2016

Entscheide des Schweizerischen Bundesgerichts zum Erbrecht, zur Erbschaftssteuer und zur Strukturierung des Vermögens (Stiftungen, Trusts)
des Jahres 2016
Redaktion successio online (Hans Rainer Künzle), 01.01.2016
______________________________________________________________________________________________________________________

​​​​​​​Tribunal Fédéral 6B_1311/2016 du 30.12.2016
Cour de droit pénal - Procédure pénale - Ordonnance de classement (faux dans les titres), qualité pour recourir au Tribunal fédéral
= successio 12 (2018) 71 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 548/2016 vom 23.12.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Öffentliches Inventar (Erbschaft)
Beschwerde gegen einen Feststellungsentscheid, welcher über die Art und den Umfang der Annahme der Erbschaft befindet. Die Beschwerdeführerin führt aus, dass die Erstellung des öffentlichen Inventars als solche falsch sei. Der Verfahrensgegenstand kann im Verlaufe des Instanzenzugs aber grundsätzlich nicht erweitert werden (Art. 317 Abs. 2 ZPO, Art. 99 Abs. 2 BGG).
= successio 12 (2018) 61 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 603/2016 vom 19.12.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - unentgeltliche Rechtspflege (Ungültigkeit des Testaments)
Abweisung einer Beschwerde, in welcher der Beschwerdeführer vor Obergericht um unentgeltliche Rechtspflege ersuchte. Das Bundesgericht liess offen, ob ein Schreiben, welches zwar noch vor dem angefochtenen Entscheid entstanden ist, aber so kurz vorher, dass es nicht mehr ins obergerichtliche Verfahren eingeführt werden konnte, ein echtes oder unechtes Novum darstellt, weil nicht der angefochtene Entscheid des Obergerichts Anlass zur Einreichung ergab, sondern das Schreiben bereits für den obergerichtlichen Entscheid von Bedeutung sei (Art. 99 Abs. 1 BGG). Da die Beschwerde vor Bundesgericht aussichtslos war, sind die materiellen Voraussetzungen für die unentgeltliche Rechtspflege nach Art. 64 Abs. 1 BGG nicht erfüllt und das betreffende Gesuch wird abgewiesen.

Tribunal Fédéral 5A 887/2016 du 19.12.2016
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - effet suspensif (succession)
Prise en charge des frais après désistement d’action
Retrait du recours après rejet de la requête de mesures provisionelles selon art. 551 ss. CCS. Le president du tribunal ordonne que les recourants supportent les frais de procédure et les frais judiciaires solidarement (art. 66 al. 1 LTF).
Kostentragung nach Klagerückzug
Klagerückzug nach Ablehnung des Gesuchs um Sicherungsmassregeln nach Art. 551 ff. ZGB. Der Gerichtspräsident entscheidet, dass die Kosten den Beschwerdeführern solidarisch auferlegt werden (Art. 66 Abs. 1 BGG). 

Tribunal Fédéral 5A_741/2016 du 06.12.2016
IIe Cour de droit civil - Droit des poursuites et faillites - plainte LP (acte de vente de gré à gré)
= successio 12 (2018) 70 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Tribunale Federale 5A 162/2016 del 24.11.2016
II Corte di diritto civile  - Diritto successorio - nullità di testamento  
La capacità di discernimento (vedi anche Art. 519 e 467 CC) è relativa e dipende dalla complessità dell'atto che dev'essere compiuto (consid. 2.2.1).
In presenza di un testamento „poco più che elementare“, per esempio nel quale la de cuius indica semplicemente a chi intende lasciare un oggetto e allega un elenco di altri beneficiari la quale volontà è stata già assodata da un avvocato, le aspettative alla capacità di discernimento possono essere anche più basse (consid. 5.2). 
Die Urteilsfähigkeit (siehe auch Art. 519 und 467 ZGB) ist relativ und hängt von der Komplexität der zu vollziehenden Handlung ab (E. 2.2.1). 
Liegt ein Testament vor, das „wenig mehr als elementar“ ist, wenn die Erblasserin beispielsweise nur angibt, wem sie ein Gut überlassen möchte und eine Liste von weiteren Begünstigten anfügt, und dies ihrem bereits von einem Anwalt festgestellten Willen entspricht, können die Anforderungen an die Urteilsfähigkeit auch tiefer angesetzt werden (E. 5.2). 
= njus.ch Entwicklungen Erbrecht 2016, 30
Im konkreten Fall verlangte die Beschwerdeführerin angesichts der ärztlichen Diagnosen, dass die
Verfügungsunfähigkeit im konkreten Fall zu vermuten sei. Das kantonale Gericht hat dies nach Auffassung
des Bundesgerichts zu Recht anders gesehen. Zudem war zu beachten, im konkreten Fall, dass nach
Auffassung des kantonalen Gerichts der Inhalt des Testamentes «wenig mehr als elementar» gewesen war,
sodass die Hürden für eine Verfügungsfähigkeit nicht hoch anzusetzen waren. 
= SJZ 113 (2017) 116 (Peter Breitschmid/Annina Vögeli, Entwicklungen im Erbrecht)
= successio 13 (2019) 242 (Anmerkungen von Paul Eitel) 

Tribunal Fédéral 5A 355/2016 du 21.11.2016 
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - succession
 La compatibilité d’un certificat d’héritier egyptien avec l’ordre public suisse (art. 27 al. 1 LDIP)
Un ressortissant égyptien de confession musulmane est décédé sans descendants. L’acte d’hoirie égyptien, notamment un certificat d’héritier (consid. 3.), constate la devolution de sa succession à ses frères et soeurs, à l’éxclusion de l’épuse chrétienne. Le Tribunal féderale estime que le résultat de l’application de „l’acte d’hoirie“ contrevient clairemnet au principe de l’interdiction de la discrimination en raison des convictions religieuses (art. 8 al. 2 Cst., art. 14 CEDH et 26 Pacte ONU II). Le principe d’interdiction de la discrimination fait partie de l’ordre public suisse (consid. 3.3.5.).
Vereinbarkeit eines ägyptischen Erbscheins mit dem Schweizer ordre public (Art. 27 Ab 1 IPRG)
Ein ägyptischer Muslim starb ohne Nachkommen. Der ägyptische Erbakt, insbesondere der Erbschen(E. 3), weist die Brüder und Schwestern als Erben aus, unter Ausschluss der christlichen Ehefrau. Das Bundesgericht ist der Auffassung, dass eine Anerkennung des Erbscheins zu einer Diskriminierung aufgrund der religiösen Überzeugung führen würde (Art.  Abs. 2 BV, Art.14 EMR und Art. 26 Uno Pakt II). Das Diskriminierungsverbot ist Teil des Schweizer ordre public sei (E. 3.3.5.).
= BGE 143 III 51
Art. 27 Abs. 1, Art. 31 und 96 IPRG; Art. 98 BGG; Anerkennung einer erbrechtlichen Urkunde des Auslands, schweizerischer (materieller) Ordre public
Der Entscheid über die Anerkennung einer - vorliegend erbrechtlichen - Urkunde des Auslands ist keine vorsorgliche Massnahme im Sinne von Art. 98 BGG (E. 2.3).
Die Ehefrau christlichen Glaubens von jeglicher Erbberechtigung am Nachlass ihres Ehemannes muslimischer Religionszugehörigkeit auszuschliessen, verstösst gegen den schweizerischen Ordre public (E. 3.3).
Art. 27 al. 1, art. 31 et 96 LDIP; art. 98 LTF; reconnaissance d'un acte successoral étranger, ordre public (matériel) suisse
La décision relative à la reconnaissance d'un acte étranger - en l'occurrence successoral - ne porte pas sur des mesures provisionnelles au sens de l'art. 98 LTF (consid. 2.3).
L'exclusion de toute vocation héréditaire de l'épouse de religion chrétienne dans la succession de son mari de confession musulmane est contraire à l'ordre public suisse (consid. 3.3).
Art. 27 cpv. 1, art. 31 e 96 LDIP; art. 98 LTF; riconoscimento di un documento successorio straniero, ordine pubblico (materiale) svizzero
La decisione relativa al riconoscimento di un documento straniero - in questo caso successorio - non concerne misure cautelari nel senso dell'art. 98 LTF (consid. 2.3).
L'esclusione di ogni vocazione ereditaria della moglie di religione cristiana nella successione di suo marito di confessione musulmana è contraria all'ordine pubblico svizzero (consid. 3.3).
= AJP 26 (2017) 796 (Anmerkungen von Olivier Gaillard)
= BN 78 (2017) 140 (Anmerkungen von Roland Pfäffli)
= dRSK vom 21.02.2017 (Tarkan Göksu: Anerkennung einer ägyptischen Erbbescheinigung)
Eine ausländische Erbbescheinigung, welche eine Person aufgrund ihrer religiösen Überzeugung von der Erbfolge ausschliesst, verstösst gegen den Ordre public und kann in der Schweiz nicht anerkannt werden.
= JdT 165 (2017) II 159 und 261
= Jusletter vom 19.12.2016

= LawInside 06.01.2017 (Anmerkungen von Tobias Sievert)
= not@lex 11 (2018) 69 (Anmerkungen von Denis Piotet/Maya Kiepe)
= Pra. 106 (2017) Nr. 31
Anerkennung einer erbrechtlichen Urkunde des Auslands, schweizerischer (materieller) Ordre public (Art. 27 Abs. 1, 31, 96 IPRG; Art. 98 BGG)
Der Entscheid über die Anerkennung einer - vorliegend erbrechtlichen - Urkunde des Auslands ist keine vorsorgliche Massnahme im Sinne von Art. 98 BGG. Die Ehefrau christlichen Glaubens von jeglicher Erbberechtigung am Nachlass ihres Ehemannes muslimischer Religionszugehörigkeit auszuschliessen, verstösst gegen den schweizerischen Ordre public.
= Pra. 106 (2017) Heft 2, Hinweise
Ein Ägypter muslimischen Glaubens hinterliess seine Ehefrau, eine Deutsche christlichen Glaubens, und daneben Geschwister, aber keine Nachkommen oder Eltern. In einem von einem ägyptischen Gericht ausgestellten Dokument, das als Erbschein anzusehen ist, wurden nach seinem Tod allein die Geschwister als Erben aufgeführt. Die Ehefrau fehlte in dem Dokument, weil gemäss ägyptischem Recht zwischen Muslimen und Nichtmuslimen keine Erbberechtigung besteht. Der Nachlass setzte sich aus Grundstücken in Frankreich und Ägypten und aus Bankkonten in Frankreich, Deutschland und der Schweiz zusammen. Der Ausschluss der Ehefrau von der Erbberechtigung gemäss dem ägyptischen Erbschein stellt einen Entscheid dar, der den Ordre public verletzt. Ob bei der Diskriminierung wegen des Geschlechts, der Rasse oder der Religion ein Inlandbezug für die Anwendung des Ordre public erforderlich ist, liess das Bundesgericht offen. Vorliegend war der Inlandbezug wegen des Bankkontos in der Schweiz gegeben und der ägyptische Erbschein wurde wegen der Verletzung des Ordre public nicht anerkannt. Nicht eintreten auf die subsidiäre Verfassungsbeschwerde; Abweisung der Beschwerde in Zivilsachen; Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege der Beschwerdeführer, die die Gerichtskosten zu tragen und eine Beschwerdegegnerin zu entschädigen haben (Art. 27 Abs. 1, 31 IPRG; Art. 8 BV; Art. 14 EMRK; Art. 25 Uno-Pakt II).
= SJZ 113 (2017) 116
= successio 11 (2017) 234 
(Paul-Henri Steinauer, La présence en Suisse d'actifs successoraux est suffisante pour pouvoir invoquer l'ordre public suisse selon l'art 27 al. 1 LDIP)
= successio 12 (2018) 178 (Anmerkungen von Paul Eitel)
= ZBJV 155 (2019) 197 (Anmerkungen von Fridolin Walther)
Nichtanerkennung einer ausländischen Urkunde wegen Verletzung des Diskriminierungsverbots, das Teil des Schweizer Ordre public ist (Art. 27 Abs. 1 IPRG)

Tribunal Fédéral 5A 599/2016 du 21.11.2016
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - administration d'une succession; compétence des autorités suisses
Fausse indication du délai de recours.
Le bénéfice de la ptotéction de la bonne foi est exclu quand une partie ou son avocat avaient le droit de défectuosité d'appel en consultant le texte juridique faisant autorité seul peut reconnaître (consid. 3).
Falsche Rechtsmittelbelehrung.
Kein Schutz des guten Glaubens, wenn eine Partei oder ihr Anwalt die Fehlerhaftigkeit der Rechtsmittelbelehrung durch Konsultierung des massgebenden Gesetzestextes allein hätte erkennen können (E. 3).

Tribunal Fédéral 5A 451/2016 du 21.11.2016
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - mesures provisionnelles (succession)
Mesures provisionnelles
Les mesures provisionnelles sont des décisions finales au sens de l'art. 90 LTF lorsqu'elles sont prises dans une procédure autonome; elles sont en revanche des décisions incidentes au sens de l'art. 93 LTF lorsque, comme en l'espèce, leur effet est limité à la durée d'un procès en cours ou à entreprendre par la partie requérante, dans un délai qui lui est imparti (consid. 4.1).
Vorsorgliche Massnahmen
Vorsorgliche Massnahmen stellen Endentscheide i.S.v. Art. 90 BGG dar, wenn sie in einem eigenständigen Verfahren ergehen. Sie sind hingegen Zwischenentscheide i.S.v. Art. 93 BGG, wenn ihre Wirkung auf die Dauer des laufenden Verfahrens beschränkt ist bzw. mit der Bedingung, dass ein Hauptverfahren eingeleitet wird, ergehen (E. 4.1).
=SJZ 113 (2017) 116  

Tribunal Fédéral 5A 864/2016 du 16.11.2016
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - assistance judiciaire (répudiation de la succession)
Répudation de la succession. Assistance judiciaire.
Le refus de l'assistance judiciaire constitue une décision incidente en tant qu'elle est l'accessoire de la demande principale. Dans le cadre d'un recours contre une décision incidente, les motifs qui peuvent être invoqués sont limités dans la même mesure que pour le recours contre la décision principale. En l'espèce, seule la violation de droits constitutionnels peut être dénoncée, dès lors que le litige principal porte sur la modification de mesures protectrices de l'union conjugale (art. 98 LTF) (consid. 3). Le recours est déclaré irrecevable, parce que le recourant ne démontre pas avec précision et de manière détaillée quel droit constitutionnel il estime avoir été violé et pour quelle raison une telle violation devrait être admise (consid. 4).

Tribunal Fédéral 5A 392/2016 du 01.11.2016
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - rectification de l'inventaire successoral
Inventaire successoral
Confimation de l’art. 583 CC, que l’inventaire ne décide pas quant au fond de l’éxistence d’une créance (consid. 4.1).
Öffentliches Inventar
Bestätigung von Art 583 ZGB, dass ein öffentliches Inventar materiell-rechtlich nicht über den Bestand einer Forderung entscheidet (E. 4.1).
= Aktuelle Anwaltspraxis 2017, 73 (Anmerkungen von Paul Eitel: Öffentliches Inventar [Berichtigung])
= Aktuelle Anwaltspraxis 2017, 80 (Anmerkungen von François Logoz: Bénéfice d'inventaire - notion de papiers du défunt (art. 581 ss. et 583 al. 1 CC)
= successio 12 (2018) 73 (Michael Nonn, Öffentliches Inventar - was sind "Papiere des Erblassers", die zu einer Inventarisierung von Amtes wegen führen?)
= successio 13 (2019) 259 (Anmerkungen von Paul Eitel)

Tribunal Fédéral 5A 419/2016 du 28.10.2016
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - autorisation de paiements à l'administrateur d'office
Prise en charge des coûts après retrait du recours.
Retrait du recours et de la requête d’éffet suspensif. Le président ordonne que le recourant supporte les frais judiciaires.
Kostentragung nach Klagerückzug
Klagerückzug und Rückzug des Gesuches um vorsorgliche Massnahmen. Der Präsident ordnet an, dass der Beschwerdeführer die Gerichtskosten tragen muss.  

Tribunal Fédéral 5A 743/2015 du 21.10.2016
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - Révision d'une décision (répudiation de la succession)
Répudiation de la succession
La cour cantonale a considéré qu'il n'y avait pas lieu de revenir sur le fait que le requérant aurait ignoré l'existence d'un actif ayant appartenu à la défunte.
Même le fait que l'office des faillites ait réouvert la faillite de la succession répudiée de l'épouse du requérant depuis le 7 septembre 2015, ne constitue pas un noviter reperta au sens de l'art. 328 CPC (consid 2.1)

Bundesgericht 5A_280/2016 vom 10.10.2016
I. zivilrechtliche Abteilung - Vertragsrecht - Forderung
= successio 12 (2018) 65 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)
Haftung des Willensvollstreckers für pflichtwidrige Anlage in Optionen

Schweizerisches Bundesgericht 5A 266/2016 vom 21.09.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbteilungs- und Herabsetzungsklage
In einem seit 2000 herrschenden Rechtsstreit über die Erbteilung und Herabsetzungsklage, in welchem bereits mehr als 10 bundesgerichtliche Urteile ergangen sind, äussert sich das Bundesgericht zunächst über die Voraussetzungen der Willkür in der Beweiswürdigung (E. 1 und E. 2.1.2).
Weiter entscheidet das Bundesgericht, dass ein von der Erbengemeinschaft behaupteter Anspruch gegen einen Dritten nicht Gegenstand des Erbteilungsprozesses sein kann, auch wenn dieser zur Feststellung der Teilungsmasse diene. Dies mit der Begründung, dass das bundesgerichtliche Urteil für den Dritten nicht verbindlich sei (= BGE 91 II 11 E.2c). Folglich muss ein Erbe die Forderung in Anrechnung auf seinen Erbteil übernehmen und selber gegen den Dritten durchsetzen. Andernfalls handelt es sich lediglich um eine objektiv-partielle Teilung (E. 2.2.3).
= Aktuelle Anwaltspraxis 2017, 68 (Anmerkungen von Paul Eitel: Beurteilung von Forderungen gegen Dritte)
= not@lex 11 (2018) 70 (Anmerkungen von Denis Piotet/Maya Kiepe)
= successio 13 (2019) 252 (Anmerkungen von Paul Eitel)

Tribunale Federale 5D 142/2016 del 16.09.2016
II Corte di diritto civile - Diritto successorio - proroga del termine (divisione di eredità).
Se in seguito ad aver inoltrato un ricorso sussidiario il ricorrente dichiara per iscritto di ritirare il suo rimedio, il giudice non può fare altro che prendere atto del ritiro del ricorso e disporre lo stralcio della causa dai ruoli (art. 71 LTF in relazione con l’art. 73 PC). Le spese giudiziarie ridotte vanno a carico della parte desistente, ossia del ricorrente (art. 66 cpv. 1 LTF; art. 71 LTF in relazione con l’art. 5 cpv. 2 PC). 
Erklärt der Beschwerdeführer nach Einreichung einer subsidiären Verfassungsbeschwerde schriftlich, dass er sein Rechtsmittel zurückzieht, so kann der Richter nur vom Klagerückzug Kenntnis nehmen und das Verfahren abschreiben (Art. 71 BGG i.V.m. Art. 73 BZP). Die reduzierten Gerichtskosten werden von der unterliegenden Partei, also vom Beschwerdeführer, getragen (Art. 66 Abs. 1 BGG; Art. 71 BGG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 BZP). 

Tribunal Fédéral 2C 1084/2015 du 16.09.2016
IIe Cour de droit public - Santé & sécurité sociale  - Secret professionnel (succession).
Accès au dossier médical.
Il faut donner accès à tous les héritiers au dossier médical pour l'intérêt public à la mise en oeuvre d'une justice équitable dans le cadre de laquelle toutes les parties en procès s'affronteraient à armes égales (consid. 3.2.2).
Zugang zu medizinischem Dossier
Es ist allen Erben gleicher Zugang zu medizinischen Unterlagen zu gewähren, dies im Hinblick auf die Verfahrensfairness und die Waffengleichheit in einem Erbrechtsstreit.

Schweizerisches Bundesgericht 5D 137/2016 vom 13.09.2016  
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Kostenvorschuss (Erbschaft).
Nichteintreten auf eine Verfassungsbeschwerde, welche die Voraussetzungen von Art. 117 BGG i.V.m. Art. 93 Abs.1 lit. a und b BGG nicht erfüllt.

Tribunale Federale 5A 37/2016 del 12.09.2016
II Corte di diritto civile - Diritto successorio - divisione ereditaria: contestazione d'inventario
Nulla impedisce a un legatario di cedere la propria pretesa nei confronti del debitore del legato - e ciò, anche prima dell'apertura della successione, sotto forma di cessione di un credito futuro eventuale. La conclusione di un contratto di cessione delle ragioni ereditarie, la sua validità, la sua interpretazione nonché la sua eventuale impugnazione per vizi della volontà sono rette dalle disposizioni generali del CO, segnatamente gli art. 1 segg., 18 segg. e 23 segg. CO (consid. 5.1).
Einen Vermächtnisnehmer hindert nichts daran, seine Forderung gegen den Schuldner des Legats abzutreten – und dies auch vor Eröffnung des Erbganges, in Form der Abtretung eines eventuellen zukünftigen Anspruchs. Der Abschluss eines Vertrages über die Abtretung der Erbanteile, seine Gültigkeit, seine Auslegung und jede eventuelle Anfechtung wegen Willensmängeln, werden durch die allgemeinen Bestimmungen des OR, insbesondere Art. 1 ff., 18 ff. und 23 ff. OR, geregelt (E. 5.1).
= Aktuelle Anwaltspraxis 2017, 69 (Anmerkungen von Paul Eitel: Abtretungsvertrag mit Vorausvermächtnis)
= successio 12 (2018) 64 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)
= successio 13 (2019) 252 (Anmerkungen von Paul Eitel)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 633/2016 vom 05.09.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Testamentseröffnung.
Nichteintreten auf eine Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG, da die Eingabe verspätet ist, die Rügen über das angefochtene Urteil hinaus gehen und nicht genügend begründet sind. 

Tribunal Fédéral 5A 615/2016 du 29.08.2016
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - succession.
Décision de non-êntrée du recours contre une décision rendue en matère civile, parce que les conditions d’art. 42 al. 2 et 106 al. 2 LTF ne sont pas remplies.
Nichtteintreten auf eine Beschwerde in Zivilsachen, da der Beschwerdeführer nicht darlegen konnte, inwieweit der angefochtene Entscheid seine Rechte verletzt (Art. 42 Abs. 2 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG).

Schweizerisches Bundesgericht 6B_828/2016 vom 29.08.2016
Strafrechtliche Abteilung - Strafprozess - Einstellung (üble Nachrede usw.)
= successio 12 (2018) 71 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 500/2016 vom 11.08.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbteilung (Klagebewilligung; vorsorgliches Verfügungsverbot) 
Nichteintreten auf eine Beschwerde gegen einen Zwischenentscheid, da der Beschwerdeführer nicht darlegen konnte, inwiefern dieser einen nicht mehr wiedergutzumachenden Nachteil bewirkt (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder bei Gutheissung der Beschwerde ein sofortiger Endentscheid erfolgen wird (Art. 93 Abs. 1 lit b BGG) (E. 1).
Weiter wird auf die Beschwerde nicht eingetreten, da der Beschwerdeführer unzulässige Noven einbringt (Art. 99 Abs. 2 BGG) (E. 2).

Tribunal Fédéral 2C_941/2015 du 09.08.2016
IIe Cour de droit public - Finances publiques et droit fiscal - Impôts sur les donations, révisions
= successio 11 (2017) 221 (Anmerkungen von Andrea Opel)
Schenkungssteuerfolgen einer "relation amoureuse"

Tribunal Fédéral 5F 11/2016 du 08.08.2016
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - révision de l'arrêt 5A_738/2015 (action en partage)
Rejet de la demande, mal fondée, de révision de l’arrêt 5A_738/2015.
Das Revisionsgesuch wurde abgelehnt, da es als unbegründet erachtet wurde 

Tribunal Fédéral 5A_484/2016 du 05.08.2016
IIe Cour de droit civil - Droit des personnes - surveillance des fondations
= successio 11 (2017) 140 (Anmerkungen von Harold Grüninger)
Beschwerdebefugnis der Aufsichtsbehörde

Schweizerisches Bundesgericht 6B_417/2016 vom 05.08.2016
Strafrechtliche Abteilung - Strafprozess - Nichtanhandnahmeverfügung (Veruntreuung, ungetreue Geschäftsführung, Urkundenfälschung), rechtliches Gehör
= successio 12 (2018) 71 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 556/2016 vom 27.07.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Sistierung Kostenvorschuss (Sistierung und Verschiebung Schlichtungsverfahren, Erbteilung)
Nichteintreten, da sich die Beschwerde in Zivilsachen nur gegen letztinstanzliche, kantonale Entscheide richten kann und die Beschwerdeführerin zusätzlich kein schutzwürdiges Interesse besitzt.
Weiter sind die Anforderungen an die Begründetheit nach Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG nicht erfüllt.

Tribunal Fédéral 5A 277/2016 du 19.07.2016
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - partage successoral
 Décision si un compte bancaire fait partie de la succession, serait ni décision finale ni préjudicielle ou incidente (consid. 1.2). Le cour constate que c’est une „autre décision incidente“ selon art. 93 al. 1 LTF (consid. 1.4).
Entscheid über die Zugehörigkeit eines Bankkontos zur Erbmasse, welcher vorfrageweise ergangen ist, stellt weder einen End- noch Teil-, Vor- oder Zwischenentscheid dar (E. 1.2). Das Gericht stellt fest, dass es sich um einen andern Zwischenentscheid nach Art. 93 Abs. 1 BGG handelt (E. 1.4).
= dRSK vom 30.11.2017 (François Logoz, Décision finale – Décision partielle – Décision incidente – Décision sur l’appartenance d’un actif à un patrimoine successoral)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 298/2016 vom 18.07.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Absetzung Willensvollstrecker (vorsorgliches Verfügungsverbot)
Nichteintretensentscheid, sowohl bezüglich eines Interessenskonflikts des Beistands der Beschwerdegegnerin (E. 3), als auch betreffend eines vorsorglichen Verfügungsverbots in Funktion als Willensvollstrecker (E. 4). Bei beiden Begehren fehlt die Verfahrensvoraussetzung des nicht wieder gutzumachenden Nachteils.
= successio 12 (2018) 61 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 525/2016 vom 15.07.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Sistierung, Verschiebung (Schlichtungsverfahren, Erbteilung)
Nichteintreten, da der angefochtene Zwischenentscheid (Sistierung des Verfahrens aufgrund Nichtbezahlung des Kostenvorschusses) keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirkt. Zusätzlich entspricht die Beschwerde nicht den Begründungsvoraussetzungen von Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG.

Schweizerisches Bundesgericht 5F 8/2016 vom 13.07.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Revision des bundesgerichtlichen Urteils 5A_803/2015 vom 14.01.2016
Zweiter Nichteintretensentscheid auf Revision des Urteils 5A_803/2015 (5F_2/2016 vom 19.04.2016), da die Vorbringungen weder erheblich noch zulässig sind. Die gerügten angeblichen Verfahrensmängel im erstinstanzlichen Verfahren hätten bereits vor Obergericht gerügt werden müssen, wie das Bundesgericht bereits im Urteil 5F_2/2016 dargelegt hat. Die Erheblichkeit der Vorwürfe werden von der Gesuchstellerin ebenfalls nicht dargelegt.

Schweizerisches Bundesgericht 5D 112/2016 vom 12.07.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbausschlagung
Nichteintretensentscheid einer subsidiären Verfassungsbeschwerde, da eine Ausschlagungserklärung die Ausübung eines Gestaltungsrechts und daher grundsätzlich nicht widerruflich sei. Ein Anfechtungstatbestand aufgrund fehlerhafter Willensbildung liege nicht vor, wenn es sich die Beschwerdeführerin nach dem erstinstanzlichen Urteil nochmals anders überlegt.

Schweizerisches Bundesgericht 5A 289/2016 vom 11.07.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Sicherheitsleistung (Sistierung, Nachlass)
Bei Nichtbezahlen von Sicherheitsleistungen liegt kein nicht wieder gutzumachender Nachteil i.S.v. Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG vor, denn damit ist nicht der Zwischenentscheid Anfechtungsobjekt, sondern dass der Beschwerdeführer diesem keine Folge leistet. Dies gilt insbesondere dann, wenn nicht die Kostenpflicht des Verfahrens, sondern nur die Höhe der konkret festgesetzten Sicherheitsleistung strittig ist und sich der Beschwerdeführer nicht gleichzeitig auf Mittellosigkeit beruft (E. 3).

Schweizerisches Bundesgericht 5A 967/2015 vom 01.07.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Schuldbetreibungs- und Konkursrecht - Zustellung von Betreibungsurkunden (Erbschaft)
Anfechtung der Betreibung gegen eine nicht verteilte Erbschaft. Bei der Zustellung von Betreibungsurkunden nach Art. 65 Abs. 3 SchKG an nur einen Erben – mangels eines für Erbengemeinschaft bestellten Vertreters – müsste die Aufsichtsbehörde für die Prüfung der Vorfrage der Erbenstellung von Amtes wegen das nach IPRG oder staatsvertraglich anwendbare Recht gebrauchen. Das heisst der konkrete Fall hätte nicht nach schweizerischem Recht beurteilt werden dürfen.
= Aktuelle Anwaltspraxis 2017, 74 (Anmerkungen von Paul Eitel: Betreibungsverfahren)
= SJZ 113 (2017) 115
= ZZZ 39 (2016) 266 (Anmerkungen von Iwo Schwander)
= successio 13 (2019) 260 (Anmerkungen von Paul Eitel)

Schweizerisches Bundesgericht 6B 827/2014 vom 22.06.2016
Strafrechtliche Abteilung - Strafprozess - Nichtanhandnahme (Betrug, Veruntreuung, Unterdrückung von Urkunden etc.)
= BGE 142 IV 82
Art. 121 StPO; Wirkungen der Rechtsnachfolge; Legitimation der Angehörigen.
Die Angehörigen einer verstorbenen geschädigten Person sind in der Reihenfolge der Erbberechtigung kumulativ oder alternativ zur Zivil- und Strafklage berechtigt (E. 3.2).
Im Unterschied zum Zivilpunkt ist im Strafpunkt kein gemeinsames Vorgehen der Erben erforderlich. Der Angehörige einer verstorbenen geschädigten Person kann sich im Strafverfahren allein als Privatkläger im Strafpunkt konstituieren (E. 3.3 und 3.4).
Art. 121 CPP; effets de la transmission des droits; légitimation des proches.
Les proches d'un lésé décédé sont autorisés à agir, dans l'ordre de la succession, sur les plans pénal et civil cumulativement ou alternativement (consid. 3.2).
A la différence de la question civile, aucune action commune des héritiers n'est nécessaire pour la question pénale. Le proche d'un lésé décédé peut se constituer seul partie plaignante dans la procédure pénale pour la question pénale (consid. 3.3 et 3.4).
Art. 121 CPP; effetti della successione nei diritti; legittimazione dei congiunti.
I congiunti di un danneggiato defunto sono legittimati, nell'ordine di successibilità, a partecipare al procedimento penale cumulativamente o alternativamente con un'azione penale e un'azione civile (consid. 3.2).
Contrariamente a quanto concerne l'aspetto civile, sul piano penale non è necessario che gli eredi procedano in comune. Il congiunto di un danneggiato defunto può costituirsi da solo accusatore privato nel procedimento penale relativamente all'azione penale (consid. 3.3 e 3.4).
= JdT 165 (2017) IV 85
Art. 121 CPP: Effets de la transmission des droits. Légitimation des proches.
Les proches d’un lésé décédé sont autorisés à agir, dans l’ordre de la succession, sur les plans pénal et civil cumulativement ou alternativement (c. 3.2).
A la différence de la question civile, aucune action commune des héritiers n’est nécessaire pour la question pénale. Le proche d’un lésé décédé peut se constituer seul partie plaignante dans la procédure pénale pour la question pénale (c. 3.3 et 3.4).
= not@lex 11 (2018) 69 (Anmerkungen von Denis Piotet/Maya Kiepe)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 705/2015 vom 21.06.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Festlegung eines Willensvollstreckerhonorars sowie Forderung
Bei einer Rückforderung des Willensvollstreckerhonorars durch den Quotenvermächtnisnehmer ist der Willensvollstrecker nur solange passivlegitmiert als noch Nachlassvermögen vorhanden ist (E. 5.1). Der Vermächtnisnehmer kann die Verantwortlichkeitsklage anstrengen bei welcher er aktiv- und der Willensvollstrecker passivlegitimiert ist (E. 7).
= Aktuelle Anwaltspraxis 2017, 73 (Anmerkungen von Paul Eitel: Rechtsbehelfe gegen den Willensvollstrecker)
= dRSK vom 21.09.2016 (Alexandra Hirt: Honorar-Rückforderung durch Vermächtnisnehmerin vom Willensvollstrecker)
= SJZ 113 (2017) 115
= successio 11 (2017) 27
 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)
= successio 11 (2017) 155 (Martin Karrer, Willensvollstreckerhonorar sowie Forderung)
= successio 13 (2019) 257 (Anmerkungen von Paul Eitel)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 635/2015 vom 21.06.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Willensvollstreckung
Das Bundesgericht lässt offen, ob die Mandatsniederlegung des Willensvollstreckers einen «Verhinderungsfall» darstellt und damit Grundlage zur Fortführung durch den Ersatzwillensvollstrecker ist.
= Aktuelle Anwaltspraxis 2017, 63 (Anmerkungen von Paul Eitel: Willensvollstreckerklausel II)
= successio 11 (2017) 23, 24 und 41 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)
= successio 11 (2017) 244 (Christine Zemp Gsponer, Auslegung von Ersatzwillensvollstrecker-Klauseln)
= successio 13 (2019) 236 (Anmerkungen von Paul Eitel)
= SJZ 113 (2017) 115
= dRSK vom 21.09.2016 (Alexandra Hirt: Ersatzwillensvollstreckerin nach Niederlegung des Amtes durch den ersten Willensvollstrecker)

Tribunal Fédéral 5F 9/2016 du 17.06.2016
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - révision de l'arrêt 5A_55/2016 du 11.04.2016
Ablehnung des Revisionsgesuchs nach Art. 121 lit. d BGG, obwohl die Kritik des Beschwerdeführers zutrifft. Eine auf die Verwaltung beschränkte Willensvollstreckung ist auf diese begrenzt und schliesst eine Mitwirkung bei der Nachlassfeststellung aus. Im Aufsichtsverfahren kann deshalb die Willensvollstreckerin nur wegen Unfähigkeit und grober Pflichtwidrigkeit aus dem Amt abberufen werden, wenn sich diese im Rahmen dieses beschränkten Mandates ergeben (E. 2.3).

Bundesverwaltungsgericht A-5920/2015 vom 14.06.2016
Zwischenbeschluss betreffend Enteignungsentschädigung (Erben)
Beurteilung der Frage, ob die Schenkung eines Grundstücks im Zusammenhang mit der Unvorhersehbarkeit von Lärmimmissionen wie ein Kauf oder wie eine Erbschaft zu behandeln ist.
Sofern es sich um eine Erbschaft handelt oder wie eine solche zu behandeln ist, ist die Voraussetzung der Unvorhersehbarkeit zu bejahen (E. 4.4).
Eine Schenkung ist jedoch nur dann als Erbvorbezug zu qualifizieren, falls sie dass eine ausgleichspflichtige Zuwendung darstellt (E. 6.3.2).

Schweizerisches Bundesgericht 2C 1134/2015 vom 10.06.2016
II. öffentlich-rechtliche Abteilung - Öffentliche Finanzen & Abgaberecht - Erbschaftssteuer 2013
Abweisung der Beschwerde. Demnach ist ein Zuschlag von 50% auf eine Erbschaft von über CHF 200’000 nicht nur auf den übersteigenden Betrag, sondern auf den gesamten Vermögensanfall zu entrichten (Art. 127 Abs. 2 lit. a StG/GL).

Tribunal Fédéral 5A 252/2016 du 07.06.2016
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - Certificat d'héritier
Décision d’irrecevabilité à cause du dépôt tardif du recours.
= Relié avec 5A_355/2016 du 21. novembre 2016.
= Aktuelle Anwaltspraxis 2017, 80 (Anmerkungen von François Logoz: Certificat d'héritiers - nature de la décision - recours - art. 559 CC; art. 46 et 98 LTF)

Tribunal Fédéral 5A 16/2016 du 26.05.2016
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - succession (annulation d'un testament)
Le Tribunal Fédéral a examiné la question du discernement dans un cas classique de capacité pour tester. Sur la base de deux „Minmal-Mental-Test“ dans six ans, des évaluations du médecin traitant, deux neurologues différents et du notaire, la capacité de tester n'a en l'occurrence pas été admis.
= SJZ 113 (2017) 112 und 235
= successio 13 (2019) 241 (Anmerkungen von Paul Eitel)

Schweizerisches Bundesgericht 2C 1120/2014 vom 25.05.2016
II. öffentlich-rechtliche Abteilung - Öffentliche Finanzen & Abgaberecht - Staats- und Gemeindesteuern 2007 und 2008 (Nachsteuern), Direkte Bundessteuer 2007 und 2008 (Nachsteuer) (Ehegatte und Erben).
Beschwerde gegen die Nachsteuerverfahren der Jahre 2007 sowie 2008 bezüglich der direkten Bundessteuer als auch der Staats-und Gemeindesteuern. Die Beschwerdeführerin führte nach dem Ableben ihres Ehegatten die Einzelunternehmung mit ihren beiden Miterben weiter. Die während dieser Zeit erwirtschafteten Einkünfte stellen Einkommen aus einer unverteilten Erbschaft dar und sind anteilsmässig zuzurechnen und zu versteuern (Art. 10 Abs. 1 DBG) (E. 4.1, E. 5.3).
Massgeblich für das Nachsteuerverfahren ist, ob die Beschwerdeführerin jenen Teil am Geschäftsertrag deklariert hat, welcher ihrem Anteil an der Unternehmung (im Rahmen des Gesamthandverhältnisses der Erbengemeinschaft) entspricht. Die Vorinstanz schien anzunehmen, dass dieser Anteil drei Viertel betrage, weil der Beschwerdeführerin in diesem Umfang Eigentum an der Unternehmung zustehe. Jedoch entsteht im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung kein dinglicher Anspruch auf Vermögenswerte des verstorbenen Ehegatten, sondern lediglich ein obligatorischer Anspruch gegenüber der Erbmasse (E. 5.3).

Schweizerisches Bundesgericht 5A 989/2015 vom 12.05.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Sachenrecht - vertraglicher Gewinnanspruch (BGBB)
Ein Landwirtschaftsbetrieb setzte sich aus verschiedenen Liegenschaften zusammen. Der Eigentümer übertrug diese seinem Sohn zu Alleineigentum, wobei eine Vereinbarung über den Gewinnanspruch getroffen wurde. Der Sohn verkaufte einzelne Grundstücke, wobei die Erben des vorverstorbenen, gewinnanteilberechtigten Vaters den Anspruch erhoben. Das Bundesgericht kommt zum Schluss, dass der gesetzliche Gewinnanspruch keine Gesamthandforderung ist, sondern jedem einzelnen Erben im Umfang seines Erbanteils zusteht.
= Aktuelle Anwaltspraxis 2017, 95 (Anmerkungen von François Logoz: Domaine agricole - part au gain - légitimation active - art. 28 et 41 LDFR)
= ius.focus 2016 Heft 7, 5
= SJZ 113 (2017) 110

Der gesetzliche Gewinnanspruch ist vererblich, und zwar sowohl die Forderung nach Veräusserung wie auch die Anwartschaft vor Veräusserung. Nach dem Tod des Veräusserers ist jeder Miterbe berechtigt, seinen Anspruch einzeln geltend zu machen.
= successio 11 (2017) 42 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)
= ZBGR 98 (2017) 187

Schweizerisches Bundesgericht 2C 586/2015 vom 09.05.2016
II. öffentlich-rechtliche Abteilung - Grundrecht - Entbindung vom Anwaltsgeheimnis (Willensvollstrecker)
= BGE 142 II 307
Entbindung vom Anwaltsgeheimnis.
Berufsrechtliche und strafrechtliche Sanktionierung des Anwaltsgeheimnisses, Rechtfertigungsgründe (E. 4.1). Weder Art. 321 Ziff. 2 StGB noch Art. 13 BGFA nennen die für die Entbindung massgeblichen Kriterien (E. 4.2). Seit der bundesrechtlichen Vereinheitlichung des anwaltlichen Berufsrechts sind die massgeblichen Kriterien ausschliesslich dem Bundesrecht zu entnehmen (E. 4.3.1), wobei für die Erteilung einer Entbindung mindestens die Voraussetzungen für einen strafrechtlichen Rechtfertigungsgrund vorliegen müssen (E. 4.3.2). Ein Anwalt hat regelmässig ein schutzwürdiges Interesse an der Entbindung zwecks Eintreibung offener Honorarforderungen; er muss aber darlegen, weshalb ihm eine Deckung mittels Kostenvorschuss nicht möglich war (E. 4.3.3).
Libération du secret professionnel de l'avocat.
Sanctions professionnelles et pénales en cas de violation du secret professionnel de l'avocat, motifs justificatifs (consid. 4.1). Ni l'art. 321 ch. 2 CP, ni l'art. 13 LLCA ne décrivent les critères pertinents permettant de délier l'avocat de son secret professionnel (consid. 4.2). Depuis l'uniformisation du droit fédéral de la profession d'avocat, les critères pertinents ne se trouvent plus qu'exclusivement dans le droit fédéral (consid. 4.3.1), duquel il ressort que les conditions d'un motif justificatif au sens du droit pénal doivent à tout le moins être réunies pour délier l'avocat du secret professionnel (consid. 4.3.2). Un avocat a généralement un intérêt digne de protection à être délié du secret professionnel en vue de recouvrir une créance d'honoraires; il doit toutefois démontrer pourquoi il n'était pas possible de constituer une provision au moyen d'une avance de frais (consid. 4.3.3).
Liberazione dal segreto professionale dell'avvocato.
Sanzionamento professionale e penale in caso di violazione del segreto professionale dell'avvocato, motivi giustificativi (consid. 4.1). Né l'art. 321 cifra 2 CP, né l'art. 13 LLCA indicano i criteri determinanti per la liberazione dal segreto (consid. 4.2). Dopo l'unificazione a livello federale del diritto che regola la professione di avvocato, i criteri determinanti vanno desunti dal solo diritto federale (consid. 4.3.1); in ogni caso, la concessione di una liberazione dal segreto richiede per lo meno il sussistere delle condizioni per ammettere un motivo giustificativo ai sensi del diritto penale (consid. 4.3.2). Un avvocato che intende procedere all'incasso di onorari scoperti ha di regola un interesse degno di protezione alla liberazione dal segreto; egli deve tuttavia spiegare per quali ragioni non ha potuto provvedere alla loro copertura per mezzo della richiesta di un anticipo (consid. 4.3.3).
= Pra. 2016 Heft 8 Hinweise
Mit dem Tod des Anwalts geht das Anwaltsgeheimnis nicht unter. Wenn ein Anwalt von einem Anwalt als Willensvollstrecker eingesetzt wurde, so gilt die Ausübung dieses Amts als berufsspezifische anwaltliche Tätigkeit und sämtliche dabei wahrgenommenen Informationen werden vom Berufsgeheimnis des als Willensvollstrecker tätigen Anwalts erfasst. Für die Interessenabwägung bei der Entbindung vom Berufsgeheimnis setzt das Bundesrecht den Rahmen. Die Entbindung vom Berufsgeheimnis in Bezug auf eine zu Lebzeiten des Erblassers entstandene Honorarforderung erfolgte aufgrund einer korrekten Interessenabwägung im Hinblick auf die Pflicht des Willensvollstreckers, offene Forderungen des Nachlasses einzutreiben. Ein Geheimhaltungsinteresse oder die persönliche Freiheit des Schuldners stehen dem nicht entgegen. Abweisung der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten; Auferlegung der Gerichtskosten an den Beschwerdeführer, der den Beschwerdegegner zu entschädigen hat (Art. 13 Abs. 2 BGFA; Art. 321 Ziff. 2 StGB).
= successio 11 (2017) 42 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)
= successio 12 (2018) 63 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Tribunal Fédéral 5A 738/2015 du 02.05.2016
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - action en partage
Rejet du récours contre des complications d’exécution des transaction pertinent pour le partage successoral.
Abweisung des Rekurses bei Komplikationen der erbteilungsmässigen Abarbeitung lebzeitiger Transaktionen innerhalb einer familiären Liegenschaftengesellschaft.

Schweizerisches Bundesgericht 5A 307/2016 vom 28.04.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Vorsorgliche Massnahmen (Erbteilung)
Nichteintreten auf eine Beschwerde betreffend vorsorglicher Massnahmen im Erbteilungsprozess sowie Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege vor dem Bundesgericht. Denn die Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG ist von vornherein unzulässig, soweit die Beschwerdeführerin Anträge stellt und Rügen erhebt, die über den Gegenstand des vorinstanzlichen Entscheids hinausgehen.

Schweizerisches Bundesgericht 5A 924/2015 vom 27.04.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - unentgeltliche Rechtspflege (Anfechtung der Enterbung)
Der Begründungspflicht um unentgeltliche Rechtspflege nach Art 119 Abs. 5 ZPO ist genüge getan, wenn das Gericht die Partei als „unentgeltlich Vertreten“ bezeichnet und von der Partei keine weiteren Belege fordert als eine summarische Erklärung (E. 3.2). 

Schweizerisches Bundesgericht 1C 418/2015 vom 25.04.2016
I. öffentlich-rechtliche Abteilung - Ökologisches Gleichgewicht - altlastenrechtliche Kostenauferlegung bzw. Kostenverteilung nach USG (Übergang auf die Erben) 
= BGE 142 II 232
Altlastenrechtliche Kostenverteilung nach Art. 32d USGEin Grundeigentümer, der sein Grundstück wissentlich und gegen Entgelt für eine potenziell umweltgefährdende Nutzung als Deponie zur Verfügung stellt, ist als Verhaltensverursacher zu qualifizieren (E. 3)
Für den Sorgfaltsnachweis im Sinne von Art. 32d Abs. 2 Satz 3 USG ist grundsätzlich auf den Zeitpunkt des Grundstückerwerbs abzustellen. Selbst wenn der Inhaber des Standorts aus der Sanierung einen wirtschaftlichen Vorteil erzielt, steht dies einer Kostenbefreiung nicht entgegen (E. 4).
Bei der Festsetzung der Kostenanteile kommt den zuständigen Behörden ein pflichtgemäss auszuübendes Ermessen zu (E. 5).
Der Übergang der Kostentragungspflicht des Verhaltensverursachers auf seine Erben ist an zwei Voraussetzungen geknüpft. Einerseits muss zum Zeitpunkt des Erbgangs eine rechtliche Grundlage für eine Sanierungs- und Kostentragungspflicht bestanden haben. Andererseits müssen die Erben die Möglichkeit gehabt haben, das Erbe auszuschlagen oder unter öffentlichem Inventar anzunehmen, was die Vorhersehbarkeit einer Sanierungspflicht bedingt (E. 6.3). Das Gemeinwesen trägt den Kostenanteil, wenn ein Verursacher zwar bekannt ist, aber nicht mehr existiert und keine Rechtsnachfolge eintritt (E. 6.5).
= RDAF 2017, 429 (Anmerkungen von Alexandre Flückiger)
= successio 12 (2018) 179 (Anmerkungen von Paul Eitel)
= URP 2016, 449

Schweizerisches Bundesgericht 9C 284/2015 vom 22.04.2016
II. sozialrechtliche Abteilung - Berufliche Vorsorge - Berufliche Vorsorge (Hinterlassenenleistung an Lebenspartnerin)
= BGE 142 V 233
Art. 20a Abs. 1 lit. a, Art. 49 Abs. 2 Ziff. 3 BVG; Hinterlassenenleistungen der weitergehenden beruflichen Vorsorge; Todesfallkapital; Begünstigung des überlebenden Lebenspartners.
Die in einem Testament verbalisierte Willenserklärung, den Lebenspartner hinsichtlich der reglementarischen Hinterlassenenleistungen zu begünstigen, bedarf eines ausdrücklichen Hinweises auf die einschlägigen Reglementsbestimmungen oder wenigstens auf die berufliche Vorsorge. Letztwillige Verfügungen, mit denen - wie hier - die Lebenspartnerin des Versicherten (bloss) als Erbin eingesetzt wird, lassen nicht auf einen berufsvorsorgerechtlichen Begünstigungswillen schliessen, selbst dann nicht, wenn die Partnerin zur Alleinerbin bestimmt wird (E. 2.3).
Art. 20a al. 1 let. a, art. 49 al. 2 ch. 3 LPP; prestations pour survivants de la prévoyance professionnelle étendue; capital décès; clause bénéficiaire en faveur du concubin survivant.
La déclaration de volonté formulée dans un testament de favoriser le concubin en ce qui concerne les prestations pour survivants nécessite une référence expresse aux dispositions règlementaires applicables ou au moins à la prévoyance professionnelle. Des dispositions pour cause de mort, selon lesquelles - comme ici - la concubine de l'assuré est (seulement) désignée comme héritière, ne permettent pas de conclure à une volonté de la favoriser sur le plan de la prévoyance professionnelle, quand bien même la partenaire est désignée comme unique héritière (consid. 2.3).
Art. 20a cpv. 1 lett. a, art. 49 cpv. 2 n. 3 LPP; prestazioni per i superstiti della previdenza professionale più estesa; capitale garantito in caso di decesso; agevolazione del convivente superstite.
La dichiarazione di volontà volta a favorire il convivente nell'ambito delle prestazioni regolamentari per i superstiti, formulata in un testamento, necessita di un'indicazione esplicita delle disposizioni regolamentari entranti in linea di conto o almeno della previdenza professionale. Disposizioni di ultima volontà secondo cui, come nel caso concreto, la convivente dell'assicurato è (unicamente) istituita erede, non consentono di concludere per la volontà di favorirla nell'ambito della previdenza professionale, benché la partner sia indicata come unica erede (consid. 2.3).
= JdT 164 (2016) III 263
Prévoyance professionnelle étendue. Clause bénéficiaire en faveur du survivant. – Art. 20a al. 1er let. a et 49 al. 3 ch. 3 LPP.
= Pra. 105 (2016) Heft 7 Hinweise
Die gesetzlichen (Art. 18 – 20 BVG) und reglementarischen (vgl. Art. 20a BVG) Ansprüche der Hinterbliebenen aus beruflicher Vorsorge stehen vollständig ausserhalb des Erbrechts (Bestätigung der Rechtsprechung).
Trotz gänzlichem Fehlen eines erbrechtlichen Bezugs der berufsvorsorgerechtlichen Hinterlassenenleistungen kann eine entsprechende Begünstigungserklärung auch im Rahmen einer letztwilligen Verfügung erfolgen. Die in einem Testament verbalisierte Willenserklärung, den Lebenspartner hinsichtlich der reglementarischen Hinterlassenenleistungen zu begünstigen, bedarf indessen eines ausdrücklichen Hinweises auf die einschlägigen Reglementsbestimmungen oder wenigstens auf die berufliche Vorsorge. Nicht ausreichend für eine Begünstigung im Rahmen der beruflichen Vorsorge ist die blosse testamentarische Einsetzung des Lebenspartners als Erben (E. 2.3). Abweisung der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten; Auferlegung der Gerichtskosten an die Beschwerdeführerin (Art. 18 – 20a BVG; Vorsorgereglement).
= successio 12 (2018) 185 (Anmerkungen von Paul Eitel)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 38/2016 vom 21.04.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbteilungsklage (Schlichtungsverfahren)
Abweisung einer Beschwerde gegen die Erteilung einer Klagebewilligung. Die Erteilung der Klagebewilligung ist kein Entscheid, welcher mit Beschwerde oder Berufung bei der kantonalen Rechtsmittelinstanz angefochten werden kann, auch wenn im Schlichtungsverfahren Mängel bestanden, welche eine Ausstellung der Klagebewilligung ungültig gemacht hätte.
Das Bundesgericht lässt offen, inwiefern das Friedensrichteramt die Prozessvoraussetzungen von Amtes wegen zu prüfen hat.

​​​​​​​Schweizerisches Bundesgericht 2C 164/2016 vom 21.04.2016 
II. öffentlich-rechtliche Abteilung - Öffentliche Finanzen & Abgaberecht - Erbschaftssteuer, Kosten und Parteientschädigung
Abweisung der Beschwerde gegen einen Entscheid in dem das Obergericht Uri vom Unterliegerprinzip abgewichen ist und der obsiegenden Partei die Kosten auferlegt hat (Art. 209 Abs. 2 StG/UR). Dies mit der Begründung, die obsiegende Partei hätte durch eine frühzeitige Akteneinreichung das Verfahren frühzeitig beenden können.

Schweizerisches Bundesgericht 5F 2/2016 vom 19.04.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Rückzug einer Erbteilungsklage (Prozesskosten)
Abweisung der Revision des Entscheids des Bundesgerichts 5A_803/2015 vom 14. Januar 2016, da weder die Voraussetzungen von Art. 121 noch Art. 122 BGG erfüllt sind.

Schweizerisches Bundesgericht 5D 136/2015 vom 18.04.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Absetzung des Willensvollstreckers
Bei der Verwaltung des Vermögens ist das Ermessen des Willensvollstreckers umfassend, d.h. es umfasst auch den Verkauf einer Liegenschaft zur Schuldentilgung. Eingeschränkt ist das Ermessen im Hinblick auf die Erbteilung (E. 5.1).
Die Angemessenheit des Honorars ist grundsätzlich vom Zivilrichter (und nicht von der Aufsichtsbehörde) zu beurteilen. Offengelassen, ob daneben auch disziplinarische Massnahmen (etwa bei krass übersetztem Honorar) denkbar sind (E. 5.2).
= ius.focus 6/2016 4 (Kevin P. MacCabe, Streitigkeiten mit dem Willensvollstrecker: ans Zivilgericht oder zur Aufsichtsbehörde?).
= successio 10 (2016) 304 (Anmerkungen von Martin Karrer)
= successio 11 (2017) 26, 32 und 41 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)
= successio 13 (2019) 254 (Anmerkungen von Paul Eitel)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 715/2015 vom 14.04.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Nacherbschaft (Auslieferungspflicht)
Die Auslieferung der Vorerbschaft hat grundsätzlich in natura zu erfolgen (Art. 3.2). Kraft Surrogation hat der Vorerbe den Nacherben auch das auszuliefern, was er für die nicht mehr in natura vorhandenen Erbschaftsgegenstände erhalten hat (E. 3.2.2). In casu war das mit einer Nacherbeneinsetzung belastete Vermögen bereits unauflöslich mit dem übrigen Vermögen der Vorerbin vermischt und zudem verteilt (E. 4.3). Die Erben hatten den Nacherben unter solidarischer Haftung den als Vorerbschaft festgesellten Betrag (Sondervermögen) auszuliefern.
= AJP 25 (2016) 1368 (Anmerkungen von Sabrina Gauron-Carlin)

= Aktuelle Anwaltspraxis 2017, 87 (Anmerkungen von François Logoz: Substitution fidéicommissaire - substitution pour le surplus - subrogation patrimoniale - art. 488, 490 et 491 CC)
= successio 13 (2019) 237 (Anmerkungen von Paul Eitel)

Tribunal Fédéral 5A 55/2016 du 11.04.2016
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - destitution de l'exécuteur testamentaire
L'exécuteur testamentaire est soumis aux mêmes obligations que l'administrateur officiel d'une succession, l'exécuteur testamentaire étant responsable de l'exécution fidèle. L'autorité cantonale de surveillance peut contrôler les mesures prises par l'exécuteur testamentaire, mais les tribunaux ordinaires sont compétents pour les questions de droit matériel (consid.
3.1).
Absetzung des Willensvollstreckers
Der Willensvollstrecker untersteht den gleichen Aufgaben wie der Erbschaftsverwalter, wobei der Willensvollstrecker für die getreue Ausführung verantwortlich ist. Die kantonale Aufsicht kann die vom Willensvollstrecker gemachten Massnahmen überprüfen, für materiellrechtliche Fragen sind aber die ordentlichen Gerichte zuständig (E. 3.1).
= successio 11 (2017) 26, 29 und 31 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)
= successio 13 (2019) 256 (Anmerkungen von Paul Eitel)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 248/2016 vom 06.04.2016
II. zivilrechtliche Abteilung -Erbrecht - Aufforderung zur Vorschusszahlung (Erbteilungsklage).
Nichteintreten auf eine Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG gegen eine Aufforderung zur Leistung des Kostenvorschusses, da sich die Beschwerde nicht gegen ein letztinstanzliches Urteil richtet und somit nach Art. 72 ff. BGG unzulässig ist.
= ius.focus 6/2016, 4
Streitigkeiten mit dem Willensvollstrecker: ans Zivilgericht oder zur Aufsichtsbehörde? (Art. 517, Art. 518 ZGB).
Streitigkeiten über das Honorar des Willensvollstreckers sind grundsätzlich in einem zivilrechtlichen Verfahren zu beurteilen. Ob krass übersetzte Honorarbezüge im Beschwerdeverfahren geprüft werden können, lässt das Bundesgericht weiterhin offen.

Tribunal Fédéral 2C_164/2015 du 05.04.2016
IIe Cour de droit public - Finances publiques et droit fiscal - Droits d'enregistrement
= successio 11 (2017) 218 (Anmerkungen von Andrea Opel)
Keine Steuerbefreiung bei Pauschalbesteuerung im Kanton Genf

Schweizerisches Bundesgericht 5A 249/2016 vom 06.04.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Aufforderung zur Bezifferung des Streitwertes der Erbteilungsklage
Nichteintreten auf die Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG gegen die Aufforderung zur Bezifferung des Streitwerts, da sich die Beschwerde nicht gegen ein letztinstanzliches Urteil richtet und somit nach Art. 72 ff BGG unzulässig ist.

Tribunal Fédéral 5A 716/2015 du 04.04.2016
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - succession.
Le Tribunal Fédéral a du juger si un recours contre un jugement de la deuxième instance, qui a renvoyé à la première instance, soit une décision finale (art. 90 LTF), une décision partielle (art. 91 LTF) ou une décision préjudicielle et incidente concernant la compétence et la demande de récusation (art. 92 LTF). Le Tribunal à décidé, que c’est une autre décicion préjudicielle et incidente (art. 93 LTF).

Das Bundesgericht urteilte im Zusammenhang mit der Weigerung des Juge de paix den Willensvollstreckerausweis auszustellen über eine Beschwerde gegen das Urteil der zweiten Instanz, welche die Sache an den Erstrichter zur Entscheidung zurückzuwies. Das Bundesgericht kam zum Schluss, dass weder ein Endentscheid (Art. 90 BGG), noch ein Teilentscheid (Art. 91 BGG), noch ein Vor- oder Zwischenentscheid über die Zuständigkeit und den Ausstand (Art. 92 BGG) gegeben sei und es sich deshalb nur um einen anderen Vor- und Zwischenentscheid (Art. 93 BGG) handeln könne.
= successio 11 (2017) 30 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Tribunal Fédéral 5A_716/2015 du 04.04.2016
IIe Cour de droit civil - droit des successions - succession
= successio 11 (2017) 28 und 41 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)
Ausstellung des Willensvollstreckerzeugnisses

Schweizerisches Bundesgericht 5G 1/2016 vom 29.03.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbteilung
Abweisung eines Gesuches um Wiederherstellung der Frist, da eine Stresssituation gegen Ende der Frist keinen Wiederherstellungsgrund darstellt.

Schweizerisches Bundesgericht 5A 143/2015 vom 23.03.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Familienrecht - Ehescheidung (güterrechtliche Zuordnung von eines durch Erbteilung erworbenen Gegenstandes)
= BGE 142 III 257
Art. 198 Ziff. 2, 197 Abs. 2 Ziff. 5 und 198 Ziff. 4 ZGB; güterrechtliche Zuordnung eines durch Erbteilung erworbenen Gegenstandes.
Qualifikation der Übernahme eines Erbschaftsgegenstandes zufolge Erbteilung (E. 4.3.2).
Grundsätze für die güterrechtliche Zuordnung eines im Zuge der Erbteilung übernommenen Erbschaftsgegenstandes, wenn der übernehmende Miterbe eine Ausgleichszahlung (soulte) zu leisten hatte (E. 4.3.3).

Art. 198 ch. 2, 197 al. 2 ch. 5 et 198 ch. 4 CC; attribution en vertu du régime matrimonial d'un bien acquis par partage successoral.
Qualification de l'acquisition d'un bien successoral à la suite d'un partage successoral (consid. 4.3.2).
Principes régissant l'attribution en vertu du régime matrimonial d'un bien successoral reçu lors d'un partage successoral lorsque le cohéritier gratifié a dû s'acquitter d'une soulte (consid.
4.3.3).
Art. 198 n. 2, 197 cpv. 2 n. 5 e 198 n. 4 CC; attribuzione in virtù del regime matrimoniale di un bene acquisito mediante divisione ereditaria.
Qualifica dell'acquisizione di un bene successorio in seguito a divisione ereditaria (consid. 4.3.2).
Principi che reggono l'attribuzione in virtù del regime matrimoniale di un bene successorio ricevuto nel quadro di una divisione ereditaria, quando il coerede ricevente ha dovuto pagare un conguaglio (consid.
4.3.3).
= FamPra. 17 (2016) 711 
Art. 197 Abs. 2 Ziff. 5, 198 Ziff. 4 ZGB: Güterrechtliche Zuordnung einer aus einer Erbschaft stammenden Liegenschaft.
Bei der Übertragung eines Vermögenswertes aus der Erbschaft zu Alleineigentum an einen Miterben ist bei der Zuteilung zu einer Vermögensmasse des Erwerbers nach den Regeln über die Ersatzanschaffung vorzugehen.

Art. 197 al. 2 ch. 5, 198 ch. 4 CC: Attribution d’un immeuble provenant d’une succession à une masse de biens dans le cadre du régime matrimonial.
Lorsqu’un bien provenant d’une succession est transmis en propriété exclusive à l’un des cohéritiers, il doit être intégré à l’une des masses de biens de l’acquéreur selon les règles sur le remploi.
Art. 197 cpv. 2cifra 5, 198 cifra 4 CC: Attribuzione nei beni patrimoniali di un immobile proveniente da una successione.
Nel caso di trasferimento di un bene patrimoniale dalla comunione ereditaria alla proprietà esclusiva di un coerede, per l’attribuzione nei beni patrimoniali dell’acquirente si procede secondo le regole sull’acquisizione di beni in sostituzione.

= JdT 165 (2017) II 161 (Anmerkungen von Suzette Sandoz)
= successio 11 (2017) 65 (Anmerkungen von Barbara Graham-Siegenthaler)
= successio 12 (2018) 181 (Anmerkungen von Paul Eitel)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 760/2015 vom 18.03.2016
IIe Cour de droit civil - Droit des poursuites et faillites - réalisation des parts de communauté (déni de justice) (commune d'héritier)
Rejet du recours ; le recourant n’a pas compris, que l'autorité intervienne au partage (art. 609 al. 1 CC), si l'autorité de surveillance ordonne la liquidation de la communauté (art. 12 OPC).

Abweisung einer Beschwerde, da der Beschwerdeführer sich nicht im Klaren war, dass bei einer Erbteilung, bei welcher ein Teil der Erbmasse von der Erbengemeinschaft versteigert wird, die Behörde mitwirkt (Art. 12 VVAG, Art. 609 Abs. 1 ZGB).

Schweizerisches Bundesgericht 5A 719/2015 vom 01.03.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Sachenrecht - Bauen auf fremdem Boden (Erbvorbezug)
Die Ansprüche aus Art. 671 Abs. 2 und Art. 672 f. ZGB sind lediglich obligatorischer (und nicht dinglicher) Natur, sodass beim Bauen auf dem Boden des inzwischen verstorben Bruders Ansprüche nur gegen den Grundeigentümer im Zeitpunkt des Bauens oder gegen dessen Universalsukzessor geltend gemacht werden können. Bei einem Rechtsgeschäft unter Lebenden (Einzelrechtsnachfolge) ist dies nicht möglich.
= BR 2016, 364 (Jörg Schmid/Paul-Henri Steinauer, Bauen auf fremdem Boden – Lebzeitige Übertragung des Grundeigentums auf einen gesetzlichen Erben – Ansprüche des früheren Materialeigentümers).
= ius.focus 4/2016, 4 (Yannick Moser, Bauen auf fremdem Boden: Natur der Ansprüche und Passivlegitimation).

Schweizerisches Bundesgericht 5A 161/2016 vom 29.02.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Revision (Erbschaft, Ausgleichung)
Auf die Beschwerde gegen einen Nichteintretensbeschluss des Obergerichts betreffend ein Urteil des Kantonsgerichts Nidwalden, welches ein Revisionsgesuch abgelehnt hat, wird nicht eingetreten, da der Beschwerdeführer lediglich seine erstinstanzlichen Rügen wiederholt (Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG) und sich die Beschwerde nicht gegen ein letztinstanzliches Urteil richtet und somit nach Art. 72 ff. BGG unzulässig ist.

Tribunale Federale 1B_44/2016 del 09.02.2016
I Corte di diritto pubblico - Procedure penale - dissequestro
Nel procedimento penale le decisioni di dissigillamento costituiscono decisioni incidentali, che, contrariamente ai sequestri, non rappresentano misure provvisionali ai sensi dell'art. 46 cpv. 2 e dell'art. 98 LTF, poiché il giudice del dissigillamento le decide in maniera definitiva. Per questo motivo, le prime soggiacciono alla sospensione dei termini secondo l'art.
46 cpv. 1 LTF (consid. 2.3).
Entsiegelungsentscheide im Strafverfahren sind Zwischenentscheide, die im Gegensatz zu den Beschlagnahmen, nicht vorsorgliche Massnahmen gemäss Art. 46 Abs. 2 und Art. 98 BGG darstellen, da der Entsiegelungsrichter über die Entsiegelung endgültig entscheidet. Aus diesem Grund unterliegen ersteren dem Fristenstillstand nach Art. 46 Abs. 1 BGG (E. 2.3).
= successio 11 (2017) 43
 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)
Veruntreuung und Betrug: Herausgabe von Schmuck durch den Willensvollstrecker an die erbende Stiftung

Schweizerisches Bundesgericht 5A 104/2016 vom 04.02.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbteilung 
Nichteintreten wegen verspäteter Einreichung. Der vorinstanzliche Entscheid ging dem Beschwerdeführer am 29. Dezember zu. Die 30-tägige Frist begann am Tage nach dem Stillstand und endete somit am 1. Februar. Die Beschwerde, welche am 2. Februar eingereicht wurde, war daher verspätet und offensichtlich unzulässig, weshalb darauf im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG bzw. Art. 117/108 Abs. 1 lit. a BGG nicht einzutreten war.

Schweizerisches Bundesgericht 6B_827/2014 vom 01.02.2016
Strafrechtliche Abteilung - Strafprozess - Nichtanhandnahme (Betrug, Veruntreuung, Unterdrückung von Urkunden etc.)
= BGE 142 IV 82
Art. 121 StPO; Wirkungen der Rechtsnachfolge; Legitimation der Angehörigen.
Die Angehörigen einer verstorbenen geschädigten Person sind in der Reihenfolge der Erbberechtigung kumulativ oder alternativ zur Zivil- und Strafklage berechtigt (E. 3.2).
Im Unterschied zum Zivilpunkt ist im Strafpunkt kein gemeinsames Vorgehen der Erben erforderlich. Der Angehörige einer verstorbenen geschädigten Person kann sich im Strafverfahren allein als Privatkläger im Strafpunkt konstituieren (E. 3.3 und 3.4).

Art. 121 CPP; effets de la transmission des droits; légitimation des proches.
Les proches d'un lésé décédé sont autorisés à agir, dans l'ordre de la succession, sur les plans pénal et civil cumulativement ou alternativement (consid. 3.2).
A la différence de la question civile, aucune action commune des héritiers n'est nécessaire pour la question pénale. Le proche d'un lésé décédé peut se constituer seul partie plaignante dans la procédure pénale pour la question pénale (consid.
3.3 et 3.4).
Art. 121 CPP; effetti della successione nei diritti; legittimazione dei congiunti.
I congiunti di un danneggiato defunto sono legittimati, nell'ordine di successibilità, a partecipare al procedimento penale cumulativamente o alternativamente con un'azione penale e un'azione civile (consid. 3.2).
Contrariamente a quanto concerne l'aspetto civile, sul piano penale non è necessario che gli eredi procedano in comune. Il congiunto di un danneggiato defunto può costituirsi da solo accusatore privato nel procedimento penale relativamente all'azione penale (consid.
3.3 e 3.4).
= successio 11 (2017) 44 (Anmerkungen von Hans Rainer Künzle)

Schweizerisches Bundesgericht 6B 687/2014 vom 01.02.2016
Cour de droit pénal - Infractions -Escroquerie, gestion déloyale, faux dans les titres, blanchiment d'argent; restitution au lésé
= BGE 142 IV 82
Art. 121 StPO; Wirkungen der Rechtsnachfolge; Legitimation der Angehörigen.
Die Angehörigen einer verstorbenen geschädigten Person sind in der Reihenfolge der Erbberechtigung kumulativ oder alternativ zur Zivil- und Strafklage berechtigt (E. 3.2).
Im Unterschied zum Zivilpunkt ist im Strafpunkt kein gemeinsames Vorgehen der Erben erforderlich. Der Angehörige einer verstorbenen geschädigten Person kann sich im Strafverfahren allein als Privatkläger im Strafpunkt konstituieren (E. 3.3 und 3.4).

Art. 121 CPP; effets de la transmission des droits; légitimation des proches.
Les proches d'un lésé décédé sont autorisés à agir, dans l'ordre de la succession, sur les plans pénal et civil cumulativement ou alternativement (consid. 3.2).
A la différence de la question civile, aucune action commune des héritiers n'est nécessaire pour la question pénale. Le proche d'un lésé décédé peut se constituer seul partie plaignante dans la procédure pénale pour la question pénale (consid.
3.3 et 3.4).
Art. 121 CPP; effetti della successione nei diritti; legittimazione dei congiunti.
I congiunti di un danneggiato defunto sono legittimati, nell'ordine di successibilità, a partecipare al procedimento penale cumulativamente o alternativamente con un'azione penale e un'azione civile (consid. 3.2).
Contrariamente a quanto concerne l'aspetto civile, sul piano penale non è necessario che gli eredi procedano in comune. Il congiunto di un danneggiato defunto può costituirsi da solo accusatore privato nel procedimento penale relativamente all'azione penale (consid.
3.3 e 3.4).
= Aktuelle Anwaltspraxis 2017, 72 (Anmerkungen von Paul Eitel: Vorsorgliche Massnahmen)
= JdT 165 (2017) IV 85
Art. 121 CPP: Effets de la transmission des droits. Légitimation des proches.
Les proches d’un lésé décédé sont autorisés à agir, dans l’ordre de la succession, sur les plans pénal et civil cumulativement ou alternativement (c. 3.2).
A la différence de la question civile, aucune action commune des héritiers n’est nécessaire pour la question pénale. Le proche d’un lésé décédé peut se constituer seul partie plaignante dans la procédure pénale pour la question pénale (c. 3.3 et 3.4).

= not@lex 11 (2018) 69 (Anmerkungen von Denis Piotet/Maya Kiepe)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 50/2016 vom 22.01.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Rechtsverweigerung (Ausstellung eines Erbscheins)
Nichteintreten auf eine Beschwerde gegen ein Urteil des Obergerichts Zürich, welches eine Rechtsverweigerungsbeschwerde betreffend Ausstellung eines Erbscheins behandelte, wegen abgelaufener Beschwerdefrist.

Schweizerisches Bundesgericht 5A 687/2015 vom 20.01.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - unentgeltliche Rechtspflege (vorsorgliche Massnahmen, Erbteilung)
 
Abweisung einer Beschwerde gegen die Abweisung eines Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege, da der Fall von vornerein aussichtslos ist. Art. 612 ZGB kann nicht als Rechtsgrundlage für vorsorgliche Massnahmen herangezogen werden.
= successio 13 (2019) 254 (Anmerkungen von Paul Eitel)

Schweizerisches Bundesgericht 5A 803/2015 vom 14.01.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbteilung (Gerichtskosten und Parteientschädigung)
Abweisung einer Beschwerde gegen den Kostenbeschluss. Wenn im Zivilverfahren das Hauptbegehren auf Feststellung und Teilung des Nachlasses lautet, bildet die Erbteilung den Streitgegenstand, und bestimmt dadurch den Streitwert (Erbmasse) (E. 3.1., E.3.2.).

Schweizerisches Bundesgericht 5A 994/2014 vom 11.01.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbteilung (Auskunfts- und Editionsbegehren)
Die gegenseitige Auskunftspflicht unter Miterben erstreckt sich auch auf Informationen über das Verhältnis der Erblasser zu Dritten (E.4.2 und 4.3). Es ist gerechtfertigt, dass ein Miterbe, der Zeit seines Lebens bei den Eltern gewohnt hat, seine Steuerunterlagen editieren muss (E. 10.2.1).
= Aktuelle Anwaltspraxis 2017, 65 (Anmerkungen von Paul Eitel: Ausgleichung und Herabsetzung (Informationsansprüche; Durchgriff?)
= dRSK vom 20.05.2016 (Stefan Birrer, Auskunfts- und Editionsbegehren eines Erben)
= ius.focus 2/2018, 4 (Anmerkungen von Chrostopher Yacoubian)
= SJZ 113 (2017) 114
= successio 13 (2019) 244
 (Anmerkungen von Paul Eitel)

Schweizerisches Bundesgericht 5A_676/2015 vom 05.01.2016
II. zivilrechtliche Abteilung - Personenrecht - Stiftungsaufsicht
= successio 11 (2017) 138 (Anmerkungen von Harold Grüninger)
Organisation (Wahl von Stiftungsräten und Traktandierung)