gültig ist, reicht aus, um ein schutzwürdiges Interesse an einer Feststellungsklage zu begründen, insbesondere wenn die Reaktion der Bedachten die Unsicherheit über das Widerrufsrecht der Erblasserin verstärkt (E. 5.2).
Eine notwendige Streitgenossenschaft besteht, wenn das Urteil gestalterisch wirkt und dazu führt, dass ein Rechtsverhältnis geändert wird, welches mehrere Personen betrifft. Die Ausnahme bildet die Nichtigkeitsklage des Testaments in Art. 519 ff. ZGB (E. 6.1).
Die Feststellungsklage über das Nichtbestehen einer Klausel führt dazu, dass nicht alle Bedachten beklagt werden müssen (E. 6.2).
= dRSK vom 18.10.2017 (Tarkan Göksu: Feststellung des Widerrufs einer Erbeinsetzung) 
Es besteht ein hinreichendes Interesse der verfügenden Person an der Feststellung des wirksamen Widerrufs einer Erbeinsetzung. Es besteht keine notwendige Streitgenossenschaft zwischen den Begünstigten der widerrufenen Verfügung. 
= successio 12 (2018) 322 (Thomas Weibel/Anela Lucic, Klage auf Feststellung der Gültigkeit des Widerrufs einer Verfügung von Todes wegen zu Lebzeiten der Erblasserin)
= successio 12 (2018) 315 (Anmerkungen von Tarkan Gösku)

Schweizerisches Bundesgericht 2C 1035/2016 vom 20.07.2017 
II. öffentlich-rechtliche Abteilung – Grundrecht Gesundheitsrecht (Entbindung von der beruflichen Schweigepflicht)
Der (konkrete) Anspruch der Erben auf Entbindung eines Arztes von der Schweigepflicht, kann nur vom Richter in einem erbrechtlichen Prozess beurteilt werden; vorliegend wurde der Anspruch der Erben abgewiesen (E. 4.2).
Für Mitarbeiter eines Alterszentrums, deren Schweigepflicht mangels genauer Angaben über Aufgaben und Funktion nicht beurteilt werden konnte, gelten entsprechende Überlegungen (E. 4.2).

Tribunal Fédéral 5A 534/2017 du 18.07.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - assistance judiciaire (contrat de travail ou de mandat, restitution à la succession)
Un recours contre une décision incidente au sens de l'art. 93 LTF doit être déclaré irrecevable selon la procédure simplifiée prévue à l'art. 108 alt. 1 LTF, s'il n'est pas possible d'expliquer dans quelle mesure un refus de l'assistance judiciaire peut être qualifié un préjudice irréparable (consid. 2).
Auf eine Beschwerde gegen einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG wird nach Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG im vereinfachten Verfahren nicht eingetreten, wenn nicht dargelegt werden kann, inwiefern eine Abweisung der unentgeltlichen Rechtspflege einen nicht wiedergutzumachender Nachteil bewirkt (E. 2).

Tribunal Fédéral 5A 529/2017 du 17.07.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - assistance judiciaire (partage successoral et rapport)
Art. 93 LTF
Recours contre un rejet de l’assistance judiciaire

Le refus de l'assistance judiciaire et de la désignation d'un avocat d'office cause notamment un préjudice irréparable lorsqu'une avance de frais doit être fournie dans un court délai ou lorsque le requérant est amené à devoir défendre ses intérêts sans l'assistance d'un mandataire (consid. 2).
Art. 93 BGG
Beschwerde gegen die Ablehnung der unentgeltlichen Rechtspflege

Eine Ablehnung der unentgeltlichen Rechtspflege oder eines Pflichtverteidigers führt zu einem nicht wiedergutzumachenden Nachteil, wenn eine kurze Frist zur Bezahlung eines Kostenvorschusses angesetzt wird oder die Wahrung seiner Interessen ohne Mitwirkung eines Vertreters nötig wird (E. 2).

Tribunal Fédéral 5A 526/2017 du 17.07.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - assistance judiciaire (annulation d'une renonciation par pacte successoral)
Art. 93 LTF
Recours contre un rejet de l’assistance judiciaire

Le refus de l'assistance judiciaire et de la désignation d'un avocat d'office cause notamment un préjudice irréparable lorsqu'une avance de frais doit être fournie dans un court délai ou lorsque le requérant est amené à devoir défendre ses intérêts sans l'assistance d'un mandataire (consid. 2)
Art. 93 BGG
Beschwerde gegen die Ablehnung der unentgeltlichen Rechtspflege

Eine Ablehnung der unentgeltlichen Rechtspflege oder eines Pflichtverteidigers führt zu einem nicht wiedergutzumachenden Nachteil, wenn eine kurze Frist zur Bezahlung eines Kostenvorschusses angesetzt wird oder die Wahrung seiner Interessen ohne Mitwirkung eines Vertreters nötig wird (E. 2).

Tribunale Federale 5A 530/2017 del 17.07.2017
II Corte di diritto civile - Diritto successorio - anticipo spese (nomina amministratore eredità) 
Le decisioni in materia di anticipazione delle spese emanate in seconda istanza sono impugnabili unicamente mediante ricorso al Tribunale federale. Trattandosi di decisioni incidentali, sono immediatamente impugnabili soltanto se possono causare un pregiudizio irreparabile (art. 93 cpv. 1 lett. a LTF); non incorre in un tale pregiudizio colui che possiede i mezzi finanziari per pagare il richiesto anticipo.
Zweitinstanzliche Entscheide bezüglich des Kostenvorschusses sind nur mit einer Beschwerde in Zivilsachen an das Bundesgericht anfechtbar. Da es sich hierbei um Zwischenentscheide handelt, können diese nur unverzüglich angefochten werden, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG), was nicht der Fall ist, wenn eine Person über die finanziellen Mittel verfügt, um den Kostenvorschuss zu leisten.

Schweizerisches Bundesgericht 5A 916/2016 vom 07.07.2017 
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbteilung
= SZZP/RSPC 2017 Nr. 2009
Art. 99 Abs. 1 lit. c ZPO; Geschuldete Parteientschädigung aus einem früheren Verfahren als Kautionsgrund
Ob die Beschwerdegegnerin die Prozesskosten aus dem früheren Verfahren tatsächlich erst und nur unter dem Druck eines Kautionsgesuchs bezahlt, ist unerheblich, um die im (Haupt-) Verfahren beantragte Sicherheitsleistung abzuwenden (E. 2.4.4).
Eine beantragte Sicherheitsleistung ist abzuwenden, wenn die geschuldete Parteientschädigung im Zeitpunkt des Entscheids über das Sicherstellungsgesuch bereits bezahlt worden ist (E. 2.4.5).

Tribunal Fédéral 5A 839/2016 du 05.07.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - succession (communication de dispositions testamentaires révoquées)
Art. 76 al. 1 LTF, art. 90 LTF
Droit d’ester en justice de l'exécuteur testamentaire sans intérêt personnel

Les jugements qui ordonnent à l'exécuteur testamentaire de remettre aux héritiers et aux légataires une copie des actes à cause de mort de la défunte est une décision finale au sens de l'Art. 90 BGG et une cause de nature non pécuniaire (consid. 1).
L'exécuteur testamentaire n'a le droit de faire appel que s'il a un intérêt personnel, actuel et pratique, notamment en ce qui concerne sa désignation, sa position ou ses fonctions. L’intérêt de la mémoire de la défunte ne suffit pas (consid. 2).
Art. 76 Abs. 1 BGG, Art. 90 BGG
Beschwerdelegitimation des Willensvollstreckers ohne persönliches Interesse

Urteile, welche den Willensvollstrecker anweisen, eine Abschrift der Verfügungen von Todes wegen an die Erben und Vermächtnisnehmer auszuhändigen, ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG und nicht vermögensrechtlicher Natur (E. 1).
Der Willensvollstrecker ist nur zur Beschwerde befugt, wenn er ein persönliches, aktuelles und praktisches Interesse hat. Insbesondere ist er dazu befugt, wenn es sich um seine Benennung, seine Position oder seine Funktion handelt. Ein Schutz des Andenkens der Verstorbenen reicht nicht (E. 2).
= successio 12 (2018) 61 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 246/2017 vom 28.06.2017
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Gesuch um Aufnahme eines öffentlichen Inventars
Eine vom Erblasser übergangene Tochter, eine virtuelle Erbin, muss die Ungültigkeits- bzw. Herabsetzungsklage einreichen, um in Erbenstellung zu erlangen; sie wird erst damit berechtigt, das öffentliche Inventar zu verlangen (E. 2 und 3).
= BGE 143 III 369
Art. 580 Abs. 1 ZGB
Berechtigung, ein öffentliches Inventar zu verlangen

Der Pflichtteilserbe, der durch Verfügung von Todes wegen vollständig von der Erbschaft ausgeschlossen wurde, ist nicht berechtigt, ein öffentliches Inventar zu verlangen (E. 2 und 3).
Art. 580 al. 1 CC
Droit de réclamer un bénéfice d'inventaire

L'héritier réservataire qui a été entièrement exclu de la succession par disposition pour cause de mort n'est pas légitimé à réclamer un bénéfice d'inventaire (consid. 2 et 3).
Art. 580 cpv. 1 CC
Diritto di chiedere il beneficio d'inventario

L'erede legittimario che è stato completamente escluso dalla successione per disposizione a causa di morte non può chiedere il beneficio d'inventario (consid. 2 e 3).
= BN 78 (2017) 141 (Anmerkungen von Roland Pfäffli)
= dRSK vom 28.06.2017 (Alexandra Hirt, Kein öffentliches Inventar auf Antrag eines virtuellen Erben)
Das Bundesgericht stellt in diesem zur Publikation vorgesehenen Entscheid klar, dass ein vom Erblasser vollständig übergangener Pflichtteilserbe nicht berechtigt ist, ein öffentliches Inventar (Art. 580 ff. ZGB) zu verlangen. Zuerst hat er hierfür die Erbenstellung durch ein zu seinen Gunsten lautendes Ungültigkeits- oder Herabsetzungsurteil zu erstreiten. Ferner befasst sich das Bundesgericht mit dem Anspruch auf Akteneinsicht und Parteistellung der bisher am Verfahren nicht beteiligten Alleinerbin. 
= JdT 165 (2017) II 465
Art. 457, 471 ch. 1er, 522-533 et 580 CC
Droit des successions. Bénéfice d’inventaire. Droit du réservataire exclu.– Contrat matrimonio-successoral entre C.B. et B.B. attribuant l’entier du bénéfice au survivant désigné comme unique héritier. – Décès de C.B. laissant son épouse B.B. et leurs deux filles D. et A. – Bénéfice d’inventaire requis par A. – Requête rejetée par les tribunaux cantonaux. – Recours au TF, rejeté. 

1. L’héritier réservataire complètement ignoré par le de cujus dans ses dispositions pour cause de mort n’obtient son statut d’héritier qu’à l’issue d’un jugement favorable en réduction ou en annulation (rappel de jurisprudence) (c. 2.1).
2. Cet héritier n’est pas légitimé à réclamer un bénéfice d’inventaire (c. 3.4).
= ius.focus 9/2017, 5 (Anmerkungen von Angelika Karrer)
= not@lex 11 (2018) 69 (Anmerkungen von Denis Piotet/Maya Kiepe)
= Pra. 106 (2017) Heft 10 Hinweise
Jeder Erbe mit der Befugnis, die Erbschaft auszuschlagen, ist berechtigt, das öffentliche Inventar zu verlangen. Die Beschwerdeführerin als gesetzliche und pflichtteilsberechtigte Erbin wurde vom Erblasser vollständig übergangen. Sie kann aber ein öffentliches Inventar erst verlangen, wenn sie die Erbenstellung durch ein entsprechendes Ungültigkeits- oder Herabsetzungsurteil erlangt hat. Für die Herabsetzungsklage genügt die Kenntnis der ungefähren Nachlasshöhe. Das genaue Ausmass der Pflichtteilsverletzung muss nicht feststehen. Von der Verletzung ihrer Rechte als Pflichtteilserbin hat sie durch die Verfügung von Todes wegen Kenntnis erhalten. Die Verfügung von Todes wegen ist wirksam, wenn nicht auf Klage hin gerichtlich die Ungültigerklärung oder Herabsetzung erfolgt. Unter diesen Umständen ist die Beschwerdeführerin nicht berechtigt, ein öffentliches Inventar zu verlangen. Abweisung der Beschwerde; Ablehnung des Gesuchs der Beschwerdegegnerin um Parteistellung und teilweise Gutheissung ihres Gesuchs auf Akteneinsicht; Auferlegung der Gerichtskosten an die Beschwerdeführerin; keine Zusprechung von Parteientschädigungen (Art. 580 ff. ZGB).
= SJ 140 (2018) I 134
CC 580 al. 1; Succession. Droit de réclamer un bénéfice d'inventaire.
= successio 13 (2019) 273 (Anmerkungen von Tarkan Göksu)
Akteineinsichtsrecht des virtuellen Erben
= successio 13 (2019) 292 (Paul Eitel/Alexandra Zeiter, Öffentliches Inventar und [vollständig übergangener} virueller Erbe)
= ZBJV 154 (2018) 409-411 (Anmerkungen von Stephan Wolf)
Berechtigung, ein öffentliches Inventar zu verlangen. Der durch Verfügung von Todes wegen vollständig von der Erbschaft ausgeschlossene Pflichtteilserbe ist nicht berechtigt, ein öffentliches Inventar zu verlangen (Art. 580 Abs. 1 ZGB). 

Tribunal Fédéral 5A 288/2017 du 23.06.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - partage successoral= 
= dRSK vom 18.10.2017 (Tarkan Göksu: Erbteilung und Ausgleichsansprüche)
Bei der Teilung eines Nachlasswerts kann ohne entsprechende ausdrückliche Klausel nicht angenommen werden, es sei auch auf Ausgleichungsansprüche aus dem gleichen Erbgang verzichtet worden.
= successio 14 (2020) 58 (Lorenz Baumann, Kleiner Restnachlass - Grosse Ausgleichsforderung)
= ZBGR 99 (2018) 48 Nr. 7
CC art. 626 ss
Rapport successoral

En tant qu’elle constitue une partie (ou un préalable) de l’action en partage, la requête de rapport n’est soumise à aucun délai.
Lorsqu’il ne s’agit pas d’une parcelle agricole, le rapport a lieu d’après la valeur vénale. Le droit fédéral établit selon quels principes juridiques (méthode, critères) l’estimation de cette valeur doit être effectuée. L’indication d’une valeur fiscale dans l’acte de transfert, en lien avec la perception des droits de mutation, est irrelevante.
ZGB 626 ff.
Erbrechtliche Ausgleichung

Das Ausgleichungsgesuch ist an keine Frist gebunden, da es Bestandteil (Vorbedingung) des Teilungsanspruchs ist.
Die Ausgleichung erfolgt nach dem Verkehrswert, es sei denn, es handle sich um ein landwirtschaftliches Grundstück. Das Bundesrecht setzt die juristischen Grundsätze (Methode, Kriterien) fest, nach welchen diese Wertschätzung stattzufinden hat. Die Angabe eines Steuerwertes im Übertragungsvertrag im Zusammenhang mit der Erhebung der Handänderungssteuern ist irrelevant.

Schweizerisches Bundesgericht 5A 396/2015 vom 22.06.2017 
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbteilung
= BGE 143 III 425
Art. 607 ff. und Art. 610 ff. ZGB
Grundsätze des Erbteilungsrechts und Erbteilungsregeln; Befugnisse des Teilungsgerichts

Übersicht zu den Grundsätzen des Erbteilungsrechts und den gesetzlichen Erbteilungsregeln. Oberste Richtlinie des Teilungsrechts ist die Anspruchsgleichheit der Erben. Das Teilungsgericht ist an die gesetzlichen Bestimmungen insbesondere über die Bildung von Losen sowie über die Zuweisung und den Verkauf einzelner Sachen gebunden. Es ist folglich nicht befugt, Lose oder einzelne Sachen direkt nach eigenem Ermessen einem der Erben zuzuweisen, wenn sich die Erben darüber nicht einig sind und erblasserische Teilungsvorschriften fehlen (E. 4-6).
Art. 607 ss et art. 610 ss CC
Principes régissant le droit du partage successoral et règles de partage; compétences du juge du partage

Aperçu des principes régissant le droit du partage successoral et des règles légales en la matière. L'égalité de droit des héritiers est le principe fondamental du droit du partage successoral. Le juge du partage est lié par les prescriptions légales, en particulier celles régissant la composition des lots ainsi que l'attribution et la vente de certains biens héréditaires. Il n'est par conséquent pas légitimé à attribuer un lot ou des biens héréditaires selon sa propre appréciation directement à l'

Tribunal Fédéral 5A 278/2017 du 19.06.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - compétence internationale en matière successorale (action en partage)
Art. 20 al. 1 LDIP

Conformement à l'art. 86 al. 1 LDIP, la juridiction internationale et locale est déterminée par le dernier domicile du défunt. Par Art. 20 LDIP est la résidence d'une personne physique a son domicile dans l'Etat dans lequel elle réside avec l'intention de s'y établir. La notion de domicile comporte un élément objectif et un élément subjectif (consid. 3.1).
Lorsqu'une personne a déposé les documents administratifs, il s'agit simplement d'une indication de résidence (consid. 3.1.1.1).
Le séjour effectué dans un but spécial ne constitue pas le domicile en soi, seulement lorsqu'une personne décide de son propre chef, d'une manière reconnaissable pour les tiers, de s'installer dans un établissement (consid.
3.1.1.2).
Art. 20 Abs. 1 IPRG
Gemäss Art. 86 Abs. 1 IPRG richtet sich die internationale und örtliche Zuständigkeit nach dem letzten Wohnsitz des Erblassers. Nach Art. 20 IPRG ist dieser Wohnsitz einer natürlichen Person an dem Ort, an dem sie sich mit der Absicht des dauernden Verbleibens aufhält. Der Wohnsitzbegriff setzt sich aus einem objektiven und einem subjektiven Element zusammen (E. 3.1).
Wo eine Person die Schriften deponiert hat, stellt lediglich ein Indiz für den Wohnsitz dar (E. 3.1.1.1).
Wohnsitz am Aufenthaltsort zu Sonderzwecken ist nur möglich, wenn die Person sich freiwillig an diesen Ort begeben und ihren Willen, am entsprechenden Ort dauerhaft zu verweilen, Dritten kundgetan hat (E. 3.1.1.2).
= successio 12 (2018) 313 (Anmerkungen von Tarkan Göksu)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 71/2017 vom 19.06.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - unentgeltliche Rechtspflege (Entbindung vom Anwaltsgeheimnis, Erbschaft)
Art. 117 ff. ZPO; Art. 29 Abs. 3 BV

Gegen Zwischenentscheide, welche die Entbindung vom Anwaltsgeheimnis zur Hauptsache haben, steht die Beschwerde in Zivilsachen zur Verfügung (E. 1.2).
Da sich das Verfahren vor Bundesgericht auf die Richtigkeit der Zwischenverfügung beschränkt, kann nur eine Rechtsverletzung im Zusammenhang mit der Zwischenverfügung gerügt werden und nicht die Hauptsache an sich (E. 1.3).
Die Prüfung der Aussichtslosigkeit ist nicht verfassungswidrig (E. 1.4).

Schweizerisches Bundesgericht 2C 415/2017 vom 02.06.2017
II. öffentlich-rechtliche Abteilung - Öffentliche Finanzen & Abgaberecht - Erbschaftssteuer; interkantonale Steuerausscheidung
= StR 72 (2017) 795
Erbschaftssteuer (LU)
Falls der erbschaftssteuerrechtliche Nachlass neben beweglichem auch unbewegliches Vermögen umfasst, das in einem andern als dem letzten Wohnsitzkanton des Erblassers liegt, können beide bzw. alle Kantone den jeweiligen Teil jedes Erbteils oder jedes Vermächtnisses besteuern. Massgebend ist dabei die Quote, die dem kantonalen Anteil am Gesamtnachlass entspricht. Dasselbe Recht hat jeder reine Belegenheitskanton, wobei hier das Verhältnis der im Kanton gelegenen Grundstücke zu den Bruttoaktiven entscheidend ist. Auch die blossen Belegenheitskantone besteuern mithin sämtliche Erben und Vermächtnisnehmer. Während unbewegliches Vermögen nach dem Gesagten objektmässig auszuscheiden, anhand des Repartitionswerts zu bemessen und dem Belegenheitskanton zuzuweisen ist, werden sämtliche Schulden proportional – nach Lage aller (Brutto-)Aktiven des Privat- und Geschäftsvermögens – verlegt.
Die Quote ergibt sich «nach Lage der Aktiven».
Droits de succession (LU)
Lorsque la masse successorale comprend à la fois des biens mobiliers et immobiliers, les derniers situés dans un canton différent du canton du dernier domicile du défunt, les deux, resp. tous les cantons peuvent imposer la part respective de chaque part de la succession ou du legs. Déterminant ici est le pourcentage de la part cantonale à la succession au total. Chaque canton de situation a le même droit, si ce n’est que le pourcentage se calcule par rapport aux actifs bruts. De ce fait, même les cantons qui ne sont concernés que par la situation d’un immeuble imposent tous les héritiers et légataires. Comme expliqué précédemment, les immeubles sont répartis de manière objective et attribués au canton de situation, leur valeur étant corrigée par les facteurs intercantonaux de répartition. Les dettes sont ensuite réparties de manière proportionnelle, selon la situation des actifs (bruts) de la fortune privée et commerciale. Le pourcentage de répartition se calcule « selon les actifs localisés».
= successio 12 (2018) 223 (Anmerkungen von Andrea Opel)
Interkantonale Steuerausscheidung

Tribunal Fédéral 2C 68/2016 du 02.06.2017
IIe Cour de droit public - Finances publiques & droit fiscal - Impôt de succession
= RDAF 2017 II 326
Art. 9 Cst.; art. 73 LDS/GE
Impôt sur les successions – Prescription absolue

1. Il n'est pas arbitraire d'interpréter le droit cantonal applicable comme prévoyant tant un délai (relatif) de péremption du droit de taxer la succession (article 73, al. 1 LDS/GE) qu'un délai (relatif) de prescription de la créance de l'Etat (article 73, al. 2 LDS/GE) (consid. 5.4).
2. Selon les principes généraux régissant l'interprétation des lois, tels qu'appliqués à l'aune de l'interdiction de l'arbitraire s'agissant de droit cantonal non harmonisé, il n'apparaît pas choquant de considérer que l'absence d'une prescription absolue procède d'un silence qualifié et non pas d'une lacune proprement dite que la Cour de justice aurait dû combler (consid.
5.5.4).

Schweizerisches Bundesgericht 6B_1337/2016 vom 02.06.2017
Strafrechtliche Abteilung - Strafprozess - Einstellungsverfügung, Parteistellung (Urkundenfälschung)
= successio 12 (2018) 71 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 291/2017 vom 01.06.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Aufsichtsbeschwerde im Erbschaftsprozess
Art. 42 Abs. 2 BGG; Art. 108 Abs. 1 BGG

Eine Beschwerde muss in gedrängter Form darlegen, inwieweit der angefochtene Entscheid das geltende Recht verletzt (E. 1). Wird dies nicht dargelegt und erweist sich die Beschwerde zudem als querulatorisch, wird darauf im vereinfachten Verfahren nicht eingetreten (E. 3). 

Schweizerisches Bundesgericht 5A 326/2016 vom 30.05.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbteilung
Art. 626 ZGB; 630 ZGB

Verzichtet der Erblasser auf einen ihm zustehenden Gewinnanspruch, stellt dies eine Zuwendung dar, welche der Ausgleichung oder allenfalls der Herabsetzung unterliegt. Im Falle einer gemischten Schenkung tritt der Gewinnanspruch an deren Stelle und es handelt sich um ein voll entgeltliches Rechtsgeschäft, das  ihren Charakter als gemischte Schenkung verliert (E. 4.2.1).
= not@lex 11 (2018) 70 (Anmerkungen von Denis Piotet/Maya Kiepe)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 399/2017 vom 29.05.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erledigungsentscheid (Erbschaft)
Art. 76 Abs. 1 BGG; Art. 93 Abs. 1 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG

Äusserungen des Bezirksgerichts genügen nicht als nicht wiedergutzumachender Nachteil, insbesondere da das Urteil des Bezirksgerichts nicht Anfechtungsobjekt vor Bundesgericht ist. Auf offensichtlich unzulässige Beschwerden wird im vereinfachten Verfahren nicht eingetreten.
(E. 2).

Tribunal Fédéral 2C 999/2015 du 29.05.2017
IIe Cour de droit public - Droits réels - Droit foncier rural
= successio 12 (2018) 56 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Tribunal Fédéral 4A_552/2016 du 24.05.2017
Ire Cour de droit civil - Droit des contrats - mandat d'exécuteur testamentaire; calcul des honoraires du mandataire
= successio 12 (2018) 59 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 623/2016 vom 24.05.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - unentgeltliche Rechtspflege und Parteikostensicherheit (Ungültigkeitsklage nach Art. 519 ZGB)
Art. 117 ZPO; Art. 467 ZGB

Ein Entscheid betreffend die unentgeltliche Rechtspflege, Verbeiständung für das kantonale Berufungsverfahren und zur Leistung eines Kostenvorschusses ist als Zwischenentscheid zu qualifizieren. Der nicht wiedergutzumachende Nachteil besteht darin, dass im Fall der Nichtleistung des Vorschusses und der Parteikostensicherheiten das Nichteintreten droht (E. 1).
Für die Frage, ob die unentgeltliche Rechtspflege für das Rechtsmittelverfahren gewährt wird, ist massgebend, ob das Rechtsmittel aus Sicht einer vernünftigen Partei hinreichend erfolgversprechend war. Die Prognose ist vom Inhalt des angefochtenen Entscheids sowie davon abhängig, in welchen Punkten sowie mit welchen Rügen und Tatsachen die gesuchstellende Person sich gegen diesen Entscheid wendet und ob die Vorbringen im Rechtsmittel zulässig sind. In die prognostische Beurteilung der Erfolgsaussichten greift das Bundesgericht nur mit Zurückhaltung ein (E. 2.2).
Bei einer Beurteilung des Geisteszustandes kann nicht auf verschiedene medizinisch Berichte zurückgegriffen werden, wenn zur Klärung der darin gestellten Diagnosen das Gericht eine Internetseite abrufen muss (E. 3.3.1).
Berichte des Hausarztes bezüglich der Urteilsfähigkeit dürfen nur in die Gesamtbeurteilung des Gerichts einfliessen, denn dieses allein hat die Rechtsfrage der Urteilsfähigkeit zu klären (E. 3.3.2).
Die juristische Beratung während der Testamentserrichtung spricht eher für die Annahme der Urteilsfähigkeit (E. 3.3.3).

Schweizerisches Bundesgericht 2D 40/2016 vom 17.05.2017
II. öffentlich-rechtliche Abteilung - Öffentliche Finanzen & Abgaberecht - Erbschaftssteuerveranlagung Nr. 080377 vom 6. September 2012
Hinterlässt ein Erblasser ausserkantonale Grundstücke, ist eine interkantonale Steuerausscheidung zwischen Wohnsitz- und Belegenheitskanton vorzunehmen. Konkret erhebt der letzte Wohnsitzkanton die Erbschaftssteuer bei sämtlichen Erben und Vermächtnisnehmern,freilich nur anteilmässig, indem er die ihm zugewiesenen Werte (Summe von beweglichen Aktiven und den im Wohnsitzkanton gelegenen Grundstücken) den Gesamtaktiven (brutto) gegenüberstellt. (E. 2.2.1).
Dasselbe Recht hat jeder reine Belegenheitskanton, wobei das Verhältnis der im Kanton gelegenen Grundstücke zu den Bruttoaktiven entscheidend ist (E. 2.2.2).
Nach bundesgerichtlicher Praxis zum Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung (Art. 127 Abs. 3 BV) sind alle beteiligten Kantone verpflichtet, für die Ermittlung der ihnen zustehenden Quote sämtliche Nachlassaktiven (inner- wie ausserkantonales Vermögen) nach übereinstimmenden Kriterien einheitlich zu bewerten. Sie bleiben aber grundsätzlich frei, den steuerbaren Netto-Nachlass im Hinblick auf die Festsetzung der Erbschaftssteuer nach ihren eigenen kantonalen Bewertungsregeln zu berechnen. Soweit sich aber im Nachlass Grundstücke befinden, obliegt es den Kantonen, den Repartitionswert als Korrekturfaktor heranzuziehen (E. 2.2.3).
Sämtliche Schulden werden proportional - nach Lage aller (Brutto-) Aktiven des Privat- und Geschäftsvermögens – verlegt (E. 2.2.5).
= not@lex 11 (2018) 155 (Anmerkungen von Michel Monod/Bastien Verrey/Virginie Lebailly Mečić)
= StR 72 (2017) 823
Steuerumgehung (AG)
Der Beschwerdeführer schlug die ihm als einem der beiden gesetzlichen Erben zustehende Hälfte der Erbschaft aus, erhielt aber in den nachfolgenden Monaten von der verbleibenden Alleinerbin Schenkungen, durch die das an sich ausgeschlagene Nachlassvermögen kurz danach doch an ihn gelangte, und zwar in einer Höhe, welche den Betrag des ausgeschlagenen Teils des Nachlasses noch übertraf. Wenn die Vorinstanz in der konkret zu beurteilenden Rechtsgestaltung einen Umgehungssachverhalt erblickt hat, so verletzt das weder Art 49 Abs. 1 BV noch stellt es eine willkürliche Anwendung der Art. 566 ff. ZGB oder der für die Erbschaftssteuer massgeblichen kantonalrechtlichen Bestimmungen dar.

Evasion fiscale (AG)
Le recourant a renoncé à la moitié de l’héritage à laquelle il avait droit en tant que l’un des deux héritiers légaux. Durant les mois suivants, il a néanmoins reçu des donations de l’unique héritière restante. De ce fait, il a finalement eu part à la succession à laquelle il avait renoncé, et même pour un montant supérieur à sa part successorale. L’instance précédente a vu dans la construction juridique qu’elle avait à juger une évasion fiscale, ce qui ne viole pas l’art. 49 al. 1 Cst. et qui ne représente pas non plus une application arbitraire de l’art. 566 ss CSS ou des dispositions cantonales applicables en matière de droits de succession.
= successio 12 (2018) 225 (Anmerkungen von Andrea Opel)
Rechtsmissbräuchliche Ausschlagung einer Erbschaft

Schweizerisches Bundesgericht 5A 352/2017 vom 11.05.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbschein
Einfache Aussagen wie: "Ich fordere Alleinerbschaft wegen Erbschein für mich" kann bei einer Laieneingabe als Rechtsbegehren verstanden werden. Ein echtes Novum, welches zudem als wenig glaubwürdig erscheint, führt jedoch zur Abweisung einer Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden kann (E. 3).

Tribunal Fédéral 5D 76/2017 du 11.05.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - note d'honoraire (succession)
Art. 106 al. 2 LTF ; Art. 108 al. 1 let. b LTF
Dans le cadre d'un recours constitutionnel subsidiaire interjeté en matière civile, la partie recourante doit, sous peine d'irrecevabilité, prendre des conclusions sur le fond du litige (consid. 3).
Avec la faute de motivation conforme aux exigences minimales, un recours est manifestement irrecevable et doit être traité selon la procédure simplifiée (consid.
5).
Art. 106 Abs. 2 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG
In einer subsidiären Verfassungsbeschwerde muss sowohl der Streitwert, als auch die Rechtsbegehren angegeben werden, ansonsten wird auf die Beschwerde nicht eingetreten (E. 3).
Bei offensichtlich fehlenden Rügen wird im vereinfachten Verfahren auf die Beschwerde nicht eingetreten (E. 5). 
= successio 12 (2018) 69 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Bundesgericht 2C_1086/2016 vom 10.05.2017
II. öffentlich-rechtliche Abeilung - Grundrecht - Verletzung von Berufsregeln
= successio 12 (2018) 63 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)
Die Willensvollstrecker-Tätigkeit untersteht der anwaltlichen Aufsicht

Tribunale Federale 5A 872/2016 del 01.05.2017
II Corte di diritto civile - Diritto successorio - divisione ereditaria
Se la questione litigiosa, quindi sapere se la ricorrente potesse eccepire validamente il proprio diritto alla riduzione giusta l'art. 533 cpv. 3 CC, è stata circoscritta a tale secondo l’art. 125 lett. a CPC, ma essa si pone nel quadro più ampio di un’azione di divisione ereditaria (consid. 2.1); una decisione della questione non è né finale (art. 90 LTF), né parziale (91 LTF), ma pregiudiziale o incidentale ai sensi dell’art. 93 cpv. 1 LTF (consid. 2.2). 
Le decisioni che rinviano l'incarto all'autorità precedente non sono di regola suscettibili di causare un pregiudizio irreparabile, nemmeno qualora l'istanza immediatamente inferiore al Tribunale federale abbia statuito con conseguenza di tassa e spese (consid.
2.3).
Wurde die streitige Frage, ob die Beschwerdeführerin ihren Herabsetzungsanspruch gemäss Art. 533 Abs. 3 ZGB rechtsgültig geltend machen konnte, auf die Frage gemäss Art. 125 lit. a ZPO beschränkt, die aber Teil eines grösseren Erbteilungsverfahrens ist (E. 2.1), ist ein solcher Entscheid weder ein Endentscheid (Art. 90 BGG), noch ein Teilentscheid (Art. 91 BGG), sondern ein Vor- oder Zwischenentscheid i.S.v. Art. 93 Abs. 1 BGG (E. 2.2). 
In der Regel verursachen Entscheide, welche den Fall an die untere Instanz zurückweisen, keinen nichtwiedergutzumachenden Nachteil, auch nicht wenn die unmittelbare Vorinstanz des Bundesgerichts kostenpflichtig entschieden hat (E. 2.3). 

= njus.ch Erbrecht Entwicklungen 2017, 55

Tribunal Fédéral 5A_906/2016 du 28.04.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des personnes - protection de la personalité
= successio 12 (2018) 56 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Tribunal Fédéral 1B 11/2017 du 26.04.2017
Ire Cour de droit public - Procédure pénale - Procédure pénale; qualité de partie plaignante.
= successio 12 (2018) 331 (Roberto Fornito: Nochmals: Legitimation eines [Nicht-]Erben zum Strafantrag)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 554/2016 vom 25.04.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbenvertretung
Aufsichtsbeschwerde gegen einen Beschluss der einsetzenden Behörde, die Kompetenzsumme eines Erbenvertreters, der zwei Liegenschaften verwaltete, aufzuheben; gleichzeitig stellte die Behörde fest, der Erbenvertreter brauche im Rahmen der ordentlichen Verwaltung, die den laufenden Betrieb, Unterhalt und Reparatur zur Werterhaltung der Liegenschaft beinhaltet, keine Zustimmung der Erben einzuholen (E. 1).
Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs konnte von den Erben nicht nachgewiesen werden (E. 2).
Ein Verlust der Kontrollmöglichkeit ist nicht gegeben, weil der Erbenvertreter regelmässig Bericht erstatten muss und die Erben Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde einreichen könnnen (E. 3).
= not@lex 11 (2018) 69 (Anmerkungen von Denis Piotet/Maya Kiepe)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 692/2016 vom 24.04.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Kosten- und Entschädigungsfolgen (Aufsicht über den Willensvollstrecker
Art. 107 Abs. 2 BGG

Der Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids reicht bei einem reformatorischen Rechtsmittel nicht aus, sondern es muss ein Antrag in der Sache gestellt werden. Bei einem Antrag auf Geldzahlung ist dieser zu beziffern (E. 2.1).
Wird der Antrag nicht beziffert, wird auf das Begehren nicht eingetreten (E. 2.2).
Für die Verlegung der Gerichtskosten und Parteientschädigungen nach dem mutmasslichen Ausgang eines gegenstandslos gewordenen Verfahrens muss die antragstellende Partei die Änderung so darlegen, dass sie im Rechtsbegehren bestimmt werden kann oder wenigstens der Beschwerdebegründung mit Bestimmtheit entnehmbar ist (E. 2.3).

= successio 12 (2018) 69 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Tribunal Fédéral 5A 396/2016 du 18.04.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - administration d'office de la succession (paiement de l'impôt successoral)
Art. 554 CC; Art. 98 LTF

L'administration d’office est une mesure de sûretés visé uniquement à assurer la conservation et la gestion des biens de la succession. La décision ordonnant les modalités de l'administration d'office d'une succession constitue une décision de mesures provisionnelles et ne peut donc être dénoncée que par la violation des droits constitutionnels (consid.
4).
Art. 554 ZGB; Art. 98 BGG
Die Erbschaftsverwaltung von Amtes wegen ist als Sicherungsmassnahme einzig dazu bestimmt, die Erhaltung und Verwaltung des Vermögens der Erbfolge zu gewähren. Die Entscheidung, welche die Modalitäten der Erbschaftsverwaltung festlegt, ist ein Entscheid über vorsorgliche Massnahmen und kann daher nur wegen Verletzung verfassungsmässiger Rechte angefochten werden (E. 4).
= successio 12 (2018) 317 (Anmerkungen von Tarkan Göksu)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 466/2016 vom 12.04.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Testamentarisches Gewinnanteilsrecht / Herabsetzungsklage
Auslegung eines testamentarischen Gewinnanteilsrechts an einer Liegenschaft: „Sollten die Folgen des Konkursverfahrens gegen meinen Mann zum Zeitpunkt des Verkaufs noch nicht abgeschlossen sein, wird der Gewinn nur durch die drei Kinder geteilt“ ist dahingehend auszulegen, dass nach der Absicht der Erblasserin der Ehemann nur dann am Gewinn beteiligt werden solle, wenn dieser Gewinnanteil auch tatsächlich ihm selber und nicht seinen Gläubigern zugute komme (E. 2).
= BN 78 (2017) 141 (Anmerkungen von Roland Pfäffli)
= dRSK vom 14.07.2017 (Stefan Birrer, Fristenlauf bei der Herabsetzungsklage)
Die Herabsetzungsklage verwirkt ein Jahr nach Kenntnis der Pflichtteilsverletzung. Keinen Einfluss auf die Verwirkungsfrist gemäss Art. 533 Abs. 1 ZGB hat der Zeitpunkt der Entstehung eines Gewinnanspruchs.
= not@lex 11 (2018) 69 (Anmerkungen von Denis Piotet/Maya Kiepe)
= successio 11 (2017) 300 (René Strazzer, Zwei verwirkte Herabsetzungsklagen)
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Tribunal Fédéral 5A 357/2016 du 12.04.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - succession
Art. 604 CC; Art. 602 al. 2 CC; Art. 531 CC

L’action en partage doit être intentée contre tous les cohéritiers. Le juge devra, notamment, déterminer la masse à partager et arrêter les modalités du partage (consid. 4.3.1).
Toutes clauses de substitution sont nulles à l'égard de l'héritier dans la mesure où elles grèvent sa réserve, ce qui signifie que la substitution fidéicommissaire ne peut porter que sur la quotité disponible. Nonobstant le terme "nulle", la loi prévoit ici une action en réduction d'un genre particulier (consid. 4.3.2).
Le délai de prescription d'un an, qui est un délai de péremption, commence compte du jour où les héritiers connaissent la lésion de leur réserve. Il n'est pas nécessaire que cette connaissance confine à la certitude. En particulier, l'action en réduction doit aussi être admise quand le demandeur n'a pas encore pu chiffrer sa prétention (consid.
5.2.1).
Art. 604 ZGB; Art. 602 Abs. 2 ZGB; Art. 531 ZGB
Die Teilungsklage ist gegen alle Miterben zu richten. Der Richter hat insbesondere die Höhe der zu teilenden Masse und die Teilungsmodalitäten zu bestimmen (E. 4.3.1).
Die Nacherbeneinsetzung, welche den Pflichtteil verletzt, ist nichtig. Trotz dieser Terminologie steht die Herabsetzungsklage zur Verfügung. Diese ist gegen alle Miterben zu richten, welche von der Verletzung des Pflichtteiles profitieren (E. 4.3.2).
Die einjährige Verjährungsfrist, welche eine Verwirkungsfrist ist, beginnt zu laufen, sobald eine Verletzung des Pflichtteils möglich erscheint. Die Kenntnis der Verletzung des Pflichtteils muss nicht mit Gewissheit klar sein, insbesondere ist sie bereits dann zuzulassen, wenn der Kläger seine  Forderung n=icht quantifizieren kann (E. 5.2.1). 
= AJP 27 (2018) 502 (Anmerkungen von Martina Bosshardt/Stephanie Hrubesch-Millauer)
= BN 79 (2018) 340 (Anmerkungen von Roland Pfäffli)
= dRSK vom 14.07.2017 (Stefan Birrer: Fristenlauf bei der Herabsetzungsklage)
Die Herabsetzungsklage verwirkt ein Jahr nach Kenntnis der Pflichtteilsverletzung. Keinen Einfluss auf die Verwirkungsfrist gemäss Art. 533 Abs. 1 ZGB hat der Zeitpunkt der Entstehung eines Gewinnanspruchs.

= successio 11 (2017) 300 (René Strazzer, Zwei verwirkte Herabsetzungsklagen)

Tribunal Fédéral 5A 895/2016 du 12.04.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - administration d'office d'une succession 
Art. 554 al. 2 CC

L'exécuteur testamentaire n'a pas automatiquement la qualité d'administrateur, car, si les conditions d'une administration d'office sont réalisées, encore faut-il qu'il soit désigné à cette fonction par l'autorité compétente (consid. 3.1).
Un conflit objectif d'intérêts s'oppose à ce qu'un exécuteur testamentaire soit désigné comme administrateur d'office; cette situation se présente, notamment, lorsque celui-là revêt au surplus la position d'héritier. Quand il existe un conflit entre les héritiers, la désignation d'un tiers en tant qu'administrateur d'office apparaît judicieuse (consid 3.2).

Art. 554 Abs. 2 ZGB
Der Willensvollstrecker hat nicht automatisch den Status eines Erbschaftsverwalters, da er bei Vorliegen der Voraussetzungen für eine Verwaltung von Amtes wegen noch von der zuständigen Behörde ernannt werden muss (E. 3.1).
Ein objektiver Interessenskonflikt verhindert, dass ein Willensvollstrecker von Amtes wegen zum Verwalter ernannt wird; dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Willensvollstrecker ein Erbe ist. Bei Konflikten zwischen den Erben ist es sinnvoll, einen Dritten als Verwalter von Amtes wegen zu bestellen (E. 3.2). 
= AJP 27 (2018) 505 (Anmerkungen von Martina Bosshardt/Stephanie Hrubesch-Millauer)
= BN 79 (2018) 337 (Anmerkungen von Roland Pfäffli)
= dRSK vom 14.07.2017 (Alexandra Hirt, Nichteinsetzung des Willensvollstreckers als Erbschaftsverwalter wegen Interessenkonflikt)
Wird eine Erbschaftsverwaltung gemäss Art. 554 f. ZGB angeordnet, so überträgt die zuständige Behörde diese Funktion grundsätzlich dem Willensvollstrecker (Art. 554 Abs. 2 ZGB). Ist der Willensvollstrecker gleichzeitig eingesetzter Erbe, so besteht ein objektiver Interessenkonflikt, der seiner Ernennung zum Erbschaftsverwalter entgegensteht. Der entsprechende vorinstanzliche Entscheid hält daher einer Willkürprüfung stand.
= successio 11 (2017) 309 (Martin Karrer,  Erbschaftsverwaltung [Art. 554 Abs. 2 ZGB])
= successio 12 (2018) 60 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 701/2016 vom 06.04.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Willensvollstreckung
Wenn ein Willensvollstrecker um eine Fristverlängerung für eine Erklärung über die Annahme ersucht, darf von ihm (anders als im Gesetz vorgesehen – Stillschweigen) eine ausdrückliche Erklärung verlangt werden (E. 4). Vorliegend hat H im Namen der B GmbH um eine Fristverlängerung gebeten (E. 5) und danach die Annahme erklärt. Die Annahme war nicht gültig, weil sie nur von einem kollektiv Zeichnungsberechtigten erklärt wurde (E. 6).
= dRSK vom 18.07.2017 (Alexandra Hirt, Annahme des Willensvollstreckermandates nach Fristerstreckung)
Wird die Bedenkfrist erstreckt, ist eine Annahme des Amtes als Willensvollstrecker durch Stillschweigen nicht mehr möglich. Ist als Willensvollstrecker eine juristische Person vorgesehen, so müssen für eine wirksame Annahme die Grundsätze über die Handlungsfähigkeit juristischer Personen eingehalten werden. Das Bundesgericht lässt offen, ob die in Art. 517 Abs. 2 ZGB statuierte Frist überhaupt erstreckt werden kann.
= not@lex 11 (2018) 69 (Anmerkungen von Denis Piotet/Maya Kiepe)
= successio 11 (2017) 248 (Christine Zemp Gsponer, Eine Ersatzwillensvollstrecker-Klausel und ihre missglückte "Umsetzung")
= successio 12 (2018) 55 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)
= successio 12 (2018) 316 (Anmerkungen von Tarkan Göksu)

Tribunal Fédéral 5A 250/2017 du 04.04.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - Frais de l'administration d'office d'une succession
Art. 42 al. 2 LTF; Art. 106 al. 2 LTF; Art. 109 al. 3 LTF

Si le recours ne satisfait manifestement pas les exigences minimales de motivation, il doit être rejeté selon la procédure simplifiée prévue à l'art.
109 al. 2 let. a LTF (consid. 3).
Art. 42 Abs. 2 BGG; Art. 106 Abs. 2 BGG; Art. 109 Abs. 3 BGG
Werden die Mindestanforderungen an die Begründung der Beschwerde nicht erfüllt, wird die Beschwerde nach Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG im vereinfachten Verfahren abgewiesen (E. 3).

Tribunale Federale 5A 290/2016 del 30.03.2017
II Corte di diritto civile - Diritto successorio - responsabilità dell'esecutore testamentario  
Per gli atti compiuti nell'adempimento delle sue funzioni, l'esecutore testamentario è, sul piano civile, personalmente responsabile verso gli eredi degli eventuali danni a loro cagionati. Egli, non essendo legato alla comunione ereditaria da un contratto, risponde per colpa nei confronti degli eredi in virtù di un'applicazione per analogia delle disposizioni relative al mandato e, segnatamente, in base alle regole dell'art. 398 CO (consid. 2.2).
Un esecutore testamentario che assegna la quota della porzione legittima in base al valore della successione al momento della sua apertura, senza far beneficiare gli ereditieri dell'aumento di valore intervenuto fino alla divisione, viola i suoi doveri di esecutore testamentario (consid.
2.4.3).
Für die in Ausübung seines Amtes vorgenommenen Handlungen, haftet der Willensvollstrecker auf zivilrechtlicher Ebene persönlich gegenüber den Erben für den ihnen zugefügten Schaden. Da er nicht durch einen Vertrag an die Erbengemeinschaft gebunden ist, haftet er den Erben gegenüber in analoger Anwendung der Bestimmungen über den Auftrag und insbesondere nach den Regeln von Art. 398 OR (E. 2.2).   
Ein Willensvollstrecker, der den Anteil des Pflichtteils nach dem Wert der Erbschaft zum Zeitpunkt der Eröffnung des Erbganges zuweist, ohne die Erben an dem bis zur Teilung eingetretenen Wertzuwachs teilhaben zu lassen, verletzt seine Pflichten als Willensvollstrecker (E. 2.4.3). 
= dRSK vom 17.07.2017 (Felix Horat, Haftung einer als Willensvollstreckerin amtenden Notarin)
Das Bundesgericht bejaht eine Pflichtverletzung (und damit die Haftung) einer als Willensvollstreckerin amtenden Notarin, welche den Erbanteil des auf den Pflichtteil gesetzten Ehemannes der Erblasserin ausgehend von den Verhältnissen im Todeszeitpunkt der Erblasserin und nicht von denjenigen im Teilungszeitpunkt berechnet und ihm (bzw. seinen Erben) damit die Beteiligung an einem zwischen diesen Zeitpunkten eingetretenen Mehrwert verweigert hatte.
= BN 78 (2017) 146 (Anmerkungen von Roland Pfäffli)
= dRSK vom 17.07.2017 (Felix Horat: Haftung einer als Willensvollstreckerin amtenden Notarin)
Das Bundesgericht bejaht eine Pflichtverletzung (und damit die Haftung) einer als Willensvollstreckerin amtenden Notarin, welche den Erbanteil des auf den Pflichtteil gesetzten Ehemannes der Erblasserin ausgehend von den Verhältnissen im Todeszeitpunkt der Erblasserin und nicht von denjenigen im Teilungszeitpunkt berechnet und ihm (bzw. seinen Erben) damit die Beteiligung an einem zwischen diesen Zeitpunkten eingetretenen Mehrwert verweigert hatte.
= njus.ch Entwicklungen Erbrecht 2017, 21 
= SJZ 114 (2018) 115
 (Peter Breitschmid/Annina Vögeli, Entwicklungen im Erbrecht)
= successio 12 (2018) 65 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)
= successio 12 (2018) 285 (Kaspar Schiller: Zuwendung des Nachlassüberschusses: Vermächtnis oder Erbeinsetzung - Zum Bundesgerichtsentscheid 5A_290/2016 vom 30. März 2017 [in italienischer Sprache])
= ZBGR 100 (2019) 1 (Kaspar Schiller, Zuwendung des Vermögensüberschusses: Erbeinsetzung oder Vermächtnis?)

Tribunal Fédéral 5D 37/2017 du 29.03.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - Assistance judiciaire (succession, inventaire civil)
Art. 93 LTF; Art. 108 al. 1 let a LTF

Une décision selon l'art. 93 LTF peut faire l'objet d'un recours, s'il peut causer un préjudice irréparable ou si 'admission du recours peut conduire immédiatement à une décision finale. Le recourant doit alléguer et établir la possibilité que la décision incidente lui cause un tel dommage. Si cela n'est pas indiqué, le recours doit être déclaré irrecevable, selon la procédure simplifiée (consid. 3).
Art. 93 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG
Ein Entscheid nach Art. 93 BGG kann nur angefochten werden, wenn ein nicht wiedergutzumachender Nachteil entsteht oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen würde. Der Beschwerdeführer muss darlegen, inwiefern ihm durch den angefochtenen Entscheid ein nicht wiedergutzumachender Nachteil entsteht. Wird dies nicht dargelegt, wird auf die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nicht eingetreten (E. 3).

Schweizerisches Bundesgericht 5A 686/2016 vom 28.03.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Aufsichtsbeschwerde (amtlicher Befund, Erbteilung)
Art. 76 Abs. 1 lit. b BGG; Art. 115 lit. b BGG; Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG

Der Beschwerdeführer muss darlegen, sofern dies nicht ohne Weiteres ersichtlich ist, dass er ein aktuelles und praktisches Interesse hat, welches auch im Zeitpunkt des bundesgerichtlichen Entscheids noch besteht. Auch bei einem Begehren um Feststellung der Nichtigkeit muss ein praktischer Nutzen aus der Gutheissung der Beschwerde entstehen (E. 2.1). Ein Verweis darauf, dass die Bemühungen der Wahrheitsfindung gälten, reicht als praktischer Nutzen nicht aus (E. 2.2).

Schweizerisches Bundesgericht 5A 702/2016 vom 28.03.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Ungültigkeit einer letztwilligen Verfügung
Art. 519 ZGB; Art 59 Abs. 2 lit. a ZPO

Auf einen Nachlass bezogene Willenserklärungen sind, entgegen den allgemeinen Grundsätzen des Zivilrechts, wegen Formwidrigkeiten in aller Regel bloss anfechtbar, aber nicht zum vornherein nichtig. Die Ungültigkeit muss auf Klage hin festgestellt werden (E. 2.1).
Die aussergerichtliche oder vorprozessuale Anerkennung der Formungültigkeit führt nicht zur Gegenstandslosigkeit des Streits, da nur ein Gerichtsurteil diese gestalterische Wirkung herbeiführen kann (E. 2.2).
Das erbrechtliche Interesse an der Ungültigkeitsklage und somit die Aktivlegitimation werden nur dann abgesprochen, wenn eine den Kläger enterbende Verfügung von Todes wegen angefochten wird und eine ältere Verfügung, welche den gleichen Inhalt hat, weiter besteht und nicht angefochten wird. Steht die Rechtsbeständigkeit des älteren Testaments jedoch nicht fest, können daraus keine Rechte abgeleitet werden (E. 2.4-2.5).
Die Feststellung der Nichtigkeit durch das Gericht stellt keine Verletzung der Dispositionsmaxime dar, obwohl lediglich die Feststellung der Ungültigkeit beantragt wurde (E. 3). Dies ändert auch an der Kostentragung des Unterliegenden nichts (E. 4).
= BN 78 (2017) 140 (Anmerkungen von Roland Pfäffli)
dRSK vom 10.07.2017 (Andreas Flückiger: Ungültigkeit oder Nichtigkeit von Verfügungen von Todes wegen)
Kurzzusammenfassung: 1. Ungültigkeitsklage trotz Einredemöglichkeit zulässig. 2. Auch bei reiner Ungültigkeitsklage kann Gericht v.A.w. die Nichtigkeit der Verfügung feststellen (ohne Kostenfolgen für Kläger). 3. Qualifizierter Formmangel als Nichtigkeitsgrund (bei Maschinenschrift-Testament). 4. Aussergerichtliche Anerkennung der Ungültigkeit: weiterhin zulässig oder nicht? 5. Stufenweise Anfechtung mehrerer Verfügungen: noch zulässig?
ius.focus 8/2017, 192 (Anmerkungen von Nadja D. Leuthardt)
= not@lex 11 (2018) 68 (Anmerkungen von Denis Piotet/Maya Kiepe)
SZZP/RSPC 4/2017, 323 ff. (Anmerkungen von Denis Piotet)
= successio 12 (2018) 314 (Anmerkungen von Tarkan Göksu)
= ZBGR 99 (2018) 39 Nr. 5
ZGB Art. 520 Abs. 1 und ZPO Art. 59 Abs. 2 lit. a
Unwirksamkeit letztwilliger Verfügungen; Rechtsinteresse an der Klage.

Wenn die Rechtsordnung (wie im Falle von Art. 520 Abs. 1 ZGB) einen Gestaltungsanspruch gewährt, der nur auf dem Prozessweg ausgeübt werden kann, ist das als Voraussetzung für die Klage erforderliche Rechtsschutzinteresse gegeben.

CC art. 520 al. 1 et CPC art. 59 al. 2 litt. a
Invalidité de dispositions pour cause de mort; intérêt juridique à l’action.

Lorsque l’ordre juridique (comme en l’occurrence l’art. 520 al. 1 CC) accorde une prétention qui ne peut être exercée que par la voie judiciaire, l’intérêt juridique nécessaire apparaît comme une condition de l’action.

Schweizerisches Bundesgericht 5A 629/2015 vom 27.03.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbteilung (Herabsetzung usw.)
Art. 66 BGBB; Art. 626 Abs. 2 ZGB; Art. 629 Abs. 1 ZGB

Auch eine von der Fürsorge abhängige Person hat ein praktisches Interesse, dass seine Passiven nicht weiter anwachsen und ist daher zur Beschwerde legitimiert (E. 1.2).
Der zulässige Höchstpreis nach Art. 66 BGBB bemisst sich weder nach dem Ertragswert, noch nach einem bestimmten vielfachen des Ertragswertes (E. 3.1).
Ist ein direkter Vergleich mit Transaktionen über landwirtschaftliche Gewerbe oder Grundstücke in der fraglichen Gegend praktisch nicht möglich, kann der Höchstpreis mit der Faktormethode ermittelt werden. Diese kann auch nur für Grundstücke angewendet werden und die Gebäude werden separat zum Zeitwert angerechnet (E. 3.2).
Die Differenz von Fr. 475‘572.-- zwischen Kaufpreis und damaligem Verkehrswert reicht für die Annahme des objektiven Elements einer gemischten Schenkung (E. 8.1.1).
Bei solch einem augenfälligen Missverhältnis muss dies der Erblasser, wie auch der Beschwerdeführer erkennen und somit ist auch die subjektive Schenkungsabsicht gegeben (E. 8.1.5).
Die gemischte Schenkung unterliegt mangels ausdrücklichen Dispenses der Ausgleichung (E. 8.3).
en wehrt, einen Mehrempfang zur Ausgleichung bringen zu müssen, hat die Tatsachen zu behaupten, zu substanziieren und gegebenenfalls zu beweisen, aus denen sich ergibt, dass der Erblasser den Erben mit den Zuwendungen nachweisbar begünstigen wollte (E. 9.4.1).
dRSK vom 20.07.2017 (Fabienne Wiget: Subjektives Element der gemischten Schenkung)
Das Bundesgericht äusserte sich im vorliegenden Entscheid zunächst zur Art und Weise, wie der zulässige Höchstpreis im Sinne von Art. 66 BGBB zu ermitteln ist (E. 3–7).
Des Weiteren befasste es sich insbesondere mit dem subjektiven Element der gemischten Schenkung. Die Frage, ob die Erkennbarkeit des Missverhältnisses genügt, um die subjektive Komponente der gemischten Schenkung zu erfüllen, hatte es dabei jedoch nicht näher zu thematisieren (E. 8). 

Schweizerisches Bundesgericht 5A 56/2017 vom 07.03.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Rechtshilfe (Ehe- und Erbrecht)
Gegenstand des Rechtshilfeersuchens sind direkte und indirekte Verbindungen und Beziehungen, die der Erblasser persönlich und/oder als wirtschaftlich Berechtigter in einem bestimmten Zeitraum zu den Beschwerdegegnerinnen unterhalten hat. Das Ersuchen ist allgemein formuliert und nennt weder Namen noch Kontonummern (E. 2).
Das Bezirksgericht hat dafürgehalten, massgebend und verbindlich sei das Rechtshilfeersuchen des ausländischen Staates. Es habe als ersuchtes Gericht nur diejenigen Beweise zu erheben, die im Rechtshilfeersuchen erwähnt seien, und die Parteien hätten kein Recht dem ersuchten Gericht Beweisanträge zu stellen, sondern an das ersuchende Gericht in der Türkei zu gelangen, wenn sie die Abnahme anderer oder weiterer Beweise auf dem Rechtshilfeweg veranlassen wollten. Aufgrund der Akten ergäben sich auch keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdegegnerinnen ihren Auskunfts- und Editionspflichten ungenügend nachgekommen seien, weshalb entsprechende Anträge der Beschwerdeführerin abzuweisen seien, soweit darauf eingetreten werden könne  (E. 2.1).
Das Obergericht hat die bezirksgerichtliche Verfügung - wenn auch mit anderer Begründung - im Ergebnis als zutreffend geschützt. Es ist davon ausgegangen, die Anwendungsvoraussetzugen des Rechtshilfeübereinkommens seien von Amtes wegen zu prüfen und hier teilweise nicht erfüllt (E. 2.2). http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=07.03.2017_2C_996/2017

Tribunal Fédéral 2C 996/2015 du 07.03.2017
IIe Cour de droit public - Finances publiques & droit fiscal - Droit de timbre de négociation ; investissements dans un trust étranger
= BGE 143 II 350
Art. 1 Abs. 1 lit. b Ziff. 1-6 und Art. 13 StG; Art. 96 lit. a BGG; Art. 959 OR; Art. 2, 11 und 19 des Haager Übereinkommens vom 1.
Juli 1985 über das auf Trusts anzuwendende Recht und über ihre Anerkennung
Umsatzabgabe, Eigentumsübertragung; Anerkennung eines ausländischen Trusts; wirtschaftliche Verfügungsmacht und Buchführung.

Die eidgenössischen Stempelabgaben haben insofern formellen Charakter, als für die Erhebung der Abgabe die gewählte Form und nicht der wirtschaftliche Zweck der Transaktion entscheidend ist: Der Eigentumsbegriff von Art. 13 Abs. 1 StG entspricht dem formellen zivilrechtlichen Begriff, ohne Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verfügungsmacht über die betroffenen Güter (E. 2).
Anerkennung des ausländischen Trusts (E. 3).
Die Eigentumsübertragung durch den schweizer Settlor auf den ausländischen Trust verhindert die Erhebung einer Umsatzabgabe (E. 4).
Es spielt unter diesem Blickwinkel weder eine Rolle, ob der Trust widerrufbar ist, noch ob der Settlor vorübergehend oder endgültig entreichert ist, noch ob das investierte Kapital in der Bilanz des Settlors, der vorliegend die wirtschaftliche Verfügungsmacht darüber behalten hat, aktiviert wurde (E. 5).

Art. 1 al. 1 let. b ch. 1-6 et art. 13 LT; art. 96 let. a LTF; art. 959 CO; art. 2, 11 et 19 de la Convention de la Haye du 1er juillet 1985 relative à la loi applicable au trust et à sa reconnaissance
Droit de timbre de négociation, transfert de la propriété; reconnaissance d'un trust étranger; maîtrise économique et comptabilité.

Les droits de timbre fédéraux ont un caractère formel en ce sens que c'est la forme donnée à l'opération qui est décisive et non le but économique visé: la notion de propriété de l'art. 13 al. 1 LT équivaut à celle formelle du droit civil à l'exclusion de considérations relatives à la maîtrise économique des biens en cause (consid. 2).
Reconnaissance du trust étranger (consid. 3).
La cession de la propriété par le settlor suisse au trust étranger empêche la perception d'un droit de timbre de négociation (consid. 4).
Il n'importe pas sous cet angle que le trust soit révocable ni que le settlor se soit, ou non, appauvri, temporairement ou définitivement, ni que les fonds investis aient été activés dans les bilans du settlor qui en a en l'espèce conservé la maîtrise économique (consid.
5).
Art. 1 cpv. 1 lett. b n. 1-6 e art. 13 LTB; art. 96 lett. a LTF; art. 959 CO; art. 2, 11 e 19 della Convenzione relativa alla legge applicabile ai trust ed al loro riconoscimento conclusa all'Aia il 1° luglio 1985
Tassa di negoziazione, trasferimento di proprietà; riconoscimento di un trust straniero; potere di disporre dal profilo economico e contabilità.

Le tasse di bollo federali hanno carattere formale nel senso che è la forma dell'operazione ad essere determinante, non lo scopo economico ricercato: la nozione di proprietà di cui all'art. 13 cpv. 1 LTB equivale a quella formale del diritto civile, ad esclusione di considerazioni relative al potere di disporre dal profilo economico dei beni in questione (consid. 2).
Riconoscimento di un trust straniero (consid. 3).
Il trasferimento della proprietà da parte del settlor svizzero al trust straniero impedisce che venga prelevata una tassa di negoziazione (consid. 4).
Da questo profilo non è determinante che il trust sia revocabile né che il settlor si sia o meno impoverito, in modo temporaneo o definitivo, né che i fondi investiti figurino negli attivi dei bilanci del settlor il quale, nel caso concreto, ha conservato il potere di disporne dal profilo economico (consid.
5).
= Pra. 107 (2018) Nr. 69
= ZBJV 155 (2019) 196 (Anmerkungen von Fridolin Walther)
Anerkennung eines Trusts nach «amerikanischem» Recht in der Schweiz

Schweizerisches Bundesgericht 9C 447/2016 vom 01.03.2017
II. sozialrechtliche Abteilung – Ergänzungsleistung -Ergänzungsleistung zur AHV/IV 
Der Anteil an einer unverteilten Erbschaft ist bei der Berechnung der Ergänzungsleistung als Vermögen zu berücksichtigen, und zwar ab dem Zeitpunkt des Erwerbs der Erbschaft mit dem Tode des Erblassers (Art. 560 Abs. 1 ZGB). Schwierigkeiten bei der Realisierung rechtfertigen noch kein Abgehen von dieser Regel (E. 4.4.2).
Die geschuldete Erbschaftssteuer ist bei der ergänzungsleistungsrechtlichen Ermittlung des Reinvermögens grundsätzlich zu berücksichtigen (E. 5.2.1).
Voraussetzung ist allerdings, dass sie in der Höhe (nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; BGE 138 V 218 E. 6 S. 221) feststeht (E. 5.3.1).   

Tribunal Fédéral 5A 612/2016 du 01.03.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - ouverture de la succession (compétence internationale) 
Art. 20 al. 1 let. a LDIP; Art. 87 al. 1 LDIP
Pour la détermination du domicile selon art. 20 al. 1 let. a LDIP, il n'est pas nécessaire qu'une personne ait l'intention de demeurer pour toujours, ou pour un temps indéterminé, en un certain lieu, mais il suffit qu'elle fasse de ce lieu le centre de son existence, alors même qu'elle aurait l'intention de transférer ultérieurement son domicile ailleurs (consid. 2.3).
Selon l'art. 87 al. 1 LDIP, les autorités judiciaires ou administratives du lieu d'origine du défunt sont compétentes pour régler la succession d'un Suisse domicilié à l'étranger à son décès dans la mesure où les autorités étrangères ne s'en occupent pas (consid. 3.3).
Une demande d’information ne suffit pas, il faut une démarche formelle (condid. 3.2).
Si une inaction imputable à une cause de nature juridique est établie, il n'y a pas lieu de rechercher si elle se double, dans les faits, d'une inaction de l'autorité étrangère (consid 3.3).
Une professio juris peut ressortir implicitement d'un testament, il faut que la volonté d'opter en faveur du droit suisse découle sans équivoque de l'acte en cause (consid.
4.3).
Art. 20 Abs. 1 lit. a IPRG; Art. 87 Abs. 1 IPRG
Für die Bestimmung des Wohnsitzes nach Art. 20 Abs. 1 lit. a IPRG ist es nicht erforderlich, dass eine Person beabsichtigt, sich für immer oder auf unbestimmte Zeit an einem bestimmten Ort aufzuhalten, es genügt, wenn sie diesen Ort zu ihrem Lebensmittelpunkt macht, auch wenn sie beabsichtigt, ihren Wohnsitz zu einem späteren Zeitpunkt an einen anderen Ort zu verlegen (E. 2.3).
Nach Art. 87 Abs. 1 IPRG sind die Gerichts- oder Verwaltungsbehörden des Herkunftsortes des Verstorbenen für die Regelung des Erbganges eines im Ausland wohnhaften Schweizers zum Zeitpunkt seines Todes zuständig, sofern die ausländischen Behörden sich nicht mit ihm befassen (E. 3.3).
Dazu muss bei der Behörde ein förmliches Ersuchen eingehen, ein blosses Auskunftsbegehren reicht nicht (E. 3.2).
Wird eine Untätigkeit festgestellt, die auf eine Ursache rechtlicher Natur zurückzuführen ist, ist es nicht erforderlich festzustellen, ob sie in der Tat mit einer Untätigkeit der ausländischen Behörde verbunden ist (E. 3.3).
Damit eine professio juris implizit aus einem Testament hervorgehen kann, muss der Wille, sich für das schweizerische Recht zu entscheiden, eindeutig aus dem fraglichen Dokument hervorgehen (E. 4.3).
= successio 12 (2018) 67 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Schweizerisches Bundesgericht 5D 24/2017 vom 24.02.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbteilung
Art. 108 Abs. 1 lit. b und c BGG

Enthält eine subsidiäre Verfassungsbeschwerde keine Verfassungsrügen, sondern lediglich appellatorische Kritik, erweist sich die Beschwerde als offensichtlich nicht hinreichend begründet bzw. als querulatorisch, weshalb auf sie nicht eingetreten werden kann (E. 2) und der Präsident im vereinfachten Verfahren entscheiden kann (E. 3).

Schweizerisches Bundesgericht 5A 140/2017 vom 17.02.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Testamentseröffnung 
Art. 108 Abs. 1 BGG; Art. 66 Abs. 1 BGG

Wird im Grundbuch auf eine dem Testament widersprechende Äusserung hingewiesen, muss dennoch dargelegt werden, inwiefern durch den vorinstanzlichen Entscheid Recht verletzt wurde (E. 2.2).
Auf eine offensichtlich nicht hinreichend begründete Beschwerde wird nicht eingetreten, dies unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers (E. 3).

Schweizerisches Bundesgericht 5A 16/2017 vom 15.02.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbteilung
Art. 93 Abs. 1 BGG; Art. 109 Abs. 3 BGG

Voraussetzung für die Beschwerde gegen einen prozessleitenden Entscheid ist, dass ein nicht wieder gutzumachender Nachteil entstehen würde oder dass durch die Gutheissung sofort ein Endentscheid herbeigeführt und damit ein bedeutender Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren erspart würde (E. 2).
Wird dies nicht dargelegt, wird im vereinfachten Verfahren nicht auf die Beschwerde eingetreten (E. 3).

= successio 12 (2018) 68 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Tribunal Fédéral 5A 472/2016 du 14.02.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - émolument de justice (succession)
Art. 29 al. 2 Cst; Art. 106 al. 2 LTF

Le droit d'être entendu garanti implique, le devoir pour l'autorité de motiver sa décision, afin que le destinataire puisse la comprendre, la contester utilement s'il y a lieu et exercer son droit de recours à bon escient. Pour répondre à ces exigences, le juge doit mentionner, au moins brièvement, les motifs qui l'ont guidé et sur lesquels il a fondé sa décision, de manière à ce que l'intéressé puisse se rendre compte de la portée de celle-ci et l'attaquer en connaissance de cause. Il n'a toutefois pas l'obligation d'exposer et de discuter tous les faits, moyens de preuve et griefs invoqués par les parties, mais peut au contraire se limiter à l'examen des questions décisives pour l'issue du litige (consid. 3.1)
Un recours contre la fixation de l'émolument doit satisfaire au principe d'allégation (consid.
4; consid. 5.4).
Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 106 Abs. 2 BGG
Das rechtliche Gehör verpflichtet die Behörde, ihre Entscheidung zu begründen, damit der Adressat sie verstehen, gegebenenfalls richtig anfechten und ihr Beschwerderecht angemessen ausüben kann. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, muss der Richter zumindest kurz die Gründe angeben, auf die er seine Entscheidung gestützt hat, damit der Betroffene den Umfang der Entscheidung verstehen und sie in voller Kenntnis der Sachlage anfechten kann. Sie ist jedoch nicht verpflichtet, alle von den Parteien vorgebrachten Tatsachen, Beweismittel und Einwände darzulegen und zu erörtern, sondern kann sich im Gegenteil auf die Prüfung der für den Ausgang des Falles massgeblichen Fragen beschränken (E. 3.1).
Eine Beschwerde gegen eine Kostenfolge muss der Substantiierungspflicht gerecht werden (E. 4; E. 5.4).

Schweizerisches Bundesgericht 5A 122/2017 vom 13.02.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Ungültigkeitsklage (Erbschaft)
Ist der kantonale Instanzenzug nicht ausgeschöpft, wird auf die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nicht eingetreten (E. 2 und 3).

Schweizerisches Bundesgericht 5A 267/2016 vom 18.01.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbteilung
Verzicht der Ehefrau auf güter- und erbrechtliche Ansprüche (Pflichtteil) im Nachlass des Ehemannes als Herabsetzungsgrund im Sinne von Art. 527 Ziff. 4 ZGB: Auch der Verzicht auf einen durchsetzbaren Anspruch kann eine Entäusserung von Vermögenswerten bilden; es genügt, wenn eine Pflichtteilsverletzung in Kauf genommen wird; „offenbar“ bedeutet nicht, dass die Verfügung gerade oder zumindest in erster Linie deswegen vorgenommen wurde, um die gesetzlich auferlegten Verfügungsbeschränkungen zu umgehen  (E. 2).
In casu Herabsetzung bejaht, weil die Ehefrau aufgrund des Prozesses im Nachlass des Ehemannes diese Problematik kannte (E. 3 und 4).
= ius.focus 5/2018, 3 (Anmerkungen von Francesca Borio)
Der Verzicht des Ehegatten auf Durchsetzung seiner güterrechtlichen Ansprüche sowie auf die Anfechtung seiner Einsetzung als Vorerbe kann eine herabsetzbare Vermögensentäusserung darstellen.
= successio 12 (2018) 60 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)
= successio 13 (2019) 56 (Lorenz Baumann, Verzicht auf Herabsetzung einer Vor-/Nacherbschaft als [herabsetzbare] lebzeitige Vermögensentäusserung - BGer 5A_267&2016, mit ergänzenden Hinweisen auf BGer 5A_894/2017)
= ZBGR 99 (2018) 34 Nr. 3
ZGB Art. 527 Ziff. 4
Herabsetzung

Die mit der Entäusserung beabsichtigte Umgehungsabsicht muss offenbar sein, d.h. ins Auge springen und sich dem Gericht derart aufdrängen, dass es von ihrem Vorliegen nachhaltig überzeugt ist. Auch der Verzicht auf güterrechtliche Ansprüche kann als Herabsetzungstatbestand gelten.

CC art. 527 ch. 4
Réduction

L’intention d’éluder les règles sur les réserves doit être manifeste, c’est-à-dire sauter aux yeux et s’imposer au tribunal d’une façon telle que celui-ci en est largement convaincu.
La renonciation à des prétentions matrimoniales est susceptible de réduction

Tribunal Fédéral 5A 777/2016 du 17.01.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - mesures provisionnelles (succession)
= Pra 107 (2018) Nr. 76
Art. 10 IPRG; Art. 93 BGG
Anfechtbarkeit von Entscheiden über vorsorgliche Massnahmen
Entscheide über vorsorgliche Massnahmen sind mit Ausnahme des Ehescheidungsverfahrens, in dem sie in einem unterschiedlichen Verfahren im späteren Ehescheidungsverfahren nicht mehr überprüfbare Punkte behandeln, als Zwischenentscheid zu qualifizieren (E. 1.1 und 1.2), die mit der Beschwerde an das Bundesgericht nur anfechtbar sind, wenn sie einen Nachteil rechtlicher und nicht bloss wirtschaftlicher oder tatsächlicher Natur bewirken können (E. 1.3).

Schweizerisches Bundesgericht 5A 434/2016 vom 10.01.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Mitwirkung bei der Erbteilung
Die mitwirkende Behörde (in casu: das Bezirksgericht) im Sinne von Art. 609 ZGB handelt selbständig  anstelle des Schuldner-Erben. Dieser muss weder mitwirken noch (einem Erbteilungsvertrag) zustimmen und ihm gegenüber besteht auch keine Anhörungspflicht (E. 3).

= Aktuelle Anwaltspraxis 2017, 70 (Anmerkungen von Paul Eitel: Mitwirkung der Behörde)
= BN 78 (2017) 145 (Anmerkungen von Roland Pfäffli)
= ius.focus 2/2017, 3 (Anmerkungen von Angelika Karrer)
= successio 12 (2018) 318 (Anmerkungen von Tarkan Göksu)
= successio 13 (2019) 253 (Anmerkungen von Paul Eitel)

Tribunal Fédéral 5A 711/2016 du 10.01.2017
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - partage successoral
Le recourant qui peut contester les lacunes qui lui sont reprochées dans le cadre d'un appel contre la décision finale, n’est pas touché d’un préjudice irréparable (voir Art. 93 al. 1 let. a LTF ; consid. 3.2).
Ein Beschwerdeführer, der sich gegen die angeblichen Unzulänglichkeiten für die er verantwortlich sein soll, auch mit einer Beschwerde gegen den Endentscheid wehren kann, erleidet keinen nicht wiedergutzumachenden Nachteil (siehe Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG; E. 3.2).

Schweizerisches Bundesgericht 5A 377/2016 vom 09.01.2017
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Feststellung des Nachlasses und Erbteilung
Der Nacherbe, der seinen Anteil in bar erhält (berechnet als Anteil am Liegenschaftswert) (E. 3) hat einen keinen Anspruch an den Mietzinseinnahmen der Liegenschaft, welche zum freien Vermögen (und nicht zur Vorerbschaft) gehört (E. 4).
= BN 78 (2017) 143 (Anmerkungen von Roland Pfäffli)
= successio 12 (2018) 328 (Pius Bumann, Umfang einer gewöhnlichen Nacherbeneinsetzung)

Tribunal Fédéral 5A 7/2017 du 09.01.2017 
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - ordonnance de classement (procédure de succession)
= ZBGR 99 (2018) 44 Nr. 6
ZGB Art. 491 f.
Rechtsstellung des Vor- und des Nacherben

Der Nacherbe ist nicht Erbe des Vorerben. Der Nacherbe erhält vom Vorerben unter Vorbehalt abweichender Anordnung das ausgeliefert, was der Vorerbe geerbt hat.Übernimmt der Vorerbe in der Erbteilung eine Liegenschaft in Anrechnung auf seinen Erbanspruch und mit zusätzlichen Ausgleichszahlungen, untersteht der Sachwert nicht der Auslieferungspflicht an den Nacherben.

CC art. 491 s.
Position juridique du grevé et de l’appelé

L’appelé n’est pas héritier du grevé. Il acquiert, du grevé, sauf dispositions contraires, ce que celui-ci a acquis dans la succession du disposant.Lorsque le grevé a acquis en partage un bien-fonds en imputation sur sa part et a procédé au versement de soultes, la valeur réelle n’est pas frappée d’une obligation de restitution en faveur de l’appelé.
= not@lex 11 (2018) 68 (Anmerkungen von Denis Piotet/Maya Kiepe)
= ZBGR 99 (2018) 44
ZGB Art. 491 f.
Rechtsstellung des Vor- und des Nacherben

Der Nacherbe ist nicht Erbe des Vorerben. Der Nacherbe erhält vom Vorerben unter Vorbehalt abweichender Anordnung das ausgeliefert, was der Vorerbe geerbt hat.
Übernimmt der Vorerbe in der Erbteilung eine Liegenschaft in Anrechnung auf seinen Erbanspruch und mit zusätzlichen Ausgleichszahlungen, untersteht der Sachwert nicht der Auslieferungspflicht an den Nacherben.

CC art. 491 s.
Position juridique du grevé et de l’appelé

L’appelé n’est pas héritier du grevé. Il acquiert, du grevé, sauf dispositions contraires, ce que celui-ci a acquis dans la succession du disposant.
Lorsque le grevé a acquis en partage un bien-fonds en imputation sur sa part et a procédé au versement de soultes, la valeur réelle n’est pas frappée d’une obligation de restitution en faveur de l’appelé